iX 10/2018
S. 90
Report
Projektmanagement
Aufmacherbild

Nichtfunktionale Anforderungen in der agilen Welt

Raus aus der Nische

Produktmanager steuern Projekte über die funktionalen Anforderungen. In vielen agilen Vorgehensmodellen endet hier ihre Verantwortung. Wartbarkeit, Skalierbarkeit und Bedienerfreundlichkeit kommen dabei oft zu kurz.

Wenn es um sogenannte nichtfunktionale Anforderungen geht, denken viele Entwickler vermutlich an DIN-Kriterien wie Zuverlässigkeit, Benutzbarkeit, Änderbarkeit oder an andere abstrakte Begriffe wie Korrektheit und Skalierbarkeit. Diese Schlagworte benötigen jedoch dringend einen Transfer in die Praxis. Skalierbarkeit gerät zum Beispiel schnell zu einem Nebenschauplatz, wenn der Kunde eine fest definierte Umgebung hat und deren Erweiterung ausschließt (etwa bei Maschinensoftware).

Aussagen wie „Verschlüsselung von Datenströmen“ oder „angemessene Reaktionszeiten für Klickereignisse“ liefern bereits Hinweise für Anforderungen, sind jedoch zu unkonkret. Präzise wäre „Verschlüsselung aller Datenströme mit dem SHA-256-Algorithmus“ oder „Reaktionszeiten für Klickereignisse müssen unter einer Sekunde liegen“. Diese Beispiele zeigen eine wesentliche Eigenschaft nichtfunktionaler Anforderungen: Sie bilden den Rahmen des Projekts. Der Produktmanager muss nun dafür sorgen, dass die Entwickler die klar formulierten Wünsche in die Software einbauen.

Kommentare lesen (3 Beiträge)