AMD Ryzen 7 Pro 4750G im Kurztest: Schneller Achtkern-Prozessor für Business-PCs

Das Schwestermodell des Ryzen 7 4700G ist ein beeindruckendes Stück Hardware, Spieler sollten jedoch besser zum Ryzen 7 3700X greifen.

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(Bild: Christian Hirsch / c't)

Von
  • Mark Mantel
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AMDs erster Achtkern-Kombiprozessor für Desktop-PCs hat's in die c't-Redaktion geschafft. Der getestete Ryzen 7 Pro 4750G ist zwar für Business-PCs gedacht, aufgrund der im Vergleich zum Consumer-Modell Ryzen 7 4700G identischen Spezifikationen lassen sich die Ergebnisse jedoch übertragen.

Verglichen mit dem Ryzen 5 (Pro) 3400G stellt das neue Topmodell eine erhebliche Verbesserung dar: AMD verdoppelt nicht nur die Anzahl der CPU-Kerne von vier auf acht, sondern setzt wie bei den Ryzen-3000-CPUs auf die erneuerte Zen-2-Architektur (statt Zen+) und verwendet TSMCs 7-Nanometer-Technik (statt Globalfoundries' 12 nm). Die integrierte Grafikeinheit profitiert von einer starken Takterhöhung auf bis zu 2100 MHz, kommt aber nur noch mit 512 statt 704 Shader-Kernen daher.

Spezifikationen AMD Ryzen 7 Pro 4750G im Vergleich
Modell Ryzen 7 Pro 4750G Ryzen 7 4700G Ryzen 7 3700X Ryzen 5 3400G
Generation Zen 2, 7 nm Zen 2, 7 nm Zen 2, 7 + 12 nm Zen+, 12 nm
Kerne / Threads 8 / 16 8 / 16 8 / 16 4 / 8
Basistakt / max. Boost 3,6 / 4,4 GHz 3,6 / 4,4 GHz 3,6 / 4,4 GHz 3,7 / 4,2 GHz
L3-Cache 8 MByte 8 MByte 32 MByte 4 MByte
Grafik Vega 8 Vega 8 - Vega 11
Shader 512 512 - 704
GPU-Takt 2100 MHz 2100 MHz - 1400 MHz
TDP 65 Watt 65 Watt 65 Watt 65 Watt

Im Render-Benchmark Cinebench R20 liegt der Ryzen 7 Pro 4750G wenig überraschend mit dem Ryzen 7 3700X gleichauf: 507 Punkte im Singlethreading-Test, 4832 Punkte unter Einbeziehung aller 16 Threads. Der Vorgänger Ryzen 5 3400G sieht mit 419 beziehungsweise 1970 Punkten im Vergleich kein Land. Selbst mit Intels Achtkerner Core i9-9900K (515 / 4283 Punkte) kann sich der Ryzen 7 Pro 4750G messen.

Cinebench-R20-Ergebnisse im Vergleich
Prozessor Ryzen 7 Pro 4750G Ryzen 7 3700X Ryzen 5 3400G Core i9-9900K
Punkte Singlethreading-Test 507 512 419 515
Punkte Multithreading-Test 4832 4863 1970 4283

Dazu setzt die CPU auf hohe Taktfrequenzen. Selbst im Render-Benchmark Blender, der zu rund 20 Prozent auf rechenintensive AVX-Instruktionen setzt, erreichen alle acht Rechenkerne 4,25 GHz – 150 MHz unter dem maximalen, von AMD spezifizierten Boost.

Allerdings müssen Nutzer bei der CPU-Leistung Abstriche gegenüber AMDs Ryzen-3000-CPUs in Kauf nehmen: Die Ryzen-4000G-Kombiprozessoren bestehen aus einem einzelnen Siliziumchip und nicht aus bis zu drei wie die Schwestermodelle. Um Chipfläche zu sparen, hat AMD deshalb den Level-3-Cache pro CPU Core Complex (CCX) von 16 auf 4 MByte geviertelt. So kann der Ryzen 7 3700X etwa auf 32 MByte zurückgreifen, der Ryzen 7 Pro 4750G aber nur auf 8 MByte.

Im Cinebench macht sich das nicht bemerkbar, in anderen Cache-lastigen Anwendungen dagegen deutlich: Der Ryzen 7 Pro 4750G komprimiert Daten bei 7-Zip 20 Prozent langsamer als der Ryzen 7 3700X bei identischer Speicherbestückung. Beim Dekomprimieren geben sich die Prozessoren hingegen nichts, da es dort primär auf die (nahezu identische) Integer-Rechenleistung ankommt.

In Sachen Level-3-Cache und Speicheranbindung ist eine Betrachtung der Latenzen interessant. Eigentlich gingen wir davon aus, dass der monolithische Aufbau die RAM-Latenz senken könnte. Immerhin müssen CPU-Kerne bei Ryzen 3000 erst über das getrennte I/O-Die Daten aus dem RAM anfordern – bei Ryzen 4000G findet dieser Umweg nicht statt.

In der Praxis sieht es anders aus: Das Auslese- und Benchmark-Tool AIDA64 maß rund 88 gegen 76 ns zugunsten des Ryzen 7 3700X. In beiden Fällen kam derselbe DDR4-3200-Speicher mit CL18-Timings auf demselben Gigabyte-Mainboard B550I Aorus Pro AX zum Einsatz. Beim L3-Cache hat AMD im Rahmen der Verkleinerung ebenfalls keine Latenzoptimierungen vorgenommen.

Speicher-Benchmarks AIDA64 (2 Bilder)

Ergebnisse des Ryzen 7 Pro 4750G: 88 ns Latenz zum RAM sind verglichen mit Ryzen 3000 viel.
(Bild: Christian Hirsch / c't)