c't 2/2022
S. 182
Story
Die Nacht der Jäger
Bild: Albert Hulm

Die Nacht der Jäger

In Havanna ist es leicht, sich selbst und manches andere zu verlieren. Die Umbrüche des späten 21. Jahrhunderts haben die kubanische Metropole verwandelt: Der frühere altmodische Charme ist digitalen Selbstverständlichkeiten und Elend modernster Art gewichen.

Von Vlad Hernández

Mitternacht. Onyx steht an der Haltestelle der Metrostation. Die afrokaribische Schöne mit dem Feuerhaar balanciert auf der Schneide ihres Menschseins – und stürzt Nacht für Nacht in die finsteren Abgründe der Seele.

Ihre Haut, schwarz wie Ebenholz, schimmert durch den Fummel aus Piezoschuppen, die – vom myoelektrischen Feld ihres Körpers aktiviert – immer mal wieder durchsichtig werden und auf raffinierte Weise Provokantes enthüllen.

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