Technology Review 12/2019
S. 10
Aktuell
Bislang müssen Frühchen nach der Geburt in Brutkästen beatmet werden, bis ihre Lunge selbstständig arbeitet. Foto: TPH/ALLO/Okapia

Hoffnung für Frühchen?

Extremfrühchen haben trotz intensivmedizinischer Versorgung nur schlechte Chancen zu überleben. Forscher wollen Brutkästen durch Inkubatoren ersetzen, in denen die Babys wie in einer Gebärmutter schwimmen.

Das jüngste Frühchen Deutschlands kam im November 2010 in Fulda zur Welt. Mit ihren 21 Wochen und fünf Tagen wog die kleine Frieda 460 Gramm und war ­gerade einmal 26 Zentimeter groß. Ihre Chancen zu überleben standen schlecht, die Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften sieht „keine reellen Möglichkeiten“, ein Frühchen vor der 22. Schwangerschaftswoche am Leben zu halten. Doch Frieda schaffte es – und ist damit die absolute Ausnahme.

Damit auch andere diese Chance bekommen, wollen Forscher der RWTH Aachen und der Technischen Universität Eindhoven (TUE) ein System entwickeln, in dem „Extremfrühchen“ diese kritischen Wochen besser überstehen: eine künstliche Gebärmutter. Gefördert wird das Projekt mit 2,9 Millionen Euro durch das EU-Programm Horizon 2020.