Technology Review 9/2016
S. 92
Fokus
Wearables

Ganz Ohr

Kopfhörer können längst viel mehr als nur den Schall übertragen. Sie eignen sich als Fitnesstracker, Übersetzer, Coach oder Navi.

Vieles spricht dagegen, dass Wearables irgendwann Smartphones ablösen werden (siehe Seite 88). Und doch auch einiges dafür – zum Beispiel zwei kleine Ohrstöpsel des Münchner Start-ups Bragi. Sie sind der prominenteste Beleg dafür, dass intelligente Digitaltechnik nicht unbedingt einen Bildschirm braucht. Der „Dash“ sieht aus wie ein normaler Ohrhörer – mit der Besonderheit, dass die beiden Stöpsel weder untereinander noch mit anderen Geräten per Kabel verbunden sind. Mehr noch: Der Dash ist ein kompletter Computer im Ohr, mit 23 Sensoren und vollständigem Betriebssystem.

Ohrhörer sind heutzutage Minicomputer und werden vielleicht schon bald mit dem Smartphone konkurrieren. Foto: Here

Entsprechend vielfältig sind die Einsatzmöglichkeiten: Ganz ohne Smartphone spielt der Ohrhörer nicht nur Musik ab, sondern dient auch als Fitnesstracker mit Audio-Feedback beim Laufen, Radfahren und sogar – weil wasserdicht – Schwimmen. Steuern lässt er sich dabei durch Tipp- und Wischgesten auf einem im Ohrhörer integrierten Touchfeld. Um allerdings Telefonate zu führen oder Sprachsteuerung wie Siri oder Google Now zu nutzen, ist die Verbindung mit einem Smartphone bislang noch notwendig.