iX 2/2021
S. 80
Report
Atlassian-Cloud

Atlassian zwingt Kunden in die Cloud

Wissens-Upload

Markus Feilner

Ab Februar wird Atlassian keine neuen Lizenzen für seine Serverprodukte mehr verkaufen und keine neuen Funktionen mehr für diese entwickeln. Viele Kunden sind darüber gar nicht glücklich.

Kunden von Atlassian fanden im Oktober 2020 folgenden Text im News­letter: „Wir möchten uns darauf kon­zentrieren, dir eine erstklassige Cloud-Erfahrung zu bieten. Aus diesem Grund beenden wir den Verkauf und Support unserer Server-Lizenzen.“ Der Anbieter, der vielen Anwendern von seinen Produkten Confluence (Wiki), Jira (Ticketmanagement) oder Trello (Kanban-Projektmanagement) bekannt ist, gibt seinen Kunden noch drei Jahre Zeit, den Schritt in die Atlassian-­Cloud zu machen. Damit geht auch eine satte Preiserhöhung einher: 15 Prozent mehr kostet die Verlängerung der meisten Datacenter-Angebote ab Februar 2021 und Neueinsteiger will man wohl von vornherein abschrecken, anders lassen sich die 140 Prozent Preissteigerung für Kunden mit 1000 Anwendern nicht erklären.

Nun ist Atlassian im Umfeld der Softwareentwicklung so etwas wie Microsoft bei den Betriebssystemen, auch wenn die Firma aus Sydney 2020 „nur“ gut anderthalb Milliarden US-Dollar Umsatz machte. In der Breite des Angebots liegt fast schon ein Vendor Lock-in, in der Integrationstiefe der Vorteil am Markt: Jira, Confluence, Trello oder die hinzugekauften oder angeflanschten Bamboo, Bitbucket, Slack, Opsgenie und Statuspage sind für viele Entwicklungsabteilungen unverzichtbar. 

Kommentare lesen (3 Beiträge)