Ausfahrt im BMW X1 xDrive 25e mit Plug-in-Hybrid: Bewährtes kombiniert

Druck sei Dank: BMW baut in das SUV X1 nun den schon länger auf dem Markt befindlichen Plug-in-Hybridantrieb ein. Eine erste Ausfahrt.

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BMW X1 25e
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  • Wolfgang Gomoll
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Wie man es auch dreht und wendet: Der Verkehr hat einen gehörigen Anteil am CO2-Ausstoß. In den kommenden Jahren muss hier hinsichtlich der Reduzierung mehr passieren als zuletzt. Plug-in-Hybride können ein Weg sein, die CO2-Bilanz etwas aufzuhübschen, woran vor allem die Hersteller ein nachhaltiges Interesse haben. Die Strafen, die bei einer Überschreitung des Flottenverbrauchs drohen, sind monetär schließlich alles andere als Lappalien.

Der reale Nutzen von PHEVs für die Umwelt wird durchaus kontrovers diskutiert, doch die Anbieter folgen den Trends auf dem Markt. Für die Kunden kann das durchaus Vorteile bringen, zumal sie mit Subventionen ja regelrecht beworfen werden: Im Falle des BMW X1 25e legt der Steuerzahler schon beim Kauf 4500 Euro dazu, der Hersteller weitere 2250 Euro. Und in der Praxis? Eine erste Ausfahrt mit dem BMW X1 25e.

Der Antriebsstrang ist nicht neu bei BMW. Er wird seit einiger Zeit beispielsweise schon im Mini Cooper SE Countryman All4 eingebaut. Der 1,5-Liter-Dreizylinder leistet 92 kW (125 PS), der E-Motor 70 kW. Die Systemleistung addiert sich hier tatsächlich einmal, in der Spitze kann der Fahrer also auf 162 kW (220 PS) zurückgreifen. In den technischen Daten weist BMW zudem noch auf eine temporäre Spitzenleistung des Benziners hin, die bei 100 kW (136 PS) liegt. Wie lange sie abrufbar sei, so BMW, hänge allerdings von der Außentemperatur ab: ca. 5 Sekunden bei 25 Grad Celsius, ca. 40 Sekunden bei -20.

Die Lithium-Ionen-Batterie fasst 8,82 kWh netto. Das maximale Ladetempo ist hier gemächlicher als bei Mercedes. An einer Wallbox sind bis zu 3,7 kW Ladeleistung möglich, über den mitgelieferten Ladeziegel, der mit 12,5 Ampere abgesichert ist, an einer 230-Volt-Steckdose 2,88 kW. An einer Wallbox soll eine leere Batterie damit in 3,2 Stunden geladen sein, an einer Steckdose in 5 Stunden. Mercedes bietet mit 7,4 kW an Wechselstrom und der Möglichkeit, mit Gleichstrom wenigstens 22 kW zu nutzen, ein deutlich schnelleres Paket.

Der Fahreindruck ähnelt natürlich dem im Mini Cooper SE Countryman All4, der rund 100 Kilogramm weniger schwer ist: Bis 130 km/h beschleunigt das 1,8-Tonnen-SUV ziemlich rasant, darüber unerwartet zäh. BMW nennt 6,9 Sekunden im Standardsprint, bei 193 km/h ist Schluss. Zur Einordnung: Ein X1 25i mit 170 kW (231 PS) ist mit 6,5 Sekunden und 235 km/h angegeben. Wer ständig längere Strecken mit hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn anstrebt, ist mit einem Plug-in-Hybrid allerdings ohnehin nicht optimal bedient. Seine Stärken spielt der X1 25e auf kurzen Strecken aus, sofern von der Lademöglichkeit eifrig Gebrauch gemacht wird. Das mögliche E-Gleiten ist immer wieder ein Genuss, zumal der X1 auch ansonsten gut gedämmt ist.

Erste Ausfahrt BMW X1 25e (12 Bilder)

Der aktuelle BMW X1 ist seit 2015 auf dem Markt. Im vergangenen Jahr wurde er leicht überarbeitet und ...

BMW nennt im WLTP 1,7 bis 1,9 Liter plus 15 bis 15,3 kWh. Wir kamen bei unserer ersten Ausfahrt auf 4,2 kWh/100 km und 6,7 Liter pro 100 km. Im WLTP nennt BMW eine elektrische Reichweite von 50 bis 52 km, wir kamen auf etwa 44 km. Genauere Werte muss ein ausführlicher Test liefern, den wir nachreichen.

Auf der Straße unterstreicht BMW seinen Dynamikanspruch mit einem ziemlich unnachgiebigen Fahrwerk, was bemerkenswert ist. Denn der Kunde kann im X1 25e noch nicht einmal alle für die Verbrenner-Modelle verfügbaren Verschärfungen wählen: Ein Sport- oder Adaptiv-Fahrwerk ist nicht lieferbar, auch die M Sportlenkung enthält BMW dem Hybrid vor. Der Testwagen war allerdings auch mit 19-Zoll-Felgen und einer 225/45er-Bereifung ausgestattet. Schon der Umstieg auf 18-Zoll-Felgen dürfte hier eine gewisse Linderung bedeuten.

Knapp 44.500 Euro kostet der X1 xDrive 25e derzeit vor dem Abzug der Subventionen. Mit dem, was sich bei einem Weiterverkauf in dieser Klasse vermutlich erwartet wird, sind es über 50.000 Euro. Immerhin: Dank der reichlichen Zugaben des Steuerzahlers kostet das Hybridmodell weniger als ein X1 xDrive 20i. Opel und Peugeot bieten vergleichbar große Plug-in-Hybrid-SUV mit ähnlicher Systemleistung an. Sie kosten auch ähnlich viel wie der BMW, sind dabei besser ausgestattet, haben allerdings keinen Allradantrieb. Den gibt es bei PSA erst, wenn der Kunde zur Ausführung mit 300 PS greift.

(mfz)