Technology Review 8/2018
S. 6
Leserbriefe

Leserbriefe

zu „Der tödliche Winkel“ (7/2018)

Rückspiegel nicht genutzt

Ein LKW, der nach den aktuellen Bestimmungen mit Spiegeln ausgerüstet ist und bei dem diese richtig eingestellt sind, hat so gut wie keinen toten Winkel mehr. Die Schwierigkeit besteht eher darin, dass die Fahrer etwas Zeit benötigen, alle Spiegel zu prüfen, bevor sie abbiegen. Diese Zeit aber nehmen sie sich nicht. Andererseits gibt es Radverkehrsführungen, die den Radler verbergen, so dass er an den Knotenpunkten überraschend für den Fahrbahnverkehr auftaucht. Da helfen auch keine Spiegel und gegebenenfalls auch keine Assistenzsysteme mehr.

BJ1 (aus dem Online-Forum)

zu „Lecker Strom“ (7/2018)

Keine Elektrizität aus Gen-Bakterien

Grundsätzlich ist die Idee, mit Bakterien Strom zu erzeugen, so schlecht nicht. Aber von Gentechnik und ihren Langzeitfolgen wissen wir so viel wie der Urwaldaffe von der Kernspaltung. Vielleicht sollte hier erst noch viel mehr Grundlagenforschung stattfinden, bevor wir aus Versehen Monsterbakterien züchten, die zum veritablen Problem werden. Ziel sollte daher wirklich sein und bleiben, Strom aus Wind, Sonne, Wasser und gegebenenfalls Potenzialgefällen, kinetischer Energie in Erdspalten usw. zu gewinnen. Das ist insgesamt nachhaltiger und weniger riskant als Unmengen an Bakterien zu halten, die womöglich irgendwann zu einem Problem werden.

Koma Deluxe (via Heise Online)

zu „Grünes Licht für Oberleitung“ (7/2018)

Starkstrom für die Straße

Welcher Dämon reitet diese Leute eigentlich? Nachdem man jahrzehntelang alles getan hat, um die Autolobby zu befriedigen, merkt man langsam, in welche Sackgasse man damit geraten ist. Aber anstatt konsequent umzusteuern und endlich mit dem Slogan "Güter auf die Schiene" ernst zu machen, kommt man mit dem verzweifelten Konzept, die Vorteile der Schiene auf die Straße zu übertragen. Das kann nicht funktionieren! Wo mittlerweile schon die Bahn Probleme hat, ihre Oberleitungen bei Wind und Wetter in Ordnung zu halten, wie soll das auf der Straße gelingen, wo sich jederzeit ein mehr oder weniger schweres Fahrzeug um die unvermeidbaren Leitungsmasten wickeln kann und dann der ganze Segen mit Hochspannung über Kilometer auf den Asphalt und die darauf befindlichen Menschen fällt? Hat man nicht noch vor gar nicht so langer Zeit fleißig ganze Alleen abgeholzt, gerade weil sich so viele an den Bäumen zu Tode gefahren haben? Eine jahrzehntelang verfehlte Politik in der Infrastruktur und auch der regionalen Strukturentwicklung (veröden der Region, Verdichtung der Städte) wird damit nur auf die Spitze getrieben, eine Lösung der Probleme wird sie nicht bringen!

C. Linhart

zu „Gesunde Gentechnik“ (3/2018)

Crashtest für Gen-Pflanzen

Erforderlich wäre ein Emulator, der zunächst das Genom sequenziert, dann die Ausprägung und die Gene abbildet, die Variation einbringt und am besten die Pflanze durch das gesamte Wachstum darstellt. Daneben auch noch prüft, ob die neuen Genabschnitte mit den Lebewesen in der natürlichen Umgebung negativ interagieren können. Fahrzeuge müssen vor der Zulassung schließlich auch Crashtests bestehen.

Manfred Whiting (aus dem Online-Forum)

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