Technology Review 1/2017
S. 6
Leserbriefe

Leserbriefe

zu „Smartphone-Labor für Krebsbiomarker“ (12/2016)

Gerät bereits verfügbar

Mit Begeisterung lese ich seit Jahren die Technology Review und bin von der Aktualität sehr angetan. Ich möchte Sie aber darauf aufmerksam machen, dass eine derartige Smartphone-Anwendung auch für mehrere Kanäle/Proben schon seit 2014 bekannt ist. In unserem Fachgebiet an der TU Ilmenau wurde ein 11-Kanal-Spektrometer mit Ankopplung an ein Smartphone 2014 auf der Messe „Sensor + Test“ als Exponat gezeigt und 2015 international auf einer SPIE-Tagung veröffentlicht.

Prof. Dr. Gunther Notni

zu „Läuft künftig alles mit Strom?“ (TR 7/2016)

Woher kommt der Strom?

Eine Frage lässt der Artikel unberücksichtigt: Woher soll der Strom kommen? Elektromobilität und Wärmesektor können im Rahmen der Sektorkopplung über circa acht Monate im Jahr hier in Deutschland wirtschaftlich funktionieren. In der solaren Deckungslücke November bis März klafft dann trotzdem ein riesiges Loch, zumal insbesondere im Heizsektor über 70 Prozent des Energiebedarfs in diesen Zeitraum fallen.

Die aktuell einzig wirtschaftliche Antwort sind meines Erachtens Blockheizkraftwerke (BHKWs) oder zukünftig Brennstoffzellen. Mit Erdgas oder zukünftig mit Synthesegas aus Power to Gas (PtG) befeuert, können BHKWs nahezu perfekt die Volatilität der Erneuerbaren im saisonalen Gang ausgleichen. Dabei ist es jetzt beinahe nebensächlich, ob der Betrieb strom- oder wärmegeführt erfolgt. Zukünftig wird der stromgeführte Betrieb überwiegen. Neben der Zukunftssicherheit bezüglich der Brennstoffwahl (Erdgas, Biogas, PtG) können BHKWs die vorhandene Erdgasinfrastruktur nutzen und bieten die Möglichkeit, den Energiegehalt des Brennstoffs vollständig auszunutzen.

Leider ist die Preisgestaltung der meisten kleinen BHKWs so, dass ein wirtschaftlicher Betrieb aufgrund der hohen Anschaffungskosten erschwert wird. Hier muss eine sinnvolle Subventionspolitik dafür sorgen, dass die Herstellungskosten durch Skaleneffekte massiv sinken.

NemesisHelper via TR Online

zu „Strom aus einer alten Goldmine“ (11/2016)

Zahlen zu hoch

Beim Durchlesen des Artikels war ich erstaunt über die überaus großen Zahlen. Ein Pumpspeicher-Kraftwerk mit 2,25 Gigawatt Leistung wäre wirklich ein Riesenbrocken. Eine kurze Recherche beim zukünftigen Betreiber relativierte den Eindruck: Das Kraftwerk soll eine Leistung von 250 MW haben und eine Speicherkapazität von 1,5 GWh (statt 16 GWh wie im Artikel). Immer noch beachtlich, wenn man bedenkt, dass es sich in einer großen Ebene befindet, aber selbst in Deutschland stehen einige deutlich größere Werke. Philipp Klaus

Anmerkung der Redaktion:

Das Projekt wurde in mehreren Größen durchgerechnet. Aktuell gültig sind die geringeren Zahlen, sie lagen aber leider erst nach Redaktionsschluss fest.

zu „Beton kann auch anders“ (TR 11/2016)

Verbundmaterial ist mit Vorsicht zu genießen

Natürlich wird so getan, als wäre das alles vollkommen problemlos. Im wirklichen Leben existiert noch nicht einmal für „sortenreine“ Produkte aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) eine funktionierende Entsorgung. Und GFK ist uralt. Das Recycling dieses Wunderbetons wird wirtschaftlich ein U-Boot und damit alle daraus erstellten Bauobjekte eine tickende finanzielle Zeitbombe. Dr. Goebel Via TR online

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