Technology Review 7/2018
S. 52
Horizonte
Innovatoren unter 35
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Die Morgen-Macher

Künstliche Intelligenz hilft beim Raketenbau, Glas kommt aus dem 3D-Drucker, eine Software diagnostiziert Infektionen: Zum fünften Mal kürte Technology Review junge Menschen mit wegweisenden Ideen. Hier sind die zehn Innovatoren unter 35 des Jahres 2018.

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Mal eben das Internet retten

Son Thai Le

Gestreamte Realitäten im Wohnzimmer, HD-Videos auf Mobilgeräten, Operationsroboter, die Chirurgen übers Internet steuern. Derartige Visionen sollen durch Glasfaserverbindungen möglich werden. Wären da nicht ein paar physikalische Hindernisse. „Der Frequenzbereich des Lichtes, in dem wir Daten über diese Fasern verschicken können, ist begrenzt“, sagt Son Thai Le, Elektroingenieur an den Nokia Bell Labs in Stuttgart. „Der Bereich der nutzbaren Frequenzen geht langsam zur Neige.“ Besonders die Fernverbindungen über die extrem teuren Unterseekabel zwischen den Kontinenten könnten bald zum Nadelöhr werden.

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Genanalyse gegen Blutvergiftung

Philip Stevens

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Glas aus dem Drucker

Frederik Kotz

Die Linsen von Handykameras bestehen aus Kunststoff. Dabei wäre Glas deutlich besser: Es ist hoch transparent, formstabil bei Temperaturschwankungen und knallhart. Leider ist Quarzglas gleichzeitig ein widerspenstiger Werkstoff, der erst bei 2000 Grad Celsius flüssig genug wird, um ihn zu bearbeiten — zu heiß, um günstig große Mengen winziger Glaserzeugnisse herzustellen.

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Elektroschrott als Rohstoffquelle

Peter Hense

Was passiert heute mit Elektroschrott?

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Gegen den Strom

Katharina Kreitz

Richtig glauben konnte es Katharina Kreitz nicht, als sie im Jahr 2014 die E-Mail-Anfrage eines Formel-1-Rennstalls öffnete. „Das war gerade mal eine Woche nachdem unsere Webseite online gegangen war“, sagt die Maschinenbauingenieurin und Gründerin des Start-ups Vectoflow.

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Wegweiser im 3D-Druck-Dschungel

Aleksander Ciszek

Theoretisch ist es leicht, Bauteile per 3D-Druck herzustellen. Praktisch leider nicht ganz so. „Heute stehen im 3D-Druck rund 20 verschiedene Technologien und mindestens 800 verschiedene Materialien zur Verfügung“, sagt Aleksander Ciszek, Mitgründer des Berliner Start-ups 3YOURMIND. Standards für die Produktion von Bauteilen, wie sie in den meisten Herstellungsprozessen üblich sind, haben sich im 3D-Druck aber noch nicht durchgesetzt. Vor allem, weil das Feld jung ist und die Technologie sich rasch weiterentwickelt. So stehen Ingenieure oft vor einem Problem: Sie wollen die Vorteile des 3D-Drucks nutzen, etwa um ein Bauteil in einem Stück herzustellen statt aus 200 Einzelkomponenten. Aber wie? „Der Ingenieur kann dann googeln oder mit Experten reden — oder unsere Software nutzen“, sagt Ciszek.

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Wissen aus der KI

Richard Ahlfeld

Entscheiden künstliche Intelligenzen bald auch darüber, wie neue Produkte aussehen müssen, um sich gut zu verkaufen? „Früher haben die meisten Ingenieure das für Blödsinn gehalten“, sagt Richard Ahlfeld, Gründer des Start-ups Monolith aus London. „Ich wollte aber wirklich wissen, ob man sie dafür einsetzen könnte.“ Also schrieb Ahlfeld, damals Student am Imperial College in London, kurzerhand eine Doktorarbeit in den Ingenieurswissenschaften über die Frage. Das war zwischen 2014 und 2017. Das Glück sei dabei auf seiner Seite gewesen, sagt Ahlfeld. „Dank der guten Kontakte des Imperial College haben mir Rolls-Royce, McLaren und sogar die Nasa die Tore geöffnet und in allen Details gezeigt, wie sie ihre Produkte und Bauteile entwickeln.“ Aus dieser Doktorarbeit heraus ist die Idee für Monolith gewachsen.

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IT-Sicherheit für das Netz der Dinge

Christian Zenger

Die Kryptografie hat ein Problem. „Alle heutigen Verfahren werden irgendwann von Quantencomputern gebrochen“, sagt Christian Zenger, IT-Sicherheitsexperte und Nachrichtentechniker an der Ruhr-Uni Bochum. Doch mit seinem Unternehmen Physec will Zenger eine Rettung bieten. Und die wirkt, als wäre sie aus einem James-Bond-Film abgeschaut.

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Molekulare Briefbomben

Dominik Schumacher

Chemotherapeutika greifen nicht nur Krebszellen an, sondern auch gesundes Gewebe. Die Nebenwirkungen sind oft erheblich, was den therapeutischen Nutzen stark begrenzt. Dominik Schumacher hat einen Weg gefunden, diese Grenzen zu verschieben.

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Günstige Heimspeicher für die Energiewende

Michael Peither

TR: Stromspeicher für Wohnhäuser gibt es schon. Warum haben Sie einen weiteren entwickelt?