iX 7/2019
S. 128
Praxis
Softwareentwicklung

Inner Source: Open-Source-Prinzipien im Unternehmen anwenden

Gemeinsam statt einsam

Isabel Drost-Fromm, Johannes Tigges, Michael Dorner, Maximilian Capraro, Christian Kirsch

Wenn Regeln für die unternehmensinterne Softwareent­wicklung wie strikte Abschottung der Teams zu Schwierig­keiten führen, können Open-Source-Prinzipien helfen. Diesem „Inner Source“-Vorgehen folgen mittlerweile einige große Unternehmen.

Grenzen zwischen Modulen sind in einer idealen Welt der Softwareentwicklung eindeutig und klar. Es gibt keine Überschneidungen oder Abhängigkeiten zwischen den für sie jeweils komplett verantwortlichen Teams. So weit die schöne Theorie. In der Praxis lassen sich Grenzen zwischen Modulen manchmal nur schwer definieren oder die Weiterentwicklung führt dazu, dass ehemals klare Grenzen verschwimmen.

Folglich bleiben die Entwicklungsteams nicht mehr völlig unabhängig voneinander, ihre Aufgaben beginnen sich zu überschneiden und es entstehen Abhängigkeiten von der Arbeit anderer Gruppen. Dazu kommen häufig Softwareteile, die mehr als ein Team benötigt. Das erforderliche teamübergreifende, gemeinsame Arbeiten an einem System stößt in Unternehmen jedoch oft auf Schwierigkeiten. Gründe dafür liegen in der für Firmen typischen Abschottung der Einzelprojekte voneinander und in der Idee, eine Gruppe müsse vollständig autonom über ein Teilsystem entscheiden. Diese Isolierung verhindert zudem, dass sich Nutzer an der Entwicklung der von ihnen verwendeten Produkte, etwa APIs, beteiligen. Dieses Potenzial geht verloren, und die Nutzer sind frustriert, wenn sie keine Verbesserungen anstoßen können.

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