Technology Review 12/2017
S. 74
Horizonte
Logistik

Jedem sein Päckchen

Wie kommt das Paket zum Kunden? Neue Ideen sollen die Zustellung schneller, günstiger und bequemer machen – auch wenn niemand zu Hause ist.

Um 1969 flogen Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn noch persönlich von San Francisco nach Honolulu. Ihre Koffer waren voller Seefrachtpapiere. So waren die Dokumente schon vor den Schiffen da. Die Verzollung konnte früher beginnen, die Frachter mussten weniger Zeit im Hafen warten. Um das schnell expandierende Geschäft am Laufen zu halten, boten die Gründer später Privatreisenden ein kostenloses Flugticket, wenn sie dafür Dokumente mitnahmen. Heute sind ihre Initialen Geschichte: DHL.

Der Lieferroboter von Starship ist nur eine von vielen Ideen, Pakete einfacher zum Kunden zu bringen. Foto: Starship Technologies

Die Idee der „Peer-to-Peer-Logistik“ (P2P) wollen Start-ups wie Grabr, Nimber, SharedLoad, Roadie oder CoCarrier nun perfektionieren – und den etablierten Logistikonzernen damit Konkurrenz machen. Das Prinzip: Auf einer Onlineplattform registrieren sich Reisende, die noch Platz im Gepäck haben – und Nutzer, die etwas transportieren lassen wollen. Man einigt sich auf einen Preis, der in der Regel unter dem konventioneller Kurierdienste liegt. Ein gewisser Teil davon geht als Provision an den Plattformbetreiber. Abholung und Übergabe erfolgen persönlich an abgesprochenen Orten, etwa der eigenen Haustür. Je nach Dienst funktioniert das regional oder weltweit.