Technology Review 9/2016
S. 6
Leserbriefe

Leserbriefe

Zu „Guten Appetit“ (8/2016)

Wem es schmeckt...

Herzlich gelacht über die Bildunterschrift auf Seite 53: „Was aussieht wie ein Anfängerset für den Komposthaufen, sind die Zutaten für ein Insektenmenü.“ Guten Appetit!

Michael Rieken

zu „Böse Überraschung“ (7/2015)

Hardware mit Hintertür

Ich begrüße es sehr, dass der Irrglaube, dass Hardware nicht manipulierbar ist, hinterfragt wird. Jedoch scheinen mir bei der Analyse ein paar Dinge nicht beachtet worden zu sein. Hardware verwendet immer mehr softwareähnliche Komponenten in der Hardware. Diese sind häufig ohne großen technischen Aufwand zu manipulieren. Dann gibt es noch Möglichkeiten, Hardware-Designs zu verändern, ohne die Masken zu verändern. Jeder Halbleiterhersteller integriert „Reservegatter“, um Designfehler nur durch Veränderung der Verdrahtungsebene zu beheben. Wer nun gleich an Investitionskosten von mehreren Millionen US-Dollar denkt, sollte sich einschlägige Angebote von Dienstleistern (etwa Universitäten) beispielsweise im asiatischen Raum anschauen, welche für überschaubare Kosten solche Dienste anbieten. Und das Gehäuse ist heute auch kein ernstes Hindernis, weil viele Hochleistungs-Chips ohne Gehäuse zu beziehen sind. So gelang es Abiturienten schon in den 90er-Jahren, die damals gültige Telefonkarte für öffentliche Fernsprecher zu knacken, sodass der Betrag nach jedem Herausziehen der Karte wieder zurückgesetzt wurde.

Dr. Wilhard von Wendorff

zu „Editorial“ (8/2016)

VW drakonisch bestrafen

Ihr Argument finde ich allgemein richtig: Man sollte im Bezug auf Verbraucherschutzpolitik nicht Rosinen picken wollen. Ihre Bezugnahme auf den VW-Skandal ist Ihrer Argumentation jedoch eher abträglich. In diesem Kontext kollidieren eben nicht das Vorsorge- mit dem Nachsorgeprinzip. Es geht immerhin nicht darum, dass hier trotz aller Vorsorge und Investitionen ein Fehler eingetreten ist. Es geht hier um einen Betrug, der genau diese gewünschte Vorsorge und die von Ihnen bepriesenen (und dem Unternehmen bepreisten) Investitionen vermeiden sollte. So etwas sollte, ob nun in den USA oder in Deutschland, drakonisch bestraft werden. Das wäre Verbraucherschutz. Dass unser System jedoch nicht einmal kleinste Anstalten macht, uns Verbraucher schützen zu wollen, sollte zu denken geben.  Manuel Nientit 

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