Technology Review 11/2018
S. 6
Leserbriefe

Leserbriefe

zu „Der Zement-Kondensator“ (10/2018)

Ziemlich dunkel

Die Kapazität eines Kondensators wird in Farad (F) angegeben, die Kapazität pro Fläche also in F/m². Wenn man die Ladespannung kennt, kann man auch die gespeicherte Energie pro Fläche angeben (W s/m²). Die Angabe einer Leistungsdichte (W/m²) ist dagegen nicht sinnvoll. Bei einer Stromstärke von 50 µA und einer Betriebsspannung von 1,2 V hätte eine LED eine Lichtleistung von 60 µW – bei 100% Wirkungsgrad. Es müsste schon sehr dunkel sein, damit man eine solche Straßenlaterne aus einem Abstand von mehr als zehn Zentimetern sehen kann!

Prof. Dr. Ulrich Deiters

zu „Das Eingeständnis“ (6/2018)

Jede Technik hat ihre Zeit

Die Abgastechnik beim Diesel ist schon jetzt sehr komplex und aufwendig. Mit dem von Bosch vorgestellten System steigen Komplexität und Kosten nochmals an. Solche Systeme müssen vom Fahrzeugbesitzer bezahlt und gegebenenfalls auch repariert werden. Viele der erforderlichen Teilsysteme oder auch Sensoren sind erst heute verfügbar und eventuell auch halbwegs bezahlbar. Die Darstellung, die Industrie hätte mit dem Diesel eine „Billigtechnologie“ mit ungenügender Abgastechnik geliefert, ist blanker Unsinn.

Joachim Brunner

zu „Atmen wie die Fische“ (10/2018)

Amphibisch leben wird nicht klappen

Sauerstoffversorgung reicht nicht, man braucht auch Wärmeisolierung und eine Haut, die mit der permanenten Außennässe klarkommt. Und Arbeitsplätze – wer will denn täglich aus dem Wasser an Land pendeln und zurück?

Das sind alles keine völlig unlösbaren Probleme, aber sie werden keinesfalls schneller fertig sein, als der Meeresspiegelanstieg kommt.

Bitschnipser (via TR online)

Spannend für den Tauchsport

So technisch ambitioniert das Ganze auch sein mag: Wie sollen die Bewohner küstennaher, überfluteter Städte davon profitieren? Sollen sie weiterhin in ihren überfluteten Wohnungen leben? Spannend wird das System aber im militärischen Bereich, etwa als Ersatz für Kreislaufatmer oder als Sauerstoffversorgung für Nicht-Atom-U-Boote. Und natürlich im Tauchsport. Dafür erscheinen mir die 32 Quadratmeter allerdings sehr gering. Schließlich hat die menschliche Lunge schon zwischen 100 und 140 Quadratmeter Oberfläche, um genügend Sauerstoff aus normaler Luft (21% O2-Gehalt) herauszufiltern.

DeepThinking (via TR Online)

Liebe Leserinnen und Leser,

technische Innovationen verändern die Welt, in der wir leben. Wir tun unser Bestes, diese Entwicklungen nicht nur zu beschreiben, sondern auch einzuordnen. Aber liegen wir damit auch richtig? Wo haben wir vielleicht voreilig gejubelt, wo welche Entwicklung falsch eingeschätzt? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an:

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