Technology Review 2/2020
S. 6
Leserbriefe

Leserbriefe

zu „Geisterschiffe, Kornkreise und ­weiches Gold“ (01/2020)

Erklärung für rätselhafte GPS-Kreise

Ein sehr interessanter Artikel. Ich habe mich selbst mit der Entwicklung eines Sportboot-Navis beschäftigt, und die GPS-Kreise können sehr leicht entstehen. Der Sender sendet alle Bruchteile von Sekunden ein gefälschtes GPS-Signal, welches sich auf einer Kreisbahn fortbewegt. Da die Navigationssysteme der Schiffe nicht im selben schnellen Takt die GPS-Signale empfangen, ergibt sich je nach exakter Empfangszeit eine andere Position auf der Kreisbahn. Entspricht das Intervall des GPS-Empfängers nicht dem Intervall des GPS-Fake-­Senders, das heißt der Zeit eines vollen Kreisumlaufs, springt die angezeigte Position des Schiffs hin und her. Beim Hin- und Herspringen ergeben sich allerdings extrem hohe Geschwindigkeiten, weshalb die besseren Navigationssysteme das zuletzt empfangene Signal vermutlich verwerfen, weil der Abstand zwischen beiden GPS-Positionen unlogisch ist. Das dürfte zu einem langsamen Auswandern der Position kommen, und zwar immer dann, wenn ein nächstes gefälschtes Signal in die Logik des Navigationssystems passt. Gefährlicher als das von Ihnen beschriebene GPS-­Spoofing ist übrigens ein System, welches Schiffe langsam vom Kurs abkommen lässt. Das bekommen die ­Navigationssysteme nicht mit und nachts wahrscheinlich auch nicht die Mannschaft. Die Technology Review lese ich übrigens sehr gern und freue mich über jede neue Ausgabe.