Hybrid-Cloud-Nutzung in KMU – Gesamtstrategie statt Flickenteppich

Wie eine konsistente Hybrid-Cloud-Strategie in kleinen und mittelständischen Unternehmen langfristig für Geschäftserfolge und Wettbewerbsvorteile sorgt.

Dem Branchenverband Bitkom zufolge nutzen bereits 75 Prozent der deutschen Unternehmen Cloud-Dienste. Schnelle Bereitstellung, nahezu unbegrenzte Skalierbarkeit und in vielen Fällen geringere Kosten machen Cloud Computing auch für kleine und mittelständische Unternehmen attraktiv. Sie profitieren besonders von den Skalierungseffekten, da sie in der Regel nicht das notwendige Personal und Know-how besitzen, um selbst ein ähnliches Niveau an Verfügbarkeit, Performance und Sicherheit erreichen zu können, wie es die Cloud-Provider bieten. Kleine Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern entscheiden sich sogar oft dazu, ihre komplette IT in die Cloud zu verlagern, um sich von externen IT-Dienstleistern oder -Beratern unabhängig zu machen.

Mit der zunehmenden Cloud-Nutzung wachsen jedoch auch die Probleme und Herausforderungen. Wenn Workloads über mehrere Cloud-Plattformen verteilt werden, steigt die Komplexität im IT-Management deutlich, die Übersicht über alle verwendeten Ressourcen geht verloren. In der Konsequenz kann das zu Risiken in folgenden Bereichen führen:

  • IT-Sicherheit: Mangelnde Sichtbarkeit der verwendeten Cloud-Ressourcen und Nachlässigkeit bei der Zugangsverwaltung erleichtern es Cyberkriminellen, Cloud-Konten zu übernehmen. So werden beispielsweise nach Untersuchungen des Sicherheitsspezialisten McAfee 99 Prozent falsch konfigurierter Cloud-Server im IaaS-Bereich (Infrastructure-as-a-Service) nicht erkannt. Dem „Orca Security 2020 State of Public Cloud Security Report“ zufolge gibt es in 80 Prozent der Unternehmen mindestens einen Workload in der Cloud, der auf einem veralteten oder ungepatchten Betriebssystem basiert, fast ein Viertel schützt privilegierte Admin-Konten nicht ausreichend und in rund einem Fünftel der Unternehmen nutzen Angestellte private E-Mail-Adressen, um sich bei firmeneigenen Cloud-Ressourcen anzumelden.
  • Datenschutz: Seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Unwirksamkeit des Privacy Shields ist eine Übermittlung personenbezogener Daten in US-amerikanische Cloud-Dienste nur noch dann rechtssicher möglich, wenn mit dem Provider sogenannte Standardvertragsklauseln vereinbart wurden. Eine ungeregelte Cloud-Nutzung kann das nicht sicherstellen und daher zu Verstößen gegen die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) führen, die mit empfindlichen Strafen belegt sind.
  • Verfügbarkeit: Wenn kleine und mittelständische Unternehmen große Teile oder sogar ihre komplette geschäftskritische IT in die Cloud verlagern, gehen sie ein hohes Verfügbarkeitsrisiko ein. In 43 Prozent der vom Bitkom für den Cloud-Monitor 2019 befragten Unternehmen kam es innerhalb eines Jahres zu Ausfällen aufgrund technischer Probleme des Providers, 38 Prozent konnten wegen fehlender Netzwerkanbindung nicht auf ihre Cloud-Ressourcen zugreifen und 35 Prozent verzeichneten technische Probleme in der eigenen IT-Infrastruktur.
  • Kosten: Die unstrukturierte Nutzung von Cloud-Diensten kann schnell zur Kostenfalle werden, vor allem wenn große Datenmengen übertragen werden, die Zahl der Nutzer stark steigt oder die Nutzungsfrequenz erheblich zunimmt. Mehr als die Hälfte der für den „2019 Cloud Adoption Survey“ befragten Unternehmen beklagten Budgetüberschreitungen bei ihrer Cloud-Nutzung.

 

 

In vier Schritten zu einer konsistenten Hybrid-Cloud-Strategie

Kleine und mittelständische Unternehmen sind daher gut beraten, ihre IT zu modernisieren und sie so fit für die Integration in ein konsistentes Hybrid-Cloud-Konzept zu machen. Wie groß die Vorteile sind, zeigt eine Studie des Marktforschungsunternehmens IDC: Eine Cloud-fähige Infrastruktur steigert demnach den Umsatz jährlich um 25 Prozent, erhöht die Entwicklerproduktivität um fast ein Drittel, macht IT-Management-Teams um 44 Prozent effizienter und verringert ungeplante Ausfallzeiten um 90 Prozent. Der Umstieg auf eine konsistente Hybrid-Cloud-Strategie sollte dabei in folgenden vier Stufen erfolgen:

  1. Erstellen einer Roadmap. Zunächst gilt es, die Ziele, das Budget und die Erfolgskennzahlen festzulegen und das Projekt zu strukturieren. KMU sollten darüber hinaus ihren IT-Reifegrad bewerten, die aktuellen Risiken in den vorgenannten Bereichen evaluieren und die Auswirkungen der Cloud-Strategien auf das Risikomanagement abschätzen. Für den Erfolg ist eine breite Unterstützung des Projekts entscheidend. Geschäftsführung, IT-Abteilung und Fachbereiche müssen an einem Strang ziehen. Dazu ist es notwendig, Vorteile klar zu kommunizieren aber auch Ängste und Bedenken ernst zu nehmen.
  2. Modernisierung der vorhandenen Infrastruktur. Nicht-Cloud-kompatible Rechenzentren führen zu Komplexität, Silos und Brüchen in der Servicebereitstellung. Daher sollten Unternehmen zunächst einmal ihre IT fit für eine nahtlose Integration in ein konsistentes Hybrid-Cloud-Konzept machen, wie sie beispielsweise die Dell Technologies Cloud bietet. Sie vereint die Leistungsstärke von VMware-Software mit der Hardware Dell EMC zu einer durchgängigen Plattform. Die Lösung ist sowohl als selbst verwaltete Plattform als auch als voll gemanagtes Data Center as a Service verfügbar.
  3. Bewertung von Anwendungen und Workloads für die Cloud-Nutzung. Im nächsten Schritt sind alle Workloads und Applikationen auf ihre Cloud-Fähigkeit zu überprüfen und anzupassen. Legacy-Anwendungen sollten soweit möglich ersetzt oder durch Container-Konzepte Cloud-fähig gemacht. Bei der Entscheidung für oder gegen den Betrieb in der Cloud dürfen Aspekte von Datenschutz und Compliance nicht vernachlässigt werden.
  4. Abstimmung von Nutzungs- und Bereitstellungsmodellen. Sobald die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für eine konsistente Hybrid Cloud gegeben sind, kann sich die IT-Abteilung die Kontrolle über die Cloud-Nutzung zurückerobern sowie die Auswüchse und Risiken einer Schatten-IT zurückdrängen. Ziel ist es, Nutzungs- und Bereitstellungsmodelle zu etablieren, die in punkto Sicherheit, Datenschutz, Verfügbarkeit und Kosteneffizienz den Unternehmensanforderungen entsprechen.

 

Fazit

Ein Cloud-fähiges Rechenzentrum ist der Dreh- und Angelpunkt einer konsistenten Hybrid-Cloud-Strategie. Es gibt kleinen und mittelständischen Unternehmen die volle Entscheidungsfreiheit, wo welche Workloads bearbeitet werden sollen. Personenbezogene Daten, Geschäftsgeheimnisse und andere sensible Informationen müssen das Firmengebäude nicht verlassen und können dennoch vollständig von den Vorteilen der Cloud profitieren. Multi-Cloud-Szenarien sind ebenso einfach umzusetzen wie die Einbindung von Geräten am Edge, wie sie beispielsweise im Internet of Things (IoT) häufig der Fall ist. Die Investitionen in eine solche Strategie lohnen sich schnell. Dem Marktforschungsunternehmen IDC zufolge können Unternehmen, die ihre IT für Cloud-Konsistenz modernisieren, drei Mal mehr neue Anwendungen und Funktionen pro Jahr bereitstellen und die Datenwiederherstellung um 86 Prozent beschleunigen. Sie haben 3,5-mal mehr Anwendungen in der Cloud und nutzen dank verbesserter Funktionen für das Datenverkehrsmanagement ihre Bandbreite 94 Prozent effektiver.

Profitieren Sie von einer konsistenten Hybrid-Cloud-Strategie und informieren Sie sich jetzt!

 

 

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