Interview: Schlüsselfaktoren für den Erfolg von IoT-Projekten

Das Internet of Things (IoT) gewinnt in deutschen Unternehmen weiter an Bedeutung und Reife. Damit steigt auch die Anzahl der IoT-Vorhaben. Francis Cepero, Director Vertical Market Solutions A1 Digital, erläutert, wann IoT-Projekte in die Schieflage geraten – und wie sie gelingen.

Warum scheitern IoT Projekte?

Jedes IoT Projekt ist ein transformatives Innovationsprojekt, das ein Unternehmen in vielfältiger Weise verändert. Die veränderten Prozesse und die damit einhergehende notwendige intensive Kooperation der verschiedenen Unternehmensteile erfordert die Beschäftigung aller relevanten Abteilungen mit der wertvollsten Ressource, den Daten. Sie und die analytischen Verfahren zur Datenauswertung bilden den roten Faden, der sich durch jedes Projekt zieht. Datensilos weichen einem wettbewerbsfähigeren, kundenzentrierteren und datenbasierteren Ökosystem. Funktioniert dieses Innovations-Ökosystem nicht oder ist dauerhaft gestört, scheitern IoT-Projekte zwangsläufig.

Worauf muss man achten, damit es nicht so weit kommt?

Das Scheitern eines IoT-Projekts hat immer unterschiedliche Ursachen. Die Erfahrung aus hunderten von Projekten – vom Großprojekt mit 1,2 Millionen IoT Smart Meters bis hin zur Temperaturüberwachung einer Austernpilzzucht – lehrt uns, dass es drei Phasen gibt, die besondere Aufmerksamkeit bedürfen.

In der ersten Phase geht es um die Planung und Exploration. Hier müssen IoT basierte Use Cases mit klaren Mehrwerten dokumentiert und priorisiert sowie ein passender Partner für IoT Innovation selektiert werden. Zusammen mit dem Partner müssen dann die Use Cases auf ihr Potential, ihre Realisierbarkeit und die Kosten überprüft werden. Bei den ersten Leuchtturmprojekten gilt es, den Fokus auf plattformbasierte Mehrwerte, nicht auf einzelne Use Cases zu richten. Hier steht nicht primär die Effizienz im Vordergrund, sondern die Wirksamkeit der Innovation. Wichtig in dieser Phase ist auch, Veränderungen für den künftigen Live-Betrieb zu dokumentieren.

Die zweite Phase umfasst die organisatorische Vorbereitung wie die Festlegung der Verantwortung und des zu erzielenden Mehrwert entlang des IoT Datenflusses sowie das Fixieren interner und externer Kooperationen im Bereich Data und Advanced Analytics. So dann müssen erste analytische Dashboards und erste ML Modelle erstellt und intern und extern überprüft sowie Feedback eingesammelt werden. Den Abschluss der Vorbereitungen bildet die Go- oder auch No-Go Entscheidung und die Planung möglicher bzw. nötiger iterativer Verbesserungen.

Die dritte und letzte Phase, das Go Live, muss mit einem Prozess Management und Fallback-Plänen für die Veränderung vorbereitet werden. Beim eigentlichen Rollout gilt es, den Fokus darauf zu legen, das Risiko des Business Impact so minimal wie möglich zu halten. Deshalb verbietet sich ein Big-Bang Rollout. Die Implementierung eines temporären „Value-Offices“ dient dazu, die materiellen und immateriellen Werte zu dokumentieren. Wenn nötig müssen die Kompetenzen entlang der Wertschöpfung neu kalibriert, die Kommunikation permanent angepasst und auftretende Issues immer wieder gefixt werden.

Können Sie auf die technischen Aspekte der IoT Produktentwicklung eingehen? Was passiert am Markt aus technischer Perspektive? Woran arbeitet A1 Digital?

Nehmen wir das Beispiel IoT Connectivity. Der Kommunikationsstandard 2G wird über kurz oder lang verschwinden und durch neue, komplexere Technologien ersetzt. Die Frequenzbänder sind über die Welt fragmentiert. Bei 2G konnte man mit 4 Bändern alles abdecken. Da die Operatoren aber nicht gezwungen sind, alle Optionen zu implementieren, führt das dazu, dass sich Geräte dadurch möglicherweise weltweit nicht gleich verhalten. Deswegen muss man sich auf bewährte Protokolle verlassen können, die robust genug sind, um mögliche Probleme abzufangen.

Rhätische Bahn mit IoT Tracking durch A1 Digital (Quelle: A1 digital)

An welche Protokolle denken Sie dabei?

Aus unserer Sicht ist das LWM2M, weil Features wie Device Management mit Remote Reconfiguration- Stichwort FOTA – oder im Security-Bereich Authentication, Encryption oder Device Bootstrapping ebenso unabdingbar sind wie die Interoperability, also die Austauschbarkeit von Hardware, Connectivity und Cloud Plattform. Denn so vermeidet man Vendor und Platform Lock-In. Auch wenn sich MQTT neben LWM2M als Standard in der IoT Welt durchgesetzt hat, ist LWM2M die bessere Wahl, weil MQTT die „Interoperability“ in Form von Data Models und Device Management fehlt.

Bei allem darf man aber die Kosten (TCO und Operations) nicht aus dem Auge verlieren, die über den gesamten Device-Lifecycle niedrig bleiben müssen, genauso wenig wie die Auswahl der richtigen IoT Plattform. Sie muss zukunftsfähig und generisch genug sein, um viele Use Cases mit abdecken zu können. Konkret heißt das, dass sie viele Standard-Protokolle für Maschinenkommunikation verstehen können und über integrierte analytische Fähigkeiten verfügen muss.

Wie kann A1 Digital Innovatoren helfen?

Um es einmal auf eine einfache Formel zu bringen: A1 Digital is made for innovators! Innovatoren setzten nicht ausschließlich auf Effizienz. Sie möchten vielmehr etwas Neues ausprobieren. Sie treibt der Wunsch an, Bestehendes zu verbessern. Und sie kommen zu uns, weil sie wissen, dass wir sie nicht nur mit dem passenden Service während ihres Vorhabens begleiten, um die Komplexität einer innovativen Idee realisieren zu können, sondern auch ein adäquates Preismodell bieten.

Rauch Schmelzofen mit A1 Digital IoT Lösung (Quelle: A1 digital)

Uns geht es nicht um Stückzahlen. Uns geht es um die Vision des Innovators, der zu uns kommt. Wir helfen innovativen Firmen, ihr Potenzial zu erkennen und unterstützen sie dann vom Design bis zur Marktreife ihrer Vision und darüber hinaus auch während der Expansionsphase. Vom ersten Hardware-Prototypen bis hin zu Plattformen, die 1.000 Anomalien pro Sekunde in der Produktion analysieren, stehen wir an der Seite der Innovatoren. Für uns spielt es dabei keine Rolle, ob es sich um ein kleines Unternehmen oder eine innovative Abteilung eines Weltkonzerns handelt. Wheelguard, Tractive, Untha, Routeco oder Discovergy stehen stellvertretend für die vielen Unternehmen, denen wir geholfen haben, ihre Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Hinter unserem Einsatz und unserer Begeisterung für Innovatoren steht die feste Überzeugung, dass nur aus den Visionen der Innovatoren von heute die bahnbrechenden Ideen von morgen erwachsen werden!

Über Francis Cepero

Francis Cepero bringt für seine Position als Director Vertical Market Solutions mehr als 20 Jahre Erfahrung in dem Bereich Business-Software und Vertical Market Solutions mit. Bei A1 Digital berät er Un­ternehmen zu Fragen der digitalen Trans­formation wie z. B. branchenspezifischen Anwendungen im Bereich Internet of Things (IoT) und setzt diese Lösungen mit dem Kunden um. Mehr auf A1.Digital.

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