Technology Review 1/2016
S. 70
Fokus
Medizin

Junges Blut für alternde Gehirne

Als Forscher alten Mäusen das Blut junger Tiere spritzten, stieg deren geistige Leistungsfähigkeit. Ob sich damit auch Demenz beim Menschen behandeln lässt, sollen nun klinische Studien klären.

An einer viel befahrenen Straße am Rande Münchens fiel im April 2014 einem Streifenpolizisten ein geparkter VW Sharan auf, dessen Hauptuntersuchung mehrere Monate überfällig war. Über das Kennzeichen identifizierte der Wachmann als Besitzer einen 83-jährigen Rentner. Der konnte sein Glück kaum fassen. Er hatte am Heiligabend des Vorjahres vergessen, wo er sein Auto geparkt hatte, und die Suche längst aufgegeben.

Erinnerungslücken erleben natürlich auch jüngere Personen. Aber mit dem Alter nehmen Anzahl und Heftigkeit solcher Episoden zu. Und bei Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer gehört der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses zu den ersten Symptomen. Eine ursächliche Behandlung solcher Demenzen gibt es derzeit noch nicht – es können allenfalls die Symptome verzögert werden.