c't 3/2022
S. 16
Praxis
Fahrerassistenzsysteme

Ungesicherte Baustelle

Langzeiterfahrungen mit dem Tesla S 90D

Der Autohersteller Tesla gilt bei der Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen als Vorreiter und in Tests schneiden Tesla-Autos oft gut bis sehr gut ab. Meine Langzeiterfahrungen mit einem Tesla Model S sind jedoch ernüchternd und teils sogar haarsträubend.

Von Dušan Živadinović
Die Objekterkennung des Tesla S 90D hält ein Regal in einer Garage für einen Lkw (graues Symbol in der Mitte des Fahrzeug-Displays).

Seit 2019 habe ich rund 20.000 Kilometer mit einem Tesla S 90D, Baujahr 2016 (Facelift) und Autopilot-Hardware 2.0 zurückgelegt. In diesen zwei Jahren erhielt das Auto Dutzende kleinerer und größerer Updates, beispielsweise zur Radfahrer- und Fußgängererkennung. Das Auto hinterließ größtenteils einen passablen Eindruck. Jedoch fand ich unerwartet viele Fehler in der Software, darunter bei der Fahrassistenz, der Klimatisierung und Navigation. Im folgenden habe ich nur die gravierenden notiert.

Dabei gilt Tesla nicht mehr als Greenhorn unter den Autoherstellern. Die Firma rüstet das Model S seit Oktober 2014 mit Fahrerassistenzsystemen aus, die der Hersteller als „Autopilot“ bezeichnet (Abstandstempomat, Spurwechsel-, Notbrems- und Parkassistenten). Zwei wichtige Wegmarken folgten etwas später: Seit Oktober 2016 baut Tesla in die S-Modelle Kameras, Ultraschallsensoren und ein Radar ein. Das Radar könne „durch schweren Regen, Nebel, Staub und sogar ein vorausfahrendes Fahrzeug hindurchsehen“ (Full Self-Driving Hardware).

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