Make Magazin 3/2020
S. 120
Bücher

hello world Handbuch

Praxisleitfaden für Einstiegsworkshops in Technik, Robotik und Coding

Die hello-world-Workshops (hellohelloworld.org) sind 2017 als Ergänzung zu den Hackathons von Jugend hackt entstanden, um zusätzlich speziell auch Kinder und Jugendliche zu erreichen, die erst wenig Erfahrung im kreativen Einsatz von Technik bei eigenen Projekten haben. Das Handbuch zu diesen Veranstaltungen liegt in der zweiten Auflage als kostenloses PDF vor und soll die zielgruppengerechten und praxiserprobten Workshopkonzepte und Materialien der Initiative zugänglich machen – eingeflossen sind die Erfahrungen von über 100 Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen.

Das Handbuch richtet sich laut Einleitung an „Pädagog*innen und Sozialarbeiter*innen, Jugendzentren, Bibliotheken und andere außerschulische Bildungs- und Kultureinrichtungen“ sowie an „Aktivist*innen aus dem technologischen Bereich, die Kinder und Jugendliche in der Bildung ihrer technischen Fertigkeiten unterstützen möchten“. Sie alle finden im Handbuch über 30 einzelne, knapp beschriebene Workshopmodule ohne und mit Technik wie Löten, 3D-Druck, Arduino und Ozobot, dazu Ideen, wie sich aus den Modulen größere Workshops stricken lassen, und viele praktische Tipps für die Organisation eigener Veranstaltungen. pek

Zur Sache, Experten!

Sachbuch schreiben und vermarkten / Eine 10-Schritte-Anleitung

Bücher über Maker-Themen werden in der Regel von Makern geschrieben und nicht von professionellen Autoren. Das ist übrigens bei vielen Sachbüchern zu Expertenthemen so. All denen, die als Quereinsteiger vom Fach plötzlich ein Buchprojekt in der Mache haben, hilft die 10-Schritte-Anleitung von Daniela Pucher auf motivierende Weise. Sie behandelt dabei den ganzen Prozess der Entstehung eines Sachbuchs (komplett unabhängig von dessen Thema) von der Konzeption, der Schärfung von Stoff und Zielgruppe bis hin zum Marketing des fertigen Buchs – so wundert es nicht, dass das eigentliche Schreiben und Überarbeiten des Textes nur die Schritte 6 und 7 umfasst. Ohne es selbst praktisch probiert zu haben, bekommt man beim Lesen aber durchaus das Gefühl, es könne nach der systematischen Vorbereitung in den vorangegangenen Schritten beim Schreiben eigentlich gar nicht mehr so viel schiefgehen …

Auch wenn die Einleitung das Schreiben eines Sachbuches vor allem als Königsdisziplin für die Selbstvermarktung als Experte betont (was etwa für die Trainer-Szene interessant ist, bei Makern vielleicht weniger), sind die praktischen Tipps und Methoden dieser Anleitung Gold wert für alle, die vorhaben, ihr Fachwissen in ein Buch oder einen sonstigen längeren Text zu gießen. Man möchte sich nach der Lektüre am liebsten gleich ein Thema suchen und loslegen. pek

Akkus für jeden Zweck

Auswahl und Pflege für Smartphone, Spielzeug und Co

Moment mal – gab es da nicht gerade ein Buch über Akkus vom selben Verlag? Doch, aber während sich das in Make 6/19 besprochene Werk von Ulrich Passern speziell den Akkus für den Modellbau widmete, ist das vorliegende Buch viel breiter angelegt und reicht tatsächlich vom Haushaltsakku in der Bauform üblicher Batterien über Powerbanks, Notebook- und Smartphone-Akkus bis hin zu – klar – LiPos einerseits, aber andererseits auch bis zum Elektroauto.

Informativ sind die Kurzporträts der einzelnen Akkutypen mit Tabellen etwa zu minimalen Entladespannungen und Selbstentladung; daneben nimmt aber auch die Ladetechnik einen breiten Raum ein – hier werden Ladegeräte für die verschiedenen Akkutypen anhand konkreter Produkte ausführlich vorgestellt, noch dazu nach Preisklassen sortiert. Apps zur Ladungsüberwachung auf dem Smartphone sind ebenso Thema wie die Frage, ob man einem betagten Notebook lieber einen frischen Originalakku spendiert oder eine günstige Austauschtype. Liest man das Buch von vorne bis hinten durch, geht manchmal der rote Faden verloren und es fallen Redundanzen auf – aber das Buch ist offenbar auch eher zum Nachschlagen gedacht (wobei das mit sechs Seiten sehr ausführliche Inhaltsverzeichnis nützlich sein dürfte). Ein passendes Buch für alle, die nicht täglich mit Akkus zu tun haben, aber mit ihnen trotzdem gut umgehen wollen. pek

Das 1-Wire-Praxisbuch

Einführung in die 1-Wire-Technologie

Wie der Name schon verrät, kommt die serielle Schnittstelle One-Wire mit nur einer Datenleitung aus. Über sie kommunizieren etwa Temperatursensoren und Echtzeituhren und auch in Schließanlagen findet man One-Wire-Chips. Wie das Master-Multi-Slave-System funktioniert, wird in diesem Buch erläutert (und leider an diesen Begriffen festgehalten, obwohl die menschenfeindlichen Kolonialzeiten lange vorbei sind).

Los geht es mit einem kompakten Einstieg in die Theorie. Der Schwerpunkt liegt aber auf der Praxis für den Hausgebrauch: Verschiedene Bauteile werden zunächst beispielhaft beschrieben. Um sie in der Praxis zu erproben, stellt der Autor anschließend zwei Demo-Boards samt Firmware vor – eine Arduino-Variante und ein Assembler-System mit PIC-Mikrocontroller. Zum Abschluss gibt es noch etwas komplexere Projekte und einen Ausblick auf spezielle Evaluation Boards für One-Wire-Chips.

Wie versprochen werden die Bauteile und Softwarebeispiele bis ins Detail mit Bytes und Subroutinen ausführlich erklärt. Um die Projekte nachvollziehen zu können, muss der Leser aber einige Kenntnisse mitbringen. So wird etwa das Löten und Programmieren der Boards an keiner Stelle erklärt. Einsteiger wird das Buch daher schnell überfordern, auch wenn die Arduino-Beispiele übersichtlich gekennzeichnet sind. Eher Deko sind ferner die recht dunklen Bilder, auf denen nicht viel zu erkennen ist. hch

Programmieren supereasy

Einfacher Einstieg in Scratch 3.0 und Python

Die sechs Autorinnen und Autoren dieses Buchs arbeiten entweder in den Medien oder im akademischen Bereich und beschäftigen sich alle schon sehr lange mit der Wissensvermittlung im Bereich Coding. Der hier vorliegende Einstieg braucht wenig Text und ist gut nachvollziehbar. Jedes Übungsbeispiel und jede Erklärung ist mit Screenshots und Grafiken reich bebildert. Erklärungen, die zu den einzelnen Programmzeilen gegeben werden, sind kurz und klar verständlich.

Zu Beginn des Buches werden die Grundlagen des Programmierens erläutert. Auf sechs Seiten erklären die Verfasserinnen, was ein Programm ist, wie das Denken in Algorithmen funktioniert, welche wichtigen Programmiersprachen es gibt und wofür sie eingesetzt werden. Nach den Grundlagen folgt die Einführung in Scratch. In deren Rahmen werden Begriffe wie Variable, String, Verzweigungen, boolesche Ausdrücke und Schleifen erklärt. Die drei Übungen steigen zwar vom Niveau her recht schnell an, bleiben aber nachvollziehbar.

Mit dem nächsten Abschnitt – der Programmierung in Python – schaffen die Autorinnen und Autoren den Übergang zur Programmierung mit Textbefehlen. Hier zeigen sie die Arbeit in der IDLE-Umgebung und übertragen das im vorherigen Abschnitte erworbene Wissen auf Python. Gerade für dieses Thema nehmen sie sich viel Raum, was den Übergang erleichtert. Danach gehen sie auf die Unterschiede zwischen dem Code- und dem Shell-Fenster in IDLE ein und zeigen, welches Fenster für welche Art der Programmierung sinnvoll ist.

Auf den folgenden Seiten werden die zuvor eingeführten Coding-Begriffe ausführlicher für das textbasierte Programmieren erklärt. Dazu kommen dann noch die Themen Binärsystem, ASCII und Unicode und Logikgatter. Zum Schluss werden Prozessoren, Speicher, Betriebssysteme und das Internet erklärt. Alles in allem verbindet dieses Buch viele verständliche und solide aufbereitete Informationen, die für Kinder ansprechend dargestellt sind. esk