Fedora Linux 34 im Test: Neuer Sound-Server PipeWire und Wayland-Verbesserungen

Bei Fedora Linux startet PipeWire durch und verspricht eine einheitliche Audio-Schnittstelle. Gnome und der Wayland-­Modus machen wichtige Entwicklungsschritte.

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Von
  • Thorsten Leemhuis
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Unter der Haube des neuen Fedora Linux verbirgt sich eine Neuerung mit Signalwirkung für andere Distributionen: PulseAudio tritt nach vierzehn Jahren den Job als Standard-Sound-Server ab. Den Posten übernimmt PipeWire, ein Multimedia-Framework zur Handhabung verschiedenster Audio- und Video-Datenströme. Angetreten war es ursprünglich, um ein PulseAudio für Videodaten zu schaffen, damit etwa mehrere Anwendungen parallel eine Webcam verwenden können. Später lernte PipeWire, auch Bildschirm- und Fensterfreigaben im Wayland-Modus der Gnome-Shell zu regeln.

Sound-Funktionen haben die PipeWire-Entwickler nachgerüstet, um tief im PulseAudio-Design verwurzelte und daher nur schwer korrigierbare Defizite anzugehen. So verspricht PipeWire etwa geringere Latenzen und damit einhergehend Echtzeitfähigkeiten, wodurch es sich auch für professionelle Audio-Verarbeitung eignet – ein Feld, das PulseAudio bewusst dem JACK Audio Connection Kit (JACK) überlassen hatte. Mit PulseAudio war es zudem unmöglich, am Sound-Server andockende Anwendungen komplett voreinander abzuschotten; das wünschten sich aber unter anderem die Flatpak- und Snap-Macher, um Apps vollständig zu isolieren.

PipeWire vermeidet weitere bekannte Schwächen von PulseAudio und JACK. Selbst wichtige Entwickler der beiden älteren Lösungen sehen daher in PipeWire einen Schritt in die richtige Richtung. Indizien deuten darauf hin, dass auch andere Distributionen dem Beispiel von Fedora folgen werden.

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