Computergeschichte: Zuse Z3 "im Test"

Im Mai 2021 wurde die Z3 80 Jahre alt. Die dritte Rechenmaschine von K. Zuse wird oft als erster Computer angesehen – ein Meilenstein in der Rechnergeschichte.

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(Bild: Deutsches Museum München)

Von
  • Sylvester Tremmel
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Schon mit der Z1 hat Konrad Zuse gezeigt, wie viel er von Rechnerarchitektur und Prozessorbau versteht. Nach dem Zwischenschritt Z2 folgt nun seine neue Kreation, die Zuse Z3. Sie behebt die praktischen Mängel des Vorgängers und bringt auch Architekturverbesserungen mit.

Die Z1 hatte unter ihrer mechanischen Bauweise zu leiden. Anstatt sich an – wohl von vornherein zum Scheitern verurteilten – Verbesserungen zu versuchen, umgeht Zuse das Problemfeld komplett: Sowohl Rechenwerk als auch Speicher der Z3 sind aus elektromechanischen Relais aufgebaut, circa 600 und 1400 Stück. Die stammen eigentlich aus der Telefontechnik, aber die Z3 rechnet mit diesen zweckentfremdeten Bauteilen nicht nur sehr zuverlässig, sondern auch beeindruckend schnell: Ein Elektromotor mit Taktwalze gibt einen Takt zwischen 5 und 10 Hertz vor. Damit liegen Ergebnisse oft wortwörtlich in Sekundenbruchteilen vor; selbst aufwendigere Operationen brauchen allenfalls wenige Sekunden.

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Zuse unterteilt die Z3 in verschiedene Komponenten, die durch Datenleitungen verbunden sind. Zu Rechenwerk und Speicher kommen noch eine Steuer- und eine Input/Output-Einheit sowie ein Lochstreifenleser. Diese säuberliche Aufteilung verschafft Überblick und erlaubt auch, nur Teile der Maschine zu benutzen: Über die I/O-Einheit kann man die Z3 als reine Rechenmaschine einsetzen, Operationen nimmt sie dann in der praktischen – wenn auch gewöhnungsbedürftigen – umgekehrten polnischen Notation entgegen. Werte im Speicher ablegen (oder von dort laden) kann man so allerdings nicht.

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