Technology Review 7/2017
S. 16
Aktuell

MEDIZIN

Debatte über die Gefahren von CRISPR

Das Gen-Editing-Enzym Cas9 in Interaktion mit der DNA. Foto: Gabriel Velez/ Mahajan Lab/ Columbia University

Großes Aufsehen hat eine Studie über die Sicherheit des neuen Gen-Editing-Verfahrens CRISPR-Cas9 verursacht. Forscher dreier angesehener amerikanischer Universitäten berichten im Journal „Nature Methods“ (DOI: 10.1038/ nmeth.4293) von mehr als 1500 Mutationen an einzelnen Nukleotiden sowie mehr als 100 größeren unbeabsichtigten Veränderungen im Erbgut von zwei Mäusen nach einer CRISPR-Behandlung.

Diese sogenannten Off-target-Mutationen, die als die Achillesferse des Verfahrens gelten, können zu mehr oder weniger starken Nebenwirkungen führen. Es wird daher weltweit an präziseren Varianten gearbeitet, um die Technik für eine Anwendung beim Menschen sicher zu machen.

So überrascht es nicht, dass die Veröffentlichung die Börsenkurse von Biotech-Unternehmen wie Editas Medicine oder Intellia Therapeutics sinken ließ. Beide Firmen entwickeln auf CRISPR basierende Gentherapien und wehrten sich entsprechend gegen die Studie. Unabhängige Wissenschaftler reagierten ebenfalls mit Kritik und verwiesen darauf, dass einige Mutationen auch andere Ursachen als das Gen-Editing haben könnten. I. WÜNNENBERG

ELEKTRONIK

Leitendes Papier

Funktionale Verpackungen schützen Produkte nicht nur, sondern sind selbst nützlich, indem sie das Verpackte zum Beispiel leichter transportabel machen. Bald könnten um einiges spektakulärere Funktionen hinzukommen, denn Forscher aus Guangdong in China haben es geschafft, leitendes Papier herzustellen. So kann einfache Elektronik in die Verpackung integriert werden (DOI: 10.1021/acsami.7b02433).

Da Papier selbst nicht leitend ist, haben die Forscher es mit einem ionisierten Gel beschichtet. Zwischen zwei Lagen des Papiers legten die Forscher eine mit Leuchtstoffpartikeln versehene Silikonschicht. Wenn das Papier an eine Gleichstromquelle angeschlossen wird, begann die fluoreszierende Schicht zu leuchten.

Die Forscher benutzten eine modifizierte Klebemaschine aus der Verpackungsindustrie, um das Gel aufzutragen. Diese kann bis zu 30 Meter Papier pro Minute beschichten. Ein Quadratmeter des Papiers kostet laut den Forschern 1,30 Dollar – damit ist es billiger als vergleichbare Lösungen aus Plastikfolie. Nach Angaben der Forscher soll das Papier trotz der Beschichtung recycelbar sein. MARCO LEHNER

FINANZEN

Kreditkarte liest Fingerabdrücke

Mastercard will seine Kreditkarten sicherer machen. Dazu hat der Konzern einen äußerst kompakten Fingerabdrucksensor in seine Plastikkarten integriert. Der Nutzer muss sich dazu bei der Registrierung von der ausgebenden Bank die Fingerabdrücke einscannen lassen. Zwei von ihnen werden mathematisch codiert auf dem bereits vorhandenen Chip der Kreditkarte hinterlegt.

Zum Bezahlen in einem Geschäft schiebt der Kunde die Karte in das Lesegerät und hält gleichzeitig einen Finger oder Daumen auf das Lesefeld der Karte. Währenddessen wird der Fingerabdruck mit den hinterlegten Daten abgeglichen. PIN und Unterschrift werden dadurch überflüssig.

Neue Lesegeräte brauchen die Händler dafür nicht anzuschaffen, denn die neue Karte ist genauso dünn wie die alte. Dies ist deshalb möglich, weil kein zusätzlicher Akku eingebaut werden musste. Den notwendigen Strom holt sich die Karte aus dem Terminal, wie man es schon von der Funkschnittstelle NFC kennt.

Mastercard hat die Karte bei zwei Pilotversuchen in Südafrika erfolgreich eingesetzt. 2018 könnte eine Markteinführung in europäischen Ländern oder den USA erfolgen. BEN SCHWAN