Technology Review Special 2016
S. 68
Digital
Blockchain

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Ein gefeiertes Blockchain-Projekt scheiterte krachend, soziale Medien waren voller Hass und Lügen, der Konflikt zwischen Überwachung und Freiheit kochte wieder hoch, mit neuen Kameras können Amateure 360-Grad-Videos aufnehmen, und die künstliche Intelligenz zeigte, wie gut sie derzeit wirklich ist.

Foto: Christof Schuerpf/Keystone/Laif
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Brüche in der Blockchain

Bitcoins und ähnliche Konzepte sind weitaus mehr als digitales Geld – sie können die Vertragswerke der Zukunft werden. Auch ein peinlicher Rückschlag im vergangenen Jahr dürfte die Technologie langfristig nicht aufhalten.

Wer den Schaden hat, muss für den Spott bekanntlich nicht sorgen. Diese Erfahrung machten im zurückliegenden Jahr auch die Köpfe hinter einem ambitionierten Internetprojekt namens „The DAO“, das die ohnehin angesagte Idee von Blockchains und digitalen Währungen noch weiter treiben sollte. Das Vorhaben scheiterte krachend – und doch könnte sich in diesem Zusammenhang noch ein weiteres Sprichwort bewahrheiten: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Aber der Reihe nach. Im Jahr 2009 veröffentlichte eine Gruppe oder Person unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ein Konzept für ein System, das mithilfe raffinierter Verschlüsselungsverfahren sichere digitale Zahlungen ermöglicht, und zwar ohne jede zentrale Instanz. Die Rede ist natürlich von Bitcoin. Das Rückgrat der Währung ist die sogenannte Blockchain – eine Datei, in der sämtliche Bitcoin-Transaktionen festgehalten werden. Fälschungen werden dadurch verhindert, dass alle Teilnehmer des Systems die Blockchain kryptografisch überprüfen können, wofür sie als Belohnung selbst kleine Zahlungen erhalten.