iX 4/2019
S. 94
Report
Cloud-Computing
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Herausforderung Cloud-zu-Cloud-Migration

Den Umzug meistern

Es gibt viele Gründe, den Cloud-Anbieter oder das Cloud-Modell zu wechseln. Eine Migration ist aber kein leichtes Unterfangen. Ausgehend von den zugrunde liegenden Daten gibt es verschiedene Migrationsmöglichkeiten.

Die Frage ist längst nicht mehr, ob, sondern welche Dienstleistungen wann aus einer Cloud bezogen werden sollen und welche Systeme, Services und Applikationen sich am besten dafür eignen. Unternehmen können sich durch das Auslagern von Infrastruktur- und Betriebsdienstleistungen auf ihre Kernkompetenzen wie Softwareentwicklung oder Kernbusinessprozesse konzentrieren. Sie profitieren neben den dadurch frei werdenden personellen Kapazitäten in den Kernbereichen auch von der agilen Bereitstellung der Services durch Self-Service, Automatisierbarkeit und Pay-per-Use. Um in dieser dynamischen Welt bestehen zu können und der Erwartungshaltung gegenüber Applikationsentwicklung und Softwarebetrieb gerecht zu werden, müssen Softwareentwicklung und Operations heute nach DevOps-Grundsätzen zusammenarbeiten und ein gemeinsames Ziel vor Augen haben: den Kundennutzen.

Bevor sich ein Unternehmen für eine passende Cloud für seine Daten und Applikationen entscheidet, sollte es sich darüber im Klaren sein, welche Implikationen die Auswahl mit sich bringt. Wie kann die Nutzung von Open Source im Unternehmen ein Vendor-Lock-in in der Cloud vermeiden? Welche Standorte kann der Cloud-Provider anbieten? Ist der präferierte Standort dabei? Bietet der Cloud-Provider alle Technologien, die wichtig sind? Wie groß und verlässlich ist der Anbieter? Und was passiert, wenn er die Cloud nicht mehr weiterbetreibt? Gelangt das Unternehmen ohne großen Aufwand an seine Daten?

Wenn es um die Auswahl Public oder Private Cloud geht, ist es meist so, dass eine Public Cloud mehr Flexibilität im Sinne von höherer Skalierbarkeit, mehr Funktionen und einer größeren Auswahl von peripheren Systemen bietet. Die Private Cloud hingehen ist für Branchen mit hohen Sicherheitsanforderungen interessant, in denen die Umgebungen physisch voneinander getrennt sein müssen. Aber eine Private Cloud kann langfristig auch die günstigere Alternative zur Public Cloud sein, insbesondere wenn die benötigten Ressourcen im Vorfeld mehr oder weniger genau feststehen und keine großen Leistungsspitzen wie beim Weihnachtsgeschäft zu erwarten sind.

Aus diesem Grund nutzen viele große Unternehmen heute eine Multi-Cloud-Strategie: Je nach Anforderung, Budget und Langfristigkeit wird eine Public und/oder Private Cloud genutzt.

Die Motive für die Auswahl eines Cloud-Providers sind verschieden. Viele Nutzer gelangen über günstige Angebote oder Testzugänge zu AWS, Google Cloud oder Microsoft Azure. Andere entscheiden sich für einen alternativen oder regionalen Anbieter, da sie einen Standort in der Nähe und persönlichen Kontakt schätzen. Wie auch immer die ursprüngliche Entscheidung gefällt wurde, ob nach Preis, Zuverlässigkeit, einfachem Zugang, Sicherheitsanforderungen oder Kompatibilität entschieden wurde – die Ausgangslage kann sich in der Zwischenzeit verändert haben. Vielleicht hat sich die Architektur der Applikation oder der Geschäftsanforderungen so geändert, dass ein Wechsel des Anbieters notwendig ist. Oder die Entscheidung des Cloud-Providers erfordert es, sich nach Alternativen umzuschauen.

Auf Veränderungen reagieren

Gründe für einen Wechsel von Cloud zu Cloud kann es genauso viele geben wie für die erstmalige Migration in die Cloud. Lock-in-Mechanismen sind ein wichtiger Aspekt bei der Auswahl eines Cloud-Providers. Die Vorteile des neuen Cloud-Anbieters sollten größer sein als die Kosten der Cloud-zu-Cloud-Migration.

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