Mathias Itter: „Weit über den Standard hinausgehend“

Das Hauptaugenmerk von Mathias Itter lag beim Test auf den Anschluss- und Einstellungsmöglichkeiten für den Nutzer. Er ist sich sicher, dass der EIZO-Monitor den Büroalltag erheblich erleichtert.

Mich erreichte ein ziemlich großer Karton mit unheimlich dickem Verpackungsmaterial. Beim EIZO FlexScan EV2785 wird deutlich mehr Wert auf eine sichere Verpackung gelegt als bei anderen Monitoren, die ich bisher auspacken durfte. Positiv fällt neben der Verpackung auch die Tatsache auf, dass für alle Anschlussmöglichkeiten (HDMI, USB-C und DisplayPort) auch gleich die passenden Kabel in praxistauglicher Länge beiliegen. Eine Tatsache, die viele Mitbewerber nicht bieten. Als einziges vermisst habe ich ein Microfasertuch, welches früher immer den EIZO-Röhrenmonitoren und den ersten TFTs der Marke beilag. In Anbetracht des wirklich sehr schmalen Gehäuserahmens bleiben beim Verstellen des Monitors Fingerabdrücke auf dem Display naturgemäß nicht aus. Eine Tatsache, für die die Optik des Gerätes aber mehr als entschädigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man an den Gehäuserändern noch signifikante Reduzierungen erzielen kann.

Abb. 1: Der „Picture by Picture“-Modus (PbyP) in Aktion (Foto: Mathias Itter)

Zur tollen Optik kommen Verstellmöglichkeiten, die weit über den Standard anderer Monitore hinausgehen. Das Gerät kann in der Höhe und der Neigung verstellt werden. Zusätzlich kann sowohl das Gerät als auch das Bild selbst gedreht werden, um beispielsweise zur Textdarstellung das Gerät hochkant verwenden zu können.

Abgerundet wird das alles durch eine durchdachte Kabelführung mit mehreren beigefügten Möglichkeiten zur Kabelführung. Zusammenfassend kann man nur attestieren, dass das Gehäuse einen sehr soliden Eindruck macht. Es wackelt oder klappert absolut gar nichts.

Anschlüsse ohne Ende

Die Anschlüsse des Geräts liegen auf der Rückseite geschickt verdeckt und von unten zugänglich. Alle Stecker rasten solide ein – es gibt auch hier nichts zu meckern. Der Anschluss meines Notebooks über USB-C funktioniert absolut problemlos – Bild und Ton kommen praktisch direkt nach Anschluss aus dem Monitor. Eine Treiberinstallation oder Ähnliches ist nicht notwendig – so wünscht man sich das.

Mein zunächst angeschlossenes HP-Notebook unterstützt die von EIZO angebotene Möglichkeit zum Laden des Notebooks nicht und zeigt dies durch eine entsprechende Meldung an. Der Power-Modus des Displays kann wahlweise auf 30 W, 60 W oder ausgeschaltet werden.

Abb. 2: Das On-Screen-Menü mit der einfachen Eingangssignalumschaltung (Foto: Mathias Itter)

Leider hat der EIZO-Monitor keinen USB-C Hub integriert, so dass man hier auch keine weiteren USB-C Geräte anschließen kann. Der im Gerät integrierte USB 3.1 Hub mit zwei Ports funktioniert allerdings einwandfrei. Einziger Wermutstropfen hierbei ist, dass ein PC oder Notebook ohne USB-C-Anschluss dann auch keinen Zugriff auf den USB-3.1-Port des Monitors hat. Ein Adapter von USB-C auf USB 3.1 erweckte die Ports im Bildschirm leider auch nicht zum Leben. Für ein Office-Gerät eine Einschränkung, derer man sich bewusst sein sollte, denn leider steht USB-C bei Desktop-PCs noch nicht auf der Liste der Standardausstattungen und selbst bei aktuellsten Notebooks ist es alles andere als selbstverständlich.

An einem Microsoft Surface Book 2 funktionierte das Laden über die Funktion des Monitors problemlos. Dies funktioniert auch bei abgeschaltetem Monitor und kann somit ein zusätzliches Netzteil und zumindest teilweise auch eine Dockingstation ersetzen. Die Befürchtung, dass die 60 W Leistung zum Laden des Notebooks (Standardnetzteil 102 W) nicht ausreichen könnten, haben sich bisher nicht bewahrheitet. Auch bei höheren Prozessorleistungen hat sich der Akku bisher nicht entleert.

Keines meiner beiden Testgeräte tauchte (Stand Anfang 3/2018) auf der Liste der kompatiblen Geräte auf der EIZO-Homepage auf, dennoch war dies nicht mit Einschränkungen verbunden.

Angemerkt sei hierbei auch noch, dass einer der beiden USB-3.1-Ports auch eine Ladefunktion bietet, um beispielsweise nebenbei auch noch das Handy oder die Powerbank zu laden. Der Traum vom „Clean Desktop“ – siehe auch mein „Erster Eindruck“ – rückt somit ein ganzes Stück näher. Toll daran fand ich die Funktion, den Port auf eine reine Ladetätigkeit zu begrenzen. Somit kann wirksam verhindert werden, dass das Handy beispielsweise beim Anschluss automatisch in den Hotspot-Modus wechselt und so eventuell das mobile Datenvolumen verbraucht.

Bild und Ton

Der „Picture by Picture“-Modus erleichtert das gleichzeitige Arbeiten mit zwei PCs. Man kann so parallel beispielsweise einen weiteren PC einrichten, ohne permanent Kabel umzustecken oder die Eingangssignale mühsam umzuschalten. Alternativ kann man über die EIZO-Software auch Tastenkombinationen hinterlegen, um ein einfaches Umschalten zwischen den Signalen über die Tastatur zu realisieren.

Abb. 3: Die Funktion „Eco View“ mit der Anzeige der motivierenden Öko-Leistungsstufe (Foto: Mathias Itter)

Die Lautsprecher sind im schmalen Rand des Gehäuses integriert und klingen für den Einsatz im Büro ausreichend. Systemsounds oder leise Musik sind möglich – wer mehr möchte, muss auf hier auf andere externe Möglichkeiten zurückgreifen. Klangwunder habe ich aber bei dieser Baugröße auch nicht erwartet.
Ist der Monitor dann per USB-C verbunden lässt sich die auf der EIZO-Website verfügbare Software „Screen InStyle“ nutzen. Die Einstellmöglichkeiten sind vielfältig – und man kann sich den Zugriff über die Bedientasten des Monitors weitestgehend sparen. Es lässt sich hier sehr viel einstellen – vom Signaleingang über das automatische Abschalten bis hin zum „Circadian Dimming“, bei dem über den Tag hinweg eine Anpassung der Farbtemperatur auf Grundlage der Tageszeit festgelegt werden kann. Eine Funktion, die von Tablets oder Windows 10 her bekannt ist, aber hier nicht als starres Umschalten, sondern als weicher zeitlicher Farbverlauf konfigurierbar ist. Die Umsetzung beeindruckte mich mit einem warmen Farbton am Abend, aus dem ein reinweißer Mauszeiger herausblitzte. Dadurch war dieser immer gut und direkt zu finden. Einziger Kritikpunkt an der Software ist die fehlende Sprachumschaltung. Englisch ist hier Gesetz – vielleicht wird ja in kommenden Versionen noch nachgebessert.

Die Farbmodi selbst können über das OnScreen-Menü oder die Software ausgewählt werden. Der Weg, dies über die Tasten am Display zu versuchen, ist ziemlich fummelig und zumindest nicht immer selbsterklärend. Dies liegt an den sehr kleinen elektrostatischen Tasten zur Bedienung am unteren rechten Bildschirmrand – wohl ein Zugeständnis an die schmalen Gehäuseränder, das aber aufgrund der Möglichkeit, dies auch über die Software einzustellen, verkraftbar ist. Hier können auch einzelnen Anwendungen bestimmte Farbmodi zugeordnet werden. Dies ist praktisch, um beispielsweise Microsoft Word immer das Farbschema „Paper“ zuzuweisen. Dieser „Papermodus“ funktioniert, wie er soll, und macht das Lesen von langen Texten am Bildschirm deutlich erträglicher.

Abb.4: Clean Desktop mit nur noch einem USB-C-Kabel zum Monitor (Foto: Mathias Itter)

Eine Anzeige im OnScreen-Menü zeigt den momentanen Energieverbrauch an, und eine stilisierte Anzeige in Form von maximal fünf grünen Blättern spornt zum Energiesparen und Ausprobieren von anderen Einstellungen an.

Das automatische Regeln der Bildschirmhelligkeit „Auto EcoView“ erfolgt für den Benutzer fast unmerklich im Hintergrund und erforderte bisher keine manuellen Korrekturen. Trotzdem kann es auch komplett deaktiviert werden. Der Clou daran ist aber, dass, sollte der Nutzer doch Korrekturen an der Helligkeit vornehmen, der Monitor dies in Abhängigkeit der momentanen Umgebungshelligkeit entsprechend berücksichtigt.
Nun ist das Wichtigste an einem Monitor ja eigentlich das Bild – und da überzeugt der EIZO auf ganzer Linie – zum einen natürlich mit der 4K Auflösung, die für sich schon beeindruckend ist, aber durch die gleichmäßige Ausleuchtung des IPS-Panels unterstützt wird. Selbst Bilder mit feinen Farbverläufen oder starken Hell-Dunkel-Kontrasten werden in exzellenter Qualität dargestellt – ein Unterschied zu anderen Monitoren, den man schon beim ersten Einschalten realisiert und den man jeden Tag aufs Neue wohlwollend zur Kenntnis nimmt.

Fazit

Beeindruckende Bildqualität kombiniert mit absoluter State-of-the-art-Ausstattung erleichtert die tägliche Handhabung im Büro erheblich. Dass nebenbei auch noch ein aufgeräumter Arbeitsplatz entsteht, ist beim EIZO FlexScan EV2785 ein weiterer Pluspunkt neben dem tollen und durchdachten Design.