iX 3/2019
S. 52
Titel
Cloud-Verwaltung
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Multi-Cloud-Management mit Morpheus

Zentral gesteuert

Dienste mehrerer Cloud-Anbieter gleichzeitig zu nutzen, geht am besten mit einer Multi-Cloud-Management-Plattform. Morpheus lässt sich schnell installieren und bietet eine große Zahl von Integrationen gängiger Cloud- und Infrastrukturanbieter.

Firmen, die eine Multi-Cloud-Strategie umsetzen, stehen oft vor der Herausforderung, die in der Cloud bereitgestellten Dienste und Ressourcen effizient zu betreiben. Dabei hat sich in den letzten Jahren das zu verwaltende Portfolio an Diensten stetig erweitert. Lag der Schwerpunkt früher hauptsächlich auf der Verwaltung von virtuellen Maschinen, Netzwerken und Speichern, gilt es heute, komplexere Szenarien zu unterstützen, wie sie im Big-Data-/Analytics-, DevOps- oder IoT-Umfeld zu finden sind. Damit verbundene Services umfassen Containerdienste wie Docker Swarm oder Kubernetes, DNS-Dienste und Load Balancer, SQL- und NoSQL-Datenbanken, Identity Management, Continuous Integration und Delivery, Logging, Monitoring, Backup und Automatisierungstools wie Ansible, Chef oder Puppet.

Eine Cloud-Management-Plattform sollte eine möglichst große Bandbreite davon anbieten, vor allem bei den großen Public-Cloud-Providern wie AWS, Microsoft Azure oder Google. Aber auch die Integration von privaten Clouds ist gefragt. Viele Firmen betreiben erfolgreich interne VMware-, Microsoft-, OpenStack-basierte oder andere Private-Cloud-Dienste.

Cloud-Management-Plattformen bieten Nutzern eine einheitliche Schnittstelle, unabhängig vom tatsächlichen Diensteerbringer. Damit verbunden ist die Bereitstellung eines Self-Service-Katalogs, mit dessen Hilfe Benutzer selbstständig Ressourcen provisionieren können – was nicht heißt, dass alle Benutzer komplett frei in der Auswahl sind.

Eine relativ neue Cloud-Management-Plattform ist Morpheus. Der Anbieter Morpheus Data ist 2014 aus einem internen Projekt des US-amerikanischen Risikokapitalgebers Bertram Capital hervorgegangen. Das Projekt ist seit 2010 im Einsatz, um DevOps-Initiativen von rund zwanzig Start-ups aus dem Portfolio des Venture-Kapitalisten zu unterstützen. Zurzeit hat das Unternehmen etwa fünfzig Mitarbeiter und konkurriert mit seiner Plattform mit Unternehmen wie Flexera, VMware oder ServiceNow. Das Analystenhaus Gartner positioniert Morpheus Data als führendes Unternehmen in seinem im Dezember 2018 veröffentlichten Magic Quadrant für Cloud-Management-Plattformen.

Morpheus ist als on Premises installierbares Produkt konzipiert und steht noch nicht als SaaS-Angebot zur Verfügung. Allerdings können Serviceprovider es lizenzieren und ihren Kunden als gehostete Umgebung bereitstellen. Morpheus integriert verschiedene Public-Cloud-Anbieter und klassische Virtualisierungsinfrastrukturen – Grund genug, das Produkt genauer unter die Lupe zu nehmen.

Einfache Installation

Die Installation von Morpheus gestaltet sich einfach und geht schnell von der Hand. Im trivialsten Fall kommt sie mit einem einzigen Server aus, auf dem alle notwendigen Komponenten installiert sind, um virtuelle Maschinen, Container und Cloud-Anbieter zu verwalten. Morpheus erwartet ein Linux-Betriebssystem (Ubuntu, CentOS oder Red Hat Enterprise Linux). Die Hardwareanforderungen sind überschaubar: Für eine Standardinstallation genügen 16 GB RAM und 200 GB Plattenspeicher. Eine Verbindung der Morpheus Appliance ins Internet ist nur optional erforderlich, was sich für die Verwaltung einer unternehmensinternen Infrastruktur als positiv erweist. Besteht die Absicht, Public-Cloud-Anbieter einzubinden, ist der Internetzugriff natürlich notwendig. Die Installation erfolgt mit wenigen Befehlen in weniger als 30 Minuten. Nach dem Abschluss der Installation ist die Morpheus Appliance einsatzbereit. Sie ist auf Basis mehrerer Open-Source-Komponenten aufgebaut: MySQL zur Datenspeicherung, Redis als Cache, Elasticsearch zum Speichern von Protokollen und Metriken sowie nginx und Tomcat zur Bereitstellung der eigentlichen Applikation und des Web-Frontends. Für den Betrieb einer integrierten Remote-Konsole setzt Morpheus auf Apache Guacamole.

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