Technology Review 2/2020
S. 10
Aktuell
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Auf dem Schweizer Berg Säntis erforschen ­Wissenschaftler Blitze. Foto: European LLR

Der Blitz-Auslöser

Mit Laserstrahlen wollen Forscher gezielt Blitze zu Blitzableitern führen. Der Laser für das ehrgeizige Projekt ist kürzlich fertig geworden.

Rund 450000-mal pro Jahr schlägt der Blitz in Deutschland ein. Dabei entladen sich jedes Mal gewaltige Energiemengen von mehreren Hundert Kilowattstunden. Kein Wunder, dass Blitze so zerstörerisch wirken. 2018 trafen diese Blitze 290000-mal Gebäude. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft entstanden dabei Schäden von rund 280 Millionen Euro.

Seit Jahrzehnten arbeiten Forscher weltweit daran, diese Schäden zu minimieren. Sie wollen Gewitter lenken und ­steuern, sie rechtzeitig auslösen, sodass die Wolken abregnen und weder durch Blitz noch durch Hagel große Schäden entstehen. Meist werden die Wolken mit Silberjodid-Kristallen „geimpft“ – beispielsweise in Bayern zur Hagelabwehr. Die Kristalle bilden Kondensationskeime und bringen die Wolken so zum Abregnen. Doch „trotz 70 Jahren Forschung gibt es keinen Konsens“ über die Wirksamkeit und die ökologischen Folgen dieser Methode, schreibt der Blitzforscher Jean-Pierre Wolf von der Universität Genf.