Make Magazin 5/2020
S. 90
Make
Reingeschaut

Berührungsloser Seifenspender

Für knapp 7 Euro ist ein batteriebetriebener automatischer Seifenspender mit Bewegungssensor erhältlich, der erstaunlich gut ohne Tropfen und Kleckern funktioniert. Wir haben reingeschaut.

von Michael Gaus und Miguel Köhnlein

Der hier gezeigte Seifenspender wird unter dem Namen Sagrotan No Touch vermarktet. Die benötigten zwei Mignon-Batterien sowie 250ml Flüssigseife sind bereits im Lieferumfang enthalten. Erhältlich sind die Sets mit unterschiedlichen Duftnoten ab 6,95 Euro in Drogeriemärkten, Apotheken und im Online-Versandhandel. Trotz des geringen Preises steckt in dem kleinen Gerät erstaunlich viel Technik.

Der Seifenbehälter 1 wird kopfüber mit dem Deckel nach unten in das Gerät eingesteckt, bis er mit einem leichten Klicken hörbar einrastet. Die Seife wird über eine Öffnung 2 am Ausleger des Gehäuses direkt in die darunter gehaltene Hand gepumpt. Um eine berührungslose Auslösung zu ermöglichen, sendet die Infrarot-Sendediode 3 zyklisch Infrarot-Impulse aus. Diese treffen normalerweise auf einen IR-Empfänger 4, der sich hinter dem tropfenförmigen Sichtfenster befindet.

Das kleine schwarze Teil vorn 4 ist der IR-Sensor.

Sobald man jedoch eine Hand unter die Ausgabeöffnung des Seifenspenders hält, wird der IR-Strahl unterbrochen und dies dann von der Elektronik erkannt. Dadurch wird der Motor gestartet, der über Zahnräder die Pumpe antreibt. Diese transportiert über einen Transport-Kanal 5 die durch die Eintrittsöffnung 6 angesaugte Seife nach oben bis zur Austrittsöffnung. 

Eines der Zahnräder betätigt nach einer vollen Umdrehung einen Mikroschalter, in dessen Folge der Motor stoppt 7. Auf diese Weise wird eine definierte Seifenmenge abgegeben. Der Mechanismus funktioniert in der Praxis sehr gut und sauber, es tropft nichts nach. 

Auf der Steuerplatine befindet sich ein Mikrocontroller mit 8 Pins, leider ohne Aufdruck auf dem Gehäuse. Daher wird man ihn kaum für andere Zwecke benutzen können. Der Platz reicht aber für andere Controllerplatinen aus.

7 
Der Motor (links) treibt über Zahnräder die Pumpe an. Sie saugt über das mittlere Rohr die Seife an und gibt sie über den Schlauch wieder von sich. Der Mikrocontroller sitzt zusammen mit dem Mikroschalter zur Erkennung einer Zahnradumdrehung auf einer kleinen Platine. 

Die Elektronik wird direkt mit der 3V-Batteriespannung aus den beiden Mignon-Zellen versorgt. Vor dem Wechsel des Seifenbehälters sollte man den Ausschalter betätigen, damit während des Austauschs nicht aus Versehen ein Trigger-Impuls ausgelöst wird.

Im Grunde enthält der Seifenspender viele Bauteile, die auch für den berührungs-losen Handwasch-Timer aus der Make 3/20 (ab Seite 68) nötig sind. Da bietet sich an, beides zu kombinieren. Noch verlockender wird dies, wenn man das herstellerseitig nicht vorgesehene Nachfüllen des leeren Seifenbehälters durch einen kleinen Umbau eines leeren Behälters nachrüstet. Dann kann man sogar die persönliche Wunsch-Flüssigseife verwenden. Die genaue Vorgehensweise ist im Artikel „Berührungsloser Seifenspen-der mit Handwasch-Timer“ beschrieben. —hgb

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