Cloud-Plattform: Erster Sovereign Cloud Stack für GAIA-X im Test

PlusServer stellt sich mit pluscloud open als einer der ersten GAIA-X-Hoster auf. Was bietet das Produkt, damit europäische Datensouveränität Wirklichkeit wird?

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Von
  • Martin Gerhard Loschwitz
Inhaltsverzeichnis

Vor etwa anderthalb Jahren hat sich Europa unter der Führung Frankreichs und Deutschlands das Thema Datensouveränität auf die Fahnen geschrieben. Unabhängig oder zumindest unabhängiger als bisher möchte man von den Hyperscalern werden, die unter der Fuchtel der US-Regierung stehen, also AWS, Azure oder Google. "Data Privacy made in Europe" lautet die Devise: Europäische Daten sollen, wenn ihre Eigentümer es nicht wünschen, den europäischen Rechtsraum erst gar nicht verlassen müssen, weil es hierzulande sinnvolle, zuverlässige Hosting-Angebote gibt. Wie so oft in der hohen Politik war GAIA-X am Anfang allerdings nicht viel mehr als ein Konglomerat aus verschiedenen Absichtserklärungen.

Mittlerweile ist klarer, wohin die Reise geht: GAIA-X soll vorrangig Schnittstellen definieren und Prinzipien festlegen, die den Traum von der europäischen Datensouveränität Wirklichkeit werden lassen. Wer aber Schnittstellen betreiben möchte, braucht dafür Infrastruktur. Hier springt das Projekt Sovereign Cloud Stack (SCS) in die Bresche: Unter Leitung von Kurt Garloff entsteht eine OpenStack-basierte Plattformdefinition, die hiesige interoperable Cloud-Umgebungen ermöglicht. Als erstes Unternehmen aus Deutschland tritt PlusServer mit einer SCS-Implementierung mit OpenStack als Unterbau an. Die Redaktion konnte dem Produkt auf den Zahn fühlen und herausfinden, welche Funktionen es bietet, was gut funktioniert und wo es noch hakt. Indirekt kommt auch die SCS-Idee auf den Prüfstand: Kann es so was werden mit der Europa-Cloud?

Digitale Souveränität und Gaia-X

Zwar wirbt auch Branchenriese IONOS mit der GAIA-X-Cloud, die basiert aber nicht auf dem SCS, sondern man hat einfach die eigene Plattform für "GAIA-X-kompatibel" erklärt. Das ist nicht per se falsch, weil es innerhalb von GAIA-X (noch) keine Übereinkunft darüber gibt, welche technischen Standards für eine GAIA-X-Kompatibilität gelten. Allerdings hat der Autor zum IONOS-Stack ad hoc beispielsweise keine Software gefunden, mit der man ihn nachbauen könnte. Es gibt für die APIs zwar Dokumentation, aber das bedeutet nicht, dass die APIs unter einer offenen Lizenz stehen. Und genau das ist ja eigentlich der Kerngedanke des Sovereign Cloud Stack.

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