Fahrbericht: Elektro-Sportwagen Porsche Taycan Sport Turismo

Das Taycan-Angebot wächst um einen Kombi, der natürlich nicht so heißt. Der Cross Turismo hat trotzdem gute Chancen auf einen Erfolg. Eine erste Ausfahrt.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 91 Beiträge
Porsche Taycan

(Bild: Porsche)

Von
  • Stefan Grundhoff

Zumindest in Westeuropa dürfte Porsche mehr Panamera mit Kombi-Heck (Sport Turismo) verkaufen als mit Fließheck. Es lag also auf der Hand, den Taycan ebenfalls damit anzubieten. Ab dem Frühsommer kann dieser Wunsch erfüllt werden. Porsche hat die Idee noch etwas erweitert und dem batterieelektrischen Sportwagen, und nichts anderes ist der Taycan, noch ein paar Offroad-Details mit auf den Weg gegeben. Über Sinnhaftigkeit dessen soll hier nicht spekuliert werden, doch klar muss sein, dass der Taycan auch mit 20 mm mehr Bodenfreiheit kein Auto für unbefestigte Strecken wird. Allein die Reifen setzen gewisse Grenzen: Maximaler Halt auf lockerem Untergrund und eine Tempofestigkeit jenseits der 230 km/h schließen sich nun mal aus.

Bis zur B-Säule sind Taycan und Taycan Sport Turismo identisch, erst dahinter beginnen die Unterschiede. Ob der Kombi optisch von Vorteil ist, liegt sicher im Auge des Betrachters. Praktische Vorzüge sind dagegen unumstritten, denn es passt schlicht mehr Gepäck hinein. Wie viel ganz genau, verrät Porsche noch nicht, wobei maximales Volumen im Lastenheft keine Priorität hatte. Gleiches gilt für die Rundumsicht, die wie bei so vielen Herstellern auch hier aus der Mode gekommen scheint.

Der Prototyp, mit dem wir unterwegs waren, war ein Porsche Taycan Turbo S. Die Topversion hat bis zu 460 kW im Normalbetrieb und maximal 560 kW, wenn der Overboost bei der Launch Control greift. Dann beträgt das maximale Drehmoment 1050 Nm. Die Reichweite des Porsche Taycan Turbo S als Limousine liegt zwischen 388 und 412 Kilometer im WLTP. Das dürfte beim Cross Turismo kaum anders sein.

Über die A81 und dann die A8 nach Süden auf leere Landstraßen: Ein fahrerischer Unterschied zwischen Taycan Cross Turismo und der Limousine lässt sich nicht erfahren. Ohnehin dürfe die Kombiversion allenfalls 50 Kilogramm mehr auf die Waage bringen. Handling und Fahrleistungen sind Spitzenklasse. Der Kombi liegt zwei Zentimeter höher als die Limousine – realisiert wird das allein durch die Luftfederung. Auf der Autobahn fährt der Cross Turismo auf das Höhenniveau der Taycan-Limousine zurück.

Fahrbericht Porsche Taycan Sport Turismo (11 Bilder)

Porsche will den Taycan Sport Turismo als geeignet auch für Fahrten abseits befestigter Wege verstanden wissen.

Damit der Fahrer auch das Gefühl hat, etwas mehr als beim Serien-Taycan zu können, bietet der Cross Turismo ein eigenes Fahrprogramm – den Gravel-Mode. Wer den wählt, gibt dem serienmäßigen Allradantrieb etwas mehr fahrdynamischen Raum auf lockerem Untergrund. Vermutlich wird das soft benutzt wie Schaltpaddels am Lenkrad. Noch verrät Porsche nichts zu den Antriebssträngen – es ist durchaus denkbar, dass der Taycan Sport Turismo nicht alle Motor-Batterie-Kombinationen bekommt, die in der Limousine zu haben sind. Abschätzen lässt sich bislang auch nur der Preis, wobei der Panamera eine ungefähre Richtung vorgibt: Dort kostet der Kombi rund 3000 Euro mehr. Bliebe es dabei, würde der Taycan-Kombi ab etwa 86.500 Euro zu haben sein.

(mfz)