iX 4/2019
S. 76
Review
Webentwicklung
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Rapid Development mit Wisej 2.0

Umbauarbeiten

Webanwendungen entwickeln ohne tiefe Kenntnisse von HTML5, CSS3 oder JavaScript – mit dem Framework Wisej soll das möglich sein. Auch die schnelle Migration von Legacy-Anwendungen aus dem .NET-Universum ins Web verspricht der Hersteller.

Webapplikationen laufen plattformunabhängig und ohne Installation in jedem Browser und auf jedem Gerät. Unzählige Techniken, Frameworks und Bibliotheken buhlen um die Gunst des Entwicklers. Trotzdem bleibt es oft kompliziert. Das Framework Wisej der amerikanischen Ice Tea Group verspricht eine effektive Entwicklung von Business-Webanwendungen ohne den mühsamen Einsatz von HTML5, CSS3 und JavaScript. Stattdessen gibt es einen komfortablen Designer, und den Code schreibt man in C# oder Visual Basic .NET. Ganz frisch ist die Release 2.0.

Bei einer neuen Businessapplikation stellt sich zunächst die Frage nach dem Anwendungstyp. Konkurrierend stehen sich die klassische Desktop- und die Webanwendung gegenüber. Beide haben Vor- und Nachteile. Das Ende des Desktops wurde schon oft vorhergesagt. Dennoch werden immer noch neue Projekte auf dieser technischen Basis gestartet. Die Gründe dafür sind vielfältig, zum Beispiel:

 vollständiger Systemzugriff mit einem uneingeschränkten Zugriff auf die Hardware des Rechners;

 hohe Performance, da die ausführbaren Programme auf dem lokalen Rechner liegen;

 systemkompatible Gestaltung der Benutzerschnittstelle;

 etablierter und effektiver Entwicklungsprozess mit ausgereiften Tools und Frameworks;

 ein riesiger Fundus an Altapplikationen und damit wiederverwendbaren Quellcodes.

Dem gegenüber stehen die Webapplikationen. Ihre Vorzüge:

 keine Softwareinstallation auf dem Rechner, ein aktueller Browser genügt in der Regel;

 plattformübergreifende und geräteunabhängige Ausführbarkeit;

 Mehrbenutzerfähigkeit.

Der Trend geht seit einiger Zeit in Richtung der deutlich flexibleren Webapplikationen. Bei der Entwicklung einer solchen Anwendung stehen Unternehmen oft vor folgender Situation: Viele Entwicklungsprojekte starten nicht auf der sprichwörtlichen grünen Wiese. Meist gilt es, Altanwendungen auf den aktuellen Stand zu bringen. Diese Applikationen laufen seit Jahren, dennoch wird die Unausweichlichkeit einer umfassenden Sanierung immer deutlicher.

Aus alt mach neu

Notwendige Programmanpassungen und Fehlerkorrekturen lassen sich kaum noch umsetzen. Die verwendeten Programmiersprachen und Frameworks sind oft veraltet. Nicht selten findet man darunter noch Anwendungen, die mit Visual Basic 6 (VB6), also noch vor der .NET-Ära erstellt wurden. Die Benutzeroberfläche sieht nicht mehr zeitgemäß aus. Technisch besser, aber oft mit einem ebenso großen Modernisierungsbedarf verbunden sind Windows-Forms-Anwendungen, klassische Desktop-Applikationen auf der Basis von .NET.

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