Technology Review 11/2016
S. 14
Aktuell

Verkehr

Elektrobus für Langstrecken

Dieser Elektrobus schafft 560 Kilometer mit einer Batterieladung. Foto: Proterra

Der kalifornische Elektrobus-Pionier Proterra hat mit dem Catalyst E2 ein neues Modell vorgestellt, das mit einer Batterieladung rund 560 Kilometer weit kommen soll. Ermöglicht wird das durch von Proterra selbst entwickelte Batterien, die bis zu 660 Kilowattstunden Energie speichern können und dennoch in drei bis fünf Stunden wieder voll aufgeladen sind. Das Unternehmen setzt dabei auf nanostrukturiertes Lithium-Titanat, das die ansonsten in Lithium-Akkus übliche Graphit-Anode ersetzt. Das Material ist brandsicher, ermöglicht hohe Leistungsdichten und viele Ladezyklen, aber nur moderate Energiedichten.

Ein Catalyst E2 mit 40 Sitzen soll 799000 Dollar kosten, das ist mehr als das Doppelte eines Busses mit Dieselantrieb. Demgegenüber sollen jedoch entsprechende Einsparungen beim Betrieb stehen. Bereits 2017 sollen die ersten Catalyst E2 im Linienverkehr und in Städteverbindungen zum Einsatz kommen. In Deutschland gab es Ende 2015 31 Pilotprojekte mit Elektro- und Hybridbussen, die allerdings nur im Stadtverkehr unterwegs sind. WOLFGANG STIELER

vergehen in Europa und im Mittleren Osten im Durchschnitt, bis ein Angriff durch Schadsoftware entdeckt wird. Das hat die IT-Sicherheitsfirma Mandiant nach eigenen Angaben ermittelt. Weltweit liegt der Schnitt lediglich bei 146 Tagen. Laut „Data Breach Report“ von Verizon wird lediglich ein Viertel aller Computerangriffe innerhalb „weniger Tage“ entdeckt.

VERKEHR

Mitfahrgelegenheit per Parkbank

Diana Mauksch wartet auf der Mitfahrerbank in Speicher auf eine Mitfahrt. Foto: Harald Tittel/ Dpa Picture- Alliance

Auf dem Land von A nach B zu kommen ist gar nicht so einfach, wenn man kein Auto hat. Der Bus fährt nur einmal in der Stunde, in Online-Mitfahrzentralen kommen die Fahrziele nicht vor. Der Einkauf im nächsten Ort oder der Arztbesuch ist gerade für ältere Menschen daher oft umständlich. Die Kleinstadt Speicher in der Eifel hat mit der „Mitfahrerbank“ eine Lösung gefunden, die ohne das Internet auskommt und auf die Mithilfe der Autofahrer in der Region setzt.

An den Ausfallstraßen des 3500 Einwohner großen Ortes wurden türkisfarbene Bänke aufgestellt. Wer mitgenommen werden möchte, setzt sich darauf. Auf dem umklappbaren Schild daneben zeigt der Mitfahrer die gewünschte Richtung an. Kommt ein Autofahrer vorbei, der dieselbe Route hat oder einen kleinen Umweg machen kann, nimmt er den Bänkler mit. Oftmals kennen sich Fahrer und Mitfahrer auch persönlich.

Inzwischen gibt es 13 Bänke – fünf in Speicher, die restlichen in den umliegenden Orten. So soll auch die Rückfahrt gesichert sein. „Auf der Mitfahrerbank vor dem Rathaus Speicher sitze ich durchschnittlich drei bis fünf Minuten, bis mich jemand zum Bahnhof mitnimmt“, lässt Ursula Berrens vom Caritasverband Westeifel in Bitburg wissen. Sie hatte vor zwei Jahren die Idee zu der Initiative. Mehrfach wurde die „Mitfahrerbank“ bereits in anderen Gemeinden übernommen, zuletzt im baden-württembergischen Graben-Neudorf. JENNIFER LEPIES