Technology Review 9/2018
S. 23
Am Markt

LUFTFAHRT

Multikopter für jedermann

Das Fluggerät des US-Start-ups Kitty Hawk soll jedermann das Fliegen ermöglichen. Eine CNN-Journalistin hat den „Flyer“ ausprobiert und konnte schon nach einer Stunde Training damit umgehen. Angetrieben wird der Apparat von zehn Rotoren, die man mit einem Joystick steuert. Eine Akkuladung reicht für einen Flug von etwa 20 Minuten. Da das Gefährt nur 115 Kilogramm wiegt, fällt es in den USA in die Kategorie „Ultralight Vehicle“ und erfordert keinen Pilotenschein. Deutsche Interessenten müssten sich selbst um eine Zulassung kümmern. Wie schnell und hoch Flyer fliegen kann, ist nicht bekannt. Bisherige Testflüge waren aus Sicherheitsgründen auf 30 Kilometer pro Stunde und eine Flughöhe von drei Metern begrenzt. Hinter dem Projekt steht Sebastian Thrun, einer der Pioniere selbstfahrender Autos (siehe TR 6/2008, S. 24). Der frühere Stanford- und Google-Forscher kann sich Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometer pro Stunde vorstellen, auch wenn die Luftfahrtbehörde nur bis zu 100 Kilometer pro Stunde erlaubt. Der Flyer lässt sich vorbestellen.

produkt: Flyer hersteller: Kitty Hawk preis: keine Angabe Link: flyer.aero

SPORT

Training auf Graphen

Der britische Sportartikelproduzent Inov 8 hat einen Laufschuh entwickelt, auf dessen Sohle eine Graphenschicht aufgebracht ist. Diese verspricht besonders viel Grip bei gleichzeitig hoher Elastizität. Inov 8 bezeichnet sein Produkt gar als den stabilsten Langstreckenschuh, den es je gab. Die Graphenschicht kommt als nur ein Atom dicke Folie auf das Sohlengummi. Das Verfahren dazu wurde mit Forschern der Universität Manchester entwickelt. Das Außenmaterial besteht aus Kevlar. Der gesamte Schuh wiegt 260 Gramm und ist sowohl für Frauen als auch Männer gedacht. Für letztere ist die Größenauswahl direkt beim Hersteller derzeit allerdings etwas eingeschränkt. Im Handel sollen sich noch größere Exemplare finden lassen.

produkt: Terraultra G 260 hersteller: Inov 8 preis: 165 Euro Link: bit.ly/2LF6Uuu

Unterhaltung

Ein Bild von einem Fernseher

Riesige Fernseher bieten im ausgeschalteten Zustand vor allem eins: eine ausgedehnte schwarze Display-Ödnis. Samsungs „The Frame“ zeigt im „Art Mode“ stattdessen ein Bild in 4K-Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln. Der Fernseher bietet 100 Bilder zur Auswahl, weitere Werke lassen sich per kostenpflichtigem Monatsabo oder aus der eigenen Fotosammlung hinzufügen. Auf den ersten Blick sind die Werke kaum von einem Druck auf Papier zu unterscheiden. Auch wenn ein Nutzer ständig dasselbe Bild sehen möchte, soll Samsungs LED-Technik ein Einbrennen verhindern können. Als Zubehör sind Wechselrahmen und ein Standfuß im Stil einer Staffelei erhältlich. Genügsam ist The Frame indes nicht: Im TV-Betrieb nimmt er 100 Watt auf, im Art Mode schwankt er zwischen 60 und 130 Watt. Immerhin schaltet sich der Art Mode ab, wenn der Bewegungssensor längere Zeit niemanden im Raum registriert. Als Fernseher bietet The Frame von HDR über WLAN bis zum Triple-Tuner alle Features, die man von einem Vollpreis-Smart-TV erwarten kann.

produkt: The Frame hersteller: Samsung preis: ca. 1200 Euro (43 Zoll), 1800 Euro (55 Zoll) oder 2500 Euro (65 Zoll Bilddiagonale) Link: www.samsung.com/de/tvs/theframe