iX 8/2017
S. 52
Titel
Cloud-Verwaltung
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OpenStack mit Ubuntu nutzen

Gemeinsame Geschichte

Wer nach einer Linux-Distribution für das freie Cloud-Management-Tool OpenStack sucht, landet irgendwann bei Ubuntu. Arbeiten Ubuntu und OpenStack tatsächlich so gut zusammen, und wie schlägt sich das Duo im Alltag?

Mark Shuttleworth gründete 2005 das Unternehmen Canonical mit dem Ziel, ein Linux-System auf Basis von Debian GNU/Linux herauszubringen, das alle Vorteile, aber keine Nachteile der beliebten Distribution besitzen sollte: stabile Software, schnelle Updates, und das alles kostenlos. In der Debian-Community erregte Ubuntu anfangs viel Aufsehen: Vertreter des Debian-Projektes echauffierten sich, weil Ubuntu zunächst nicht viel mehr war als die aktuelle „Testing“-Version der Distribution mit wenigen Zusätzen. Andere Debian-Entwickler ließen sich von Canonical anstellen und machten so ihr Hobby quasi zum Beruf: Endlich waren sie in der Lage, ihr Geld mit ihrer Arbeit an einer Linux-Distribution zu verdienen, die mit Debian immer noch sehr viel gemein hatte. Und Debian-Benutzer begrüßten die aktuellere Software in Ubuntu als ein Argument, auf das neue System umzusteigen – die scherzhafte Bezeichnung „Debian Stale“ (etwa: altbackenes Debian) als Persiflage auf „Debian Stable“ existierte bereits damals.

Seither ist einige Zeit vergangen – Debian hat seine Releasezyklen heute viel besser im Griff als damals, und mehrheitlich arbeiten Vertreter von Debian und Ubuntu zusammen, um beide Distributionen mit aktuellen Versionen wichtiger Software zu versorgen. Im Server-Umfeld hat sich Ubuntu als dritte Kraft neben Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und SUSE Linux Enterprise Server (SLES) etabliert. Die Spötter konnte Canonical jedoch bis heute nicht völlig überzeugen: Die Linux-Distribution hängt im Wesentlichen von der Meinung von Mark Shuttleworth ab, der das Projekt als „Benevolent Dictator for Life“ (wohlwollender Diktator auf Lebenszeit) nach eigenem Gutdünken führt.

Cloud ist der Normalfall geworden

Oft genug war allerdings keine Strategie erkennbar: Den selbst entwickelten Unity-Desktop und die Mobilvariante Ubuntu Phone hat Canonical gerade erst über Bord geworfen und dabei viel Geld verbrannt. Bei einer Entscheidung hat Mark Shuttleworth allerdings Weitblick bewiesen: Im Cloud-Umfeld hat sich Ubuntu in den vergangenen Jahren im Gespann mit OpenStack einen guten Ruf erarbeitet. Mehr noch: Wer sich zum ersten Mal mit OpenStack beschäftigt, tut das in aller Regel auf Ubuntu. Beide Projekte sind eng miteinander verwoben.

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