Elektrischer Kleinbus Mercedes eVito Tourer: (K)ein Fernbus

Der Kleinbus tritt elektrisch zur Personenbeförderung an – mit 90 kWh, 110 kW Ladeleistung, 160 km/h Topspeed, Anhängekupplung und Ladepark-Management

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(Bild: Mercedes)

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Mercedes hat eine neue Version des eVito vorgestellt, den "Tourer". Die Variante ist zur Personenbeförderung gedacht: Verglasung bis zum Heck und bis neun Sitzplätze. Die Fahrgäste können sich auch gegenüber setzen (Vis-à-vis-Bestuhlung), was ein sehr angenehmes Shuttle ergibt: einfacherer Ein-/Ausstieg und sozialeres Sitzen.

Mercedes bietet das Fahrzeug in den Längen 5140 mm und 5370 mm an. Das Gepäckraumvolumen bei voller Bestuhlung gibt der Konzern mit 999 respektive 1390 Liter in der Langfassung an. Werden die Sitze hinter der ersten Reihe ausgebaut, sind es 4630 bzw. 4990 Liter. Es gibt eine Anhängerkupplung für ein maximales Zuggewicht von 3,5 Tonnen.

Der E-Motor mit 150 kW Boost-Leistung (70 kW Dauerleistung) und maximal 362 Nm Drehmoment treibt über ein fixes Einganggetriebe die Vorderachse an. Schluss ist bei 140 km/h oder gegen Aufpreis bei 160 km/h. Für die passende Reichweite sorgen 90 kWh Netto-Batteriekapazität (brutto: 100 kWh). Die Batterie kann mit bis zu 110 kW am DC-Schnelllader geladen werden oder mit bis zu 11 kW an AC-Drehstrom. Interessant: Der eVito ist weder Nasen- noch Hecklader, sondern ein Backenlader. Mercedes benutzt nicht die Aussparung, die sie beim Vito für den Tankstutzen nutzen – wahrscheinlich, damit die häufig ja recht kurzen DC-Kabel beim geradeaus parken reichen. Der Fahrer stellt an einem modifizierten Automatik-Wahlhebel die passende Rekuperation ein, falls die intelligente Automatik nicht passt.

Mercedes eVito Tourer (6 Bilder)

Der eVito Tourer befördert Personen elektrisch – mit 90 kWh netto durchaus auch auf längeren Strecken.
(Bild: Mercedes-Benz)

Der eVito verbraucht nach WLTP 26,2 kWh / 100 km (Bruttoverbrauch). Die Reichweite im WLTP liegt bei 421 km. Da diese über lange Etappen bei 100 km/h ermittelt wird, können Schnellerfahrer auf der Autobahn über den Daumen auf 300 bis 350 km peilen. Am 110-kW-Lader soll die Batterie von 10 bis 80 Prozent Ladezustand unter 45 Minuten brauchen. Damit könnte sich der Bus für Tagesetappen von 500 km und mehr eignen.

An Flottenbetreiber hat Mercedes von Anfang an mitgedacht. Sie können aus einer Hand natürlich die Wallboxen/Ladesäulen mitbestellen, vor allem aber gibt es ein intelligentes Lademanagement (zunächst nur auf dem deutschen Markt). Das Lademanagement steuert die Stromflüsse der einzelnen Säulen dabei so, dass der Fuhrpark-Hauptanschluss die Last verkraftet und dennoch die Fahrzeuge zum Schichtbeginn den nötigen Batteriestand aufweisen. Ferngesteuertes Laden und Temperieren per Smartphone ist natürlich auch möglich. Durch die AC-Anschlussleistung von 11 kW entnimmt der eVito den Strom für die Kabinentemperierung stets vom Netz, damit die Reichweite nicht leidet. Der eVito bringt damit eine ganze Reihe von Punkten, die Interessenten eines elektrischen Kleinbusses erfreuen. Nur ein Preis fehlt noch.

(cgl)