Technology Review Special 2016
S. 76
Digital
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Foto: Jonno Rattman

Freiheit oder Sicherheit?

Müssen IT-Unternehmen staatliche Stellen beim Zugriff auf Daten ihrer Kunden unterstützen? Ein Streit zwischen Apple und dem FBI ließ diese Frage 2016 hochkochen. Sie wird jetzt hoffentlich ehrlicher beantwortet.

Das FBI wollte 2016 Zugang zum verschlüsselten iPhone eines Terroristen, der im US-amerikanischen San Bernardino 14 Menschen getötet hatte. Apple aber verweigerte die technische Hilfe dafür. Der Kampf der beiden war weit mehr als nur ein medienträchtiger Streit der IT-Industrie mit den Sicherheitsbehörden. Mit ihm flammte die alte Auseinandersetzung über die Frage wieder auf, unter welchen Bedingungen Unternehmen staatlichen Stellen Zugriff auf die Kommunikation und Daten ihrer Kunden gewähren müssen.

Nach den Snowden-Enthüllungen im Jahr 2013 verbesserte Apple schrittweise die Sicherheit seiner Geräte. Weitere Hersteller und App-Anbieter zogen nach, sodass US-Ermittler die passwortgeschützte Technik nicht mehr einfach knacken können. Apple und andere Unternehmen entschieden also, die Privatsphäre ihrer Kunden weltweit über das Aufklärungsinteresse des Staates zu stellen. Dabei handelt der Staat durchaus im Interesse seiner Bürger, wenn er schwere Straftaten aufklären will. FBI-Direktor James Comey warnte, dass die Kriminellen nun „ins Dunkle“ abtauchen könnten.