iX 3/2019
S. 115
iX extra
Hosting
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E-Commerce-Software als Dienstleistung des Hosting-Providers nutzen

Webshop im Paket

Wer in den Onlinehandel einsteigt, dem stehen heute nicht nur Spezialisten wie Amazon oder eBay zur Verfügung. Diverse E-Commerce-Plattformen von Hosting-Providern eröffnen viel mehr Möglichkeiten, und Schnittstellen verbinden zunehmend beide Welten.

Ware auswählen, bezahlen und versenden – das war gestern. Der Verkauf über das Internet ist viel facettenreicher geworden. Er beginnt mit einer fantasiereichen Präsentation (vielleicht als 3D-Modell oder 360-Grad-Ansicht), die auch Konfigurationsmöglichkeiten und Zubehör darstellen kann. Vergleiche und Merklisten gehen dem eigentlichen Kauf voraus. Eine möglichst breite Akzeptanz vieler Zahlungsmöglichkeiten ist ebenso wichtig wie eine verlässliche Logistik, eventuell mit lokalen Lagern für internationale Kunden. Und schließlich ist der Abschluss der Transaktion noch lange nicht das Ende des Verkaufsprozesses. Feedbackbögen, Reklamations- und letztlich auch Rücksendemöglichkeiten erhalten die Kundenzufriedenheit. Aktionsangebote und Gutscheine sollen Kunden wiederholt in das virtuelle Geschäft locken. Voraussetzung sind immer akkurat gepflegte Kundendaten, beispielsweise für ein Geburtstagsangebot.

Über 1-Click-Apps bieten viele Hoster eine große Auswahl an E-Commerce-Applikationen an (Abb. 1). Quelle: iNETsolutions
Warenwirtschaftssysteme können entweder Teil der Shopsoftware sein oder über Schnittstellen bereitstehen (Abb. 3). Quelle: JTL-Software

Die Webshops vergangener Tage haben sich so zu E-Commerce-Paketen mit Kundenverwaltung, Warenwirtschaftssystem und Marketingfunktionen entwickelt. Nicht alle Aufgaben müssen sie selbst zur Verfügung stellen, vielmehr bieten sie Schnittstellen unter anderem zu Zahlungs- und Logistikdienstleistern. Galt über Jahre der einseitige Trend, dass Geschäfte aus dem stationären Handel in Richtung Internet abwanderten, so werden inzwischen mehrere parallele Verkaufswege propagiert (Multichannel). Neben einem Ladengeschäft können dies eine Bestellhotline, Marktplätze oder soziale Medien sein. Der Kunde erwartet hier eine Verzahnung, beispielsweise die Bestellung im Internet und Abholung im Geschäft. Die Webshop-Anbieter bewerben es als „Omnichannel“.

Diverse Geschäftsmodelle

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Tabelle: Hosting-Provider mit E-Commerce-Plattformen
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Tabelle: Verbreitete Webshop- und E-Commerce-Software

Dies führt sogar zu einer Renaissance des Einkaufens vor Ort: So hat Amazon die Eröffnung eigener Ladengeschäfte angekündigt, vor allem als Versuchslabor für neue Technik. E-Commerce-Software wird damit zunehmend um Funktionen für den stationären Handel erweitert. Das schließt die Einbindung neuer Hardware ein, sind dafür doch Kassensysteme, Barcodescanner, Drucker oder Kreditkartenleser anzusteuern. Shopify, ein internationaler Vorreiter, listet auf seiner Webseite mehrere Kits für Kassensysteme von Drittanbietern auf. In Deutschland hat sich VersaCommerce aus Hannover eine enge Verzahnung von stationärem und Onlinehandel auf die Fahnen geschrieben. Sie stellt neben einem Onlineshop auch ein Kassensystem als Software zur Verfügung.

Die Shop- und E-Commerce-Software eignet sich je nach Hersteller für unterschiedliche Geschäftsmodelle: Cloud-Angebote, Partnerschaften mit Hosting-Providern oder Lizenzen zum Kauf oder zur Miete. Am einfachsten zu nutzen ist Software as a Service (SaaS), meist als Cloud-Shop beworben. Der Verkäufer erhält ein System aus einem Guss und startet nach der Auswahl einer Domain direkt mit dem Shopdesign. Die Entscheidungen für Hardwareressourcen und Hosting-Pakete entfallen. Häufig stehen branchenspezifische Vorlagen zur Verfügung, die nur noch angepasst werden. Ein Pionier der Branche ist wiederum Shopify. Die von deutschen Auswanderern gegründete und in Kanada beheimatete Firma verfügt auch über eine gute deutschsprachige Version. Bei Details deutscher Gesetze und Vorgaben oder der Einbindung von Kassensystemen zeigt sich aber, dass in Deutschland entwickelte Software besser auf den Einsatz hierzulande vorbereitet ist.

Beispiele dafür sind Jimdo oder OmecoCloud. Einfache Shopfunktionen bietet auch web4business, ein Homepagebaukasten mit Erweiterungen für Verkäufer. Jimdo startete ebenfalls als Webpage-Designer, hat sich aber inzwischen zu einem funktionsreichen kleinen Webshop entwickelt.

Ähnlich einfach wie Homepagebaukästen sind die E-Shops von 1&1, Host Europe und Strato aufgebaut. Sie bieten den Vorteil der Kombination mit anderen Hosting-Services, etwa Outlook-Postfächern oder Cloud-Speicher. 1&1 firmiert nach der vollständigen Integration von ProfitBricks neuerdings als 1&1 IONOS.

Der Trend geht zur Miete

Da die Hoster die Software nicht selbst entwickeln, gehören sie zum zweiten Geschäftsmodell: Partnerschaften von Softwareherstellern und Providern. So basieren alle drei genannten Shops auf ePages, einer E-Commerce-Software mit Wurzeln in der Jenaer Firma Intershop, die auch international weit verbreitet ist. 1&1 hält eine Beteiligung von 25 % an ePages. Die Software eignet sich unter anderem fürs Whitelabeling, sodass Hoster E-Commerce-Services unter einer eigenen Marke anbieten können. Dies bildet aber eine Ausnahme; die meisten Provider offerieren ihre Shopsysteme unter der Marke des Softwareherstellers. Bei einigen Hostern kann man nicht erkennen, welche Software sich dahinter verbirgt. Auch wenn sie der Provider selbst entwickelt, liegt ihr aber nahezu ausnahmelos Open-Source-Code zugrunde.

Webshops unterstützen zunehmend den stationären Handel; VersaCommerce integriert ein Kassensystem in den Onlineshop (Abb. 4). Quelle: VersaCommerce

Alternativ zu einem Service kann E-Commerce-Software auch als Lizenz erworben werden. War es in der Vergangenheit üblich, Software zu verkaufen, gehen nun immer mehr Firmen dazu über, sie zu vermieten, also statt einer einmaligen Zahlung einen Preis pro Jahr aufrufen. Juristen nennen das „zeitlich befristete Einräumung von Nutzungsrechten an Software“ – ein markanter Trend in der Softwarebranche, der häufig – aber nicht immer – mit einem SaaS-Modell einhergeht. Prominente Beispiele sind Microsoft Office 365 oder Adobe Photoshop.

Parallel angebotene Open-Source- und kommerzielle Versionen unterscheiden sich hinsichtlich des Funktionsumfangs oder des Supports (Abb. 5). Quelle: Magento

Relativ selten haben Kunden die Wahl zwischen beidem. So bieten ShopFactory und XoniC wahlweise den Kauf von Lizenzen oder ein monatliches respektive jährliches Abonnement an. Bei ShopPro gibt es auch ein Paket mit Installation und Konfiguration auf einer eigenen Domain sowie Support und Updates zum Festpreis. Seltener rechnen die Anbieter nach Transaktionsvolumen ab; so entstehen bei plentymarkets ZERO keine Fixkosten und erst mit steigendem Umsatz fallen Gebühren an.

Das Betreiben von Webshops im eigenen Rechenzentrum dürfte inzwischen die Ausnahme sein. Hoster stellen hierfür virtuelle und dedizierte Server bereit, auf denen eine Firma eigene Software installiert. Alternativ bieten die Provider Webshop-Pakete an, die die Lizenzen bereits enthalten.

Gambio bietet Schnittstellen zu mehr als 100 Partnern für Zahlungsabwicklung, Logistik oder Preisvergleiche (Abb. 6). Quelle: Gambio

Crisp Research sieht einen klaren Wandel bei den Betriebsmodellen. So wächst der Anteil von Managed Hosting für E-Commerce stark, gefolgt von Cloud-Computing. Rückläufig sind hingegen Eigenbetrieb und „Unmanaged“-Produkte.

Wahl der Software

Der gemeinsame Nenner nahezu aller E-Commerce-Systeme besteht im Einsatz von Open-Source-Software. Viele Entwicklungen sind frei, aber auch kostenpflichtige Software basiert meist darauf. Üblich ist, neben kostenfreien Community- oder Open-Source- auch kostenpflichtige Versionen anzubieten, die sich durch zusätzliche Funktionen und Schnittstellen unterscheiden oder Support enthalten. Dieses Modell ist von Linux-Distributionen bekannt.

Die Verfügbarkeit einer Vielzahl von Softwareversionen auf Grundlage von Open Source eröffnet den Hostern die Möglichkeit, sie zusammen mit einem Webhosting-Service als Paket anzubieten. Das hat den Vorteil eines auf die Anwendung abgestimmten Softwarepakets mit Datenbank, Webserver und Skriptsprachen. Darüber hinaus passen die Hardwareressourcen zu Größe und Leistungsumfang des Webshops. Neben Shared-Webhosting-Paketen bilden auch virtuelle – in selteneren Fällen dedizierte – Server die Grundlage für die E-Commerce-Angebote. Auch Standard-Hosting-Pakete können als Grundlage für einen Webshop dienen.

Besonders groß ist die Auswahl an „1-Click-Apps“, die sich Kunden aus einer Softwarebibliothek selbst installieren können. Wer einen Webshop betreiben möchte, den der Hoster nicht anbietet, kann eine fertige Software-Appliance herunterladen. Quellen hierfür sind Bitnami oder TurnKey Linux, die eine breite Auswahl an E-Commerce-Systemen wahlweise als fertig konfigurierte Container oder virtuelle Maschinen zum Download bereitstellen.

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Tabelle: Marktanteile von Shopsystemen

Nahezu alle Systeme nutzen PHP und MySQL. Recht exotisch sind Shops auf Basis von Java (Apache OFBiz) oder Perl (InterChange). International ist Magento die meistgenutzte Shopsoftware; in Deutschland liegt Shopware seit einigen Jahren vorn (siehe Tabelle). Die Marktanteile korrelieren mit den Angeboten von Hosting-Providern. Am häufigsten vertreten sind Magento, OXID eShop, PrestaShop und Shopware. Zielgruppe sind vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Unter den 1000 größten Onlineshops in Deutschland dominieren die integrierten Systeme der ERP-Hersteller: SAP Commerce Cloud (ehemals Hybris), Oracle Commerce, IBM WebSphere Commerce, Salesforce Commerce Cloud (ehemals Demandware) und Intershop. Auf der anderen Seite nimmt die Vielfalt zu. Der Anteil kleinerer Systeme (Kategorie „Sonstige“) hat sich in den letzten beiden Jahren verdoppelt. Kein anderer Sektor konnte ähnlich stark wachsen.

Für E-Commerce-Software ist Deutschland ein Entwicklungsland im besten Sinne des Wortes. Erstaunlich viele Softwarepakete entstehen hierzulande. Neben dem Datenschutz (siehe Kasten zum Cloud Act) profitieren davon deutschsprachige Menüs, Dokumentationen und Support. Darüber hinaus besteht aber auch eine räumliche Nähe zum Kunden. Dienstleistungen oder Trainings können innerhalb einer Zeitzone und ohne Sprachbarrieren stattfinden.

Auf der anderen Seite gaukelt die große Auswahl eine Vielfalt vor, die so gar nicht existiert: Viele Pakete beruhen auf derselben (Open-Source-)Codebasis. Insbesondere osCommerce dient als Grundlage für viele Shopsysteme, beispielsweise VirtueMart, xt:Commerce oder Zen Cart. Auch von xt:Commerce gibt es Verbesserungen und Weiterentwicklungen, etwa Gambio, modified eCommerce oder commerce: SEO.

Deutschland auf gutem Weg

Dass der Markt für E-Commerce-Software auch für die Großen der Branche immer interessanter wird, zeigt die Akquisition von Magento durch Adobe im Jahr 2018. Dies führte zu Diskussionen in der Entwickler-Community, entstammt Magento doch der Open-Source-Bewegung. Bisher ist unklar, was mit dem Sourcecode passiert. Allerdings gab es auch in der Vergangenheit bereits die Wahl zwischen freier und kostenpflichtiger Variante (Magento Commerce, Abbildung 5). Wahrscheinlich wird Adobe letztere in seine als SaaS angebotene Softwarepalette integrieren und die Open-Source-Version vor allem mit Schnittstellen zu den anderen Adobe-Produkten anreichern. Ganz neu ist ein Global Player als Eigentümer für Magento nicht: Zwischen 2013 und 2015 gehörte der Softwarehersteller zu eBay.

Aus einem einfachen E-Shop werden mächtige E-Commerce-Systeme (Abb. 7). Quelle: Comarch

Bei der Frage, welcher der deutschen Top-30-Konzerne E-Commerce-Systeme anbietet, fällt der Blick schnell auf SAP. In der Tat hat die Firma mit der 2013 übernommenen Schweizer Firma Hybris ein entsprechendes Produkt im Portfolio, das insbesondere Großkunden mit bestehenden SAP-Installationen ansprechen soll. Weit weniger bekannt ist der Spezialist für elektronische Zahlungsabwicklung Wirecard, der 2018 die Commerzbank aus dem Deutschen Aktienindex DAX verdrängt hat. Zum Unternehmen gehört auch der Onlineshopbetreiber SUPR. Das ursprünglich als Erweiterung für WordPress entwickelte Produkt hat sich inzwischen zu einer runden E-Commerce-Software aus der Cloud entwickelt.

Auf dem Marktplatz

Die bekannten Marktplätze von Amazon oder eBay und Shopinstanzen bei einem Hosting-Provider schließen sich immer weniger aus, da zunehmend Schnittstellen die Verbindung zwischen beiden Welten herstellen. Neben der Listung von Waren auf den Portalen sind vor allem die Logistik-, Marketing- und Payment-Funktionen interessant, die Webshops so nicht selbst zu implementieren brauchen. Plentymarkets stellt hierfür beispielsweise Plug-ins bereit. Amazon ist aber nicht nur als Portal interessant: root360 hostet seine Shopware-Instanzen gar nicht mehr selbst, sondern betreibt sie in AWS. Auch die Softwarehersteller bedienen sich zunehmend der Plattformen der globalen Cloud-Provider. So findet sich PrestaShop in Microsofts Azure Marketplace und kann dort direkt als Dienst starten. PlusServer bietet seinen Kunden auch die Entwicklung individueller Konzepte für die Managed Public Cloud an, beginnend mit einem Anforderungsworkshop über Erarbeitung der Architektur und Migrationsplanung bis hin zu Last- und Stresstests.

Es gibt aber nicht nur Amazon und eBay. Wachsender Beliebtheit erfreut sich Rakuten. Hier installiert der Kunde keinen Shop, sondern lädt seine Produkte direkt auf den Marktplatz – vergleichbar mit einem Kaufhaus, in dem Produkte ganz unterschiedlicher Hersteller in den Regalen stehen. Rakuten stellt auch Verbindungen zwischen Shops her, beispielsweise durch einen gemeinsamen Warenkorb. Mit bepado (später in Shopware Connect umbenannt) unternahm Shopware den Versuch, einen deutschen Marktplatz zu etablieren; das Projekt wurde aber Ende 2018 eingestellt.

Vordefinierte Layouts in Form von Themes ermöglichen das Gestalten eines Shops mit wenigen Mausklicks (Abb. 8). Quelle: ePages

Neben Marktplätzen fördern Preisvergleiche und Produktportale den Verkauf. Die meisten Shopsysteme ermöglichen es, Produkte bei billiger.de oder Idealo einzustellen. Diese Portale übernehmen die Daten aus dem Onlineshop automatisch und müssen nicht eigens gepflegt werden.

Die Frage, ob es sich um einen monolithischen Webshop handelt oder unterschiedliche Systeme miteinander zu verbinden sind, bestimmt auch die Entscheidung, ob ein Warenwirtschaftssystem als Teil der E-Commerce-Software erforderlich ist. Verfügen Shopsysteme über ein integriertes Warenwirtschaftssystem, entstehen keine zusätzlichen Kosten. Ein Beispiel hierfür ist Mondo Media. Es kann aber auch von Vorteil sein, ein separates Warenwirtschaftssystem einzusetzen, das über zusätzliche Funktionen oder Schnittstellen verfügt.

Eine speziell auf E-Commerce ausgerichtete Software namens VARIO Warenwirtschaft bietet Schnittstellen zu allen verbreiteten E-Shops und den Marktplätzen von Amazon und eBay an. Für JTL-Shop existiert eine Schnittstelle (JTL-Connector), die die hauseigene Warenwirtschaft mit anderen Shopsystemen verbindet, etwa Shopify, Shopware oder PrestaShop. Das ist insbesondere dann hilfreich, wenn mehrere Shops online sind, beispielsweise für unterschiedliche Länder oder durch Firmenzusammenschlüsse.

Neben kompletten Webshops und Warenwirtschaftssystemen gibt es bei den Hostern einzelne E-Commerce-Funktionen als Service, etwa zur Onlinebuchhaltung bei 1&1 oder für elektronisches Invoicing bei Comarch. Billomat bietet die Rechnungsstellung als Cloud-Service an, der über Austauschformate mit bestehenden Applikationen zusammenarbeitet. Weitere Beispiele für die Rechnungsstellung und Buchhaltung zum monatlichen Festpreis sind Debitoor, Collmex und freeFIBU.

Internationalisierung betrifft nicht nur die Sprache der Menüs, sondern auch Gesetze und Steuern (Abb. 9). Quelle: Shopware/great2gether

Einige Systeme unterscheiden, ob der Betreiber direkt an Endkunden verkauft (Business-to-Consumer, B2C) oder an andere Unternehmen (Business-to-Business, B2B). Als Kriterien dienen spezielle Funktionen, aber auch die schiere Quantität, beispielsweise der Umfang des Sortiments. Eine klare Abgrenzung zwischen B2C und B2B gibt es nicht und der Fokus liegt meist auf den Endkunden. Grundsätzlich erfordert B2C einen größeren Funktionsumfang, etwa möglichst viele Zahlungsarten, während Firmenkunden immer auf Rechnung bestellen.

Für Zahlungsabwicklung und Logistik bieten E-Commerce-Systeme Schnittstellen zu den verbreiteten Anbietern (PayPal, Visa, DHL oder Hermes). Der Trend geht jedenfalls zu externen Dienstleistern, die über ein Interface alle Zahlungs- oder Versandmöglichkeiten abbilden. Einer der größten Payment-Provider in Deutschland ist Payone, ein Logistikdienstleister die Hamburger Firma shipcloud. B2B-Geschäfte werden eher über Schnittstellen zu den ERP-Systemen der Kunden realisiert, etwa zu SAP via Open Catalog Interface (OCI), wie es CosmoShop anbietet. OXID implementiert mehrere ERP-Schnittstellen, beispielsweise zu Microsoft Dynamics.

Da der B2B-Markt gegenwärtig stärker wächst, steht die Implementierung solcher Funktionen ganz oben auf der Prioritätenliste der Softwarehersteller. Hier vollzieht sich eine ähnliche Entwicklung wie vormals bei mobilen Endgeräten, die zuerst im Consumer-Bereich angenommen wurden, bevor sie ihre Einsatzbereiche in der Unternehmens-IT fanden.

Digitale Welt

Der Begriff „Webshop“ assoziiert zunächst den Verkauf materieller Güter. Im digitalen Zeitalter gewinnen aber virtuelle Vertriebswege an Bedeutung, beispielsweise für Videos, Musik, Dokumente oder Software, aber auch für Tickets oder Coupons. Nicht alle Softwarepakete eignen sich gleich gut dafür. Zwar entfallen Lagerhaltung, Versand und Retouren. Dafür sind spezifische Funktionen nötig, wie das Verwalten von Lizenzschlüsseln, das Generieren von Download-Links oder Vorschau- respektive Vorhör-Möglichkeiten. ShopPro stellt hierfür ein separates Modul „Downloads verkaufen“ zur Verfügung. Eine Ausnahme bilden Shopsysteme, die sich auf ein Produkt spezialisieren, beispielsweise Pictrs, eine gehostete Plattform für Fotografen.

Wer endlich sein Produkt benannt hat, für den ist die Namenssuche nicht beendet – gilt es doch, die dazu passenden Internet-Domains zu registrieren, die schon lange nicht mehr fast zwangsläufig mit .de oder .com enden. Inzwischen gibt es derart viele zusätzliche Top-Level-Domains, dass sich meist etwas Geeignetes findet. E-Commerce-taugliche Beispiele sind .shop, .store, .biz oder .market. Auch orts- oder produktspezifische Domains stehen zur Verfügung, etwa .berlin oder .bike. Die meisten Domainnamen gehören zu gehosteten E-Commerce-Paketen, anderenfalls kann man sie von anderen übertragen oder bei Spezialisten buchen. DomainFactory etwa hat hierfür mehr als 200 Top-Level-Domains im Angebot.

Auch wenn Webshops in der Regel rund um die Uhr online sind, so bieten einige Webhoster auch dafür Cloud-Abrechnungsmodelle nach genutzten Ressourcen an. Ein Beispiel ist hostNET, wo es Shopsysteme als Managed-Root-Cloud-Produkte gibt. Die Preisangabe erfolgt pro Stunde, abgerechnet wird sogar sekundengenau und es gibt keine Kündigungsfristen oder Mindestlaufzeiten. So ist es möglich, Server einzufrieren oder einen Klon anzulegen. Diese Angebote eignen sich für Tests, Softwareentwicklung oder auch E-Commerce-Angebote, die nur temporär online sind. (un@ix.de)

In iX extra 5/2019

Cloud-Computing: Sicherheit für die Daten

Daten der Cloud anzuvertrauen, birgt für Unternehmen hohe Risiken. Neben der Absicherung des Rechenzentrums und der Infrastruktur steht daher in einer Cloud-Strategie der Schutz von Daten und Anwendungen im Mittelpunkt. Zwei-Faktor-Authentifizierung, Verschlüsselung und eine Zugangskontrolle durch Cloud Access Security Broker (CASB) sind nur einige Aspekte, die es zu beachten gilt. Bei der Verarbeitung personenbezogener Daten greifen zudem datenschutzrechtliche Bestimmungen im Rahmen der DSGVO. Das iX extra gibt einen Überblick über anerkannte Sicherheitsstandards, -kontrollmechanismen und -richtlinien.

Erscheinungstermin: 25. April 2019