Apple Watch Series 7 im ersten Test: Die wichtigsten Erkenntnisse

Apples neue Smartwatch wartet mit einem größeren Bildschirm auf. Wir konnten bereits ein Exemplar ausprobieren und stießen auf viel Vertrautes.

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(Bild: Holger Zelder)

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  • Holger Zelder
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Seit heute ist die neue Apple Watch Series 7 ab 429 Euro erhältlich. Statt neue Gesundheitssensoren einzubauen, hat Apple Display sowie Anzeigefläche der Smartwatch vergrößert und ihr neue Funktionen wie eine Bildschirmtastatur verpasst. Wir konnten ein Exemplar für einige Stunden ausprobieren.

Obwohl die Gerüchteküche vor der Vorstellung von einem neuen, kantigen Gehäuse ausging, orientiert sich die Series 7 an ihren Vorgängern. Sie ist nur minimal gewachsen: Die Länge (von oberer zu unterer Gehäusekante) beträgt nun 41 respektive 45 mm statt zuvor 40 und 44 mm. In der Breite legte die Watch um je 0,4 mm zu: sie misst nun 34,8 und 38,2 mm. Das Display-Glas ist laut Apple über 50 Prozent dicker als beim Vorgänger und somit stabiler. An der Gesamtdicke hat sich aber nichts verändert.

Das Gehäuse der Seiries 7 (unten) ist kaum größer als das der Series 6. Alte Armbänder passen weiterhin.

(Bild: Holger Zelder)

Eine gute Nachricht für Bestandskunden: Die Armbänder von älteren Apple-Uhren lassen sich auch an den neuen Modellen weiter verwenden. Alles andere hätte wohl auch für Empörung gesorgt, da gerade die Original-Armbänder recht teuer sind.

Bei der Series 7 ist der Display-Rand geschrumpft: Er misst nur noch 1,7 mm statt zuvor 3 mm Breite. Im Gegenzug hat Apple die Anzeigefläche vergrößert und die Auflösung der LTPO-OLEDs erhöht: Sie liegt nun liegt bei 352 × 430 respektive 396 × 484 Pixeln.

Den schwarzen Rahmen um das Display hat Apple bei der Series 7 (links) geschrumpft. Statt 3 mm ist er nur 1,7 mm breit. Die Anzeigefläche reicht damit fast bis an den Gehäuserand. Insgesamt ist das Gehäuse im Vergleich zum Vorgänger nur minimal gewachsen.

(Bild: Holger Zelder)

Einige Apps profitieren von dem zusätzlichen Platz, indem sie mehr Informationen zeigen: So sieht man in Apples Karten-App einen etwas größeren Bildausschnitt und iMessage zeigt mehr Text auf einmal an. Andere Apps respektive Bedienelemente skalieren bei der höheren Auflösung und zeigen größere Buttons, etwa die Home-App, mit der man Apples Smart-Home-Schnittstelle HomeKit bedient, oder die Trainings-App. Auch im Kontrollzentrum, beim Taschenrechner oder beim Sperrbildschirm sieht man nicht mehr, sondern größere Symbole. So lassen sich die Buttons besser treffen oder der Sperrcode leichter eingeben.

Das Always-On-Display strahlt bei Inaktivität, also wenn man den Arm herabhängen lässt, heller als zuvor. Laut Apple sind es bis zu 500 Nits (entspricht Candela/m2). Nachmessen konnten wir das auf die Schnelle noch nicht, im direkten Vergleich wirkte die Series 7 aber etwas heller. Die maximale Helligkeit hat Apple indes nicht verändert. Sie soll, wie gehabt, bei bis 1000 Nits liegen.

Apples neue Smartwatch, die Series 7, ist seit dem 15.10. erhältlich. Und stand für den ersten Test ein grünes Modell mit Aluminiumgehäuse in 45 mm zur Verfügung.

(Bild: Holger Zelder)

Auf älteren Watches konnte man Text entweder per Siri-Diktat eingeben oder durch mühsames Kritzeln einzelner Buchstaben aufs Display. Als erste Apple Watch hat die Series 7 eine vollwertige Bildschirmtastatur. watchOS blendet sie in Apps ein, die Texteingabe unterstützen. Das Tastenfeld unterstützt auch Wischgesten und schlägt anhand der eingetippten Buchstaben Korrekturen vor. Per Machine Learning sollen sich die Vorschläge bei häufiger Nutzung verbessern. Obwohl der Bildschirm deutlich kleiner als beim iPhone ist, klappte das Tippen darauf recht gut und genau.

Als erste Apple-Watch bietet die Series 7 eine Bildschirmtastatur. Die funktioniert allerdings noch nicht auf deutsch.

(Bild: Holger Zelder)

Allerdings unterstützt die Tastatur derzeit keine deutsche Sprache, sondern nur Englisch. Wenn wir eine Nachricht an einen Kontakt schicken oder auf eine eingehende Nachricht antworten wollten, mussten wir die Wörterbuchsprache in iMessage auf der Watch einmalig auf Englisch stellen, andernfalls wurde die Tastatur nicht angezeigt.

Um die Bildschirmtastatur nutzen zu können, muss man das Wörterbuch auf englisch stellen.

(Bild: Holger Zelder)

Als Prozessor setzt Apple einen 64-bittigen Zweikernprozessor namens S7 ein. Er löst den S6 des Vorgängers ab. Laut Apple liefern beide die gleiche Leistung. Beim Flash-Speicher bleibt es bei 32 GByte.

Auch bei den Gesundheitssensoren hat sich gegenüber der Series 6 nichts getan. Die Series 7 besitzt weiterhin einen Herzfrequenzmesser, ein zertifiziertes 1-Kanal-EKG, das Vorhofflimmern erkennen kann, und ein Pulsoximeter, das die Blutsauerstoffsättigung misst. Die Sensoren führten ihre Messungen auf der Series 7 genauso schnell durch wie die Series 6: Ein EKG dauert 30, eine Blutsauerstoffmessung wie gehabt 15 Sekunden. Weiterhin an Bord sind Beschleunigungssensoren zum Schritte zählen, ein Gyroskop für die Sturzerkennung sowie Kompass und ein Höhenmesser.

Die Sensoren der Series 7 (links) hat Apple im vergleich zur Series 6 (rechts) nicht verändert: Die beiden halbkreisförmigen Sensoren erfassen das EKG, die kreisförmigen ermitteln Herzfrequenz und Blutsauerstoffsättigung

(Bild: Holger Zelder)

Trotz des größeren Displays soll die Akkulaufzeit gegenüber den Vorgängern unverändert geblieben sein. Apple gibt sie weiterhin mit 18 Stunden an. Für einen Laufzeittest hatten wir unser Exemplar noch nicht lange genug, wir reichen die Werte im ausführlichen Test nach. Erfahrungsgemäß ist die angegebene Laufzeit, die mit einem Mischbetrieb mit kurzen Trainings, Nachrichten und Musikstreaming ermittelt wurde, durchaus realistisch.

Den Akku lädt man weiterhin per Induktion über ein proprietäres USB-Kabel auf, das der Apple Watch beiliegt. Die älteren Uhren lieferte Apple noch mit USB-A-Kabeln aus, die Series 7 nutzt jetzt eins mit USB-C. In Verbindung mit einem USB-C-Netzteil, das den schnellen Ladestandard Power Delivery unterstützt, soll die Series 7 schneller als ihre Vorgänger auftanken. Apple gibt etwa 75 Minuten für eine vollständige Ladung an. Die Series 6 brauchte in unserem Test im vergangenen Jahr noch knapp anderthalb Stunden, die Watch SE über zwei Stunden. Andere Watch-Modelle laden jedoch laut Apple am neuen USB-Kabel nicht schneller als.

Ein Netzteil liegt der Series 7 nicht bei, das hatte Apple schon in der letzten Generation aus dem Lieferumfang seiner Smartwatches gestrichen.

Apple Watch 7 (12 Bilder)

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Den ausführlichen Test lesen Sie in Mac & i Heft 6/2021, das voraussichtlich Anfang Dezember erscheint, sowie auf Heise+. Mac & i-Abonnenten erhalten den fertigen Test vorab per E-Mail als PDF.

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(hze)