Fujinon XF70-300mm F4-5.6 R im Test: Teleobjektiv für Fujifilms APS-C-Kameras

Viel Brennweite, kompakte Größe: Das neue Fujifilm-Telezoom holt auch weiter entfernte Motive nah heran. Der große Spielraum hat aber auch kleine Schwächen.

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(Bild: Fujifilm, Montage und Hintergrund Heise)

Von
  • Christine Bruns
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Fujifilm ergänzt die Fujinon-Objektivreihe für seine spiegellosen Systemkameras um ein neues Telezoom. Seine Brennweite reicht von 70 bis 300 Millimetern. Dies entspricht dem Bildausschnitt einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 107 bis 457 Millimetern. Mit dem Objektiv richtet sich Fujifilm an Hobbyfotografen, die sich auf Naturfotografie fokussiert haben.

Der Tubus des Teleobjektivs fährt beim Zoomen auf größere Brennweiten heraus. Daher kann die Optik kompakt gebaut werden, ist dafür aber anfälliger für mechanische Einflüsse wie Stöße. Und obwohl das XF70-300mm gegen Staub und Feuchtigkeit mit zehn Dichtungen geschützt wurde, können dennoch Feuchtigkeit, Staub und Sand zwischen Tubus und Gehäuse eindringen.

Das Telezoom bringt einen optischen Bildstabilisator (OIS) mit. Er soll Verwacklungen, die durch eine Kombination aus schlechten Lichtverhältnissen und Aufnahmen aus der Hand entstehen um 5,5 Blendenstufen ausgleichen. In Kombination mit einer Kamera wie der X-T4, die ebenfalls einen integrierten Bildstabilisator (IBIS) besitzt, sollen noch längere Belichtungszeiten aus der Hand möglich machen. In der Praxis erreichten wir mit der X-T4 bei 70 Millimetern und bei 200 Millimetern noch bis 1/8 Sekunde gute Ergebnisse. Die 300 Millimeter beherrschten wir bis zu 1/125 Sekunde.

Der Autofokusmotor arbeitet erfreulich leise, sodass man beispielsweise auch auf Veranstaltungen keine unerfreuliche Aufmerksamkeit erzeugt.

Das Fujinon besitzt eine Naheinstellgrenze von 83 Zentimetern. Damit erreicht es Vergrößerungen im Nahbereich bis 1:2 (Kb-äquivalent). Es kann jedoch auch gemeinsam mit dem Telekonverter XF2X TC WR genutzt werden, dann erreicht es einen Abbildungsmaßstab von 1:1. Bei Einsatz beider Telekonverter XF1.4X TC WR und XF2X TC WR wird die maximale Brennweite auf 600 Millimeter erweitert (914 Millimeter KB-äquivalent). Es muss jedoch beachtet werden, dass damit auch die maximale Blendenöffnung und damit die Lichtstärke zurückgeht. Dazu kommt es zu Einbußen bei der optischen Abbildung.

Das Objektiv besitzt eine Länge von 13,25 Zentimetern und einen Durchmesser von 7,5 Zentimetern. Das Filtergewinde misst schlanke 69 Millimeter im Durchmesser. Für ein 70-300 Millimeter-Zoom spielt das Fujinon mit 580 Gramm in einer mittleren Gewichtsklasse. Ein Tamron AF 70-300mm 4-5,6 Di LD Macro 1:2 für Vollformat wiegt beispielsweise mit 458 Gramm etwas weniger, ein Sony E 70-350mm f/4.5-6.3 G OSS für APS-C wiegt mit 570 Gramm ähnlich viel. Das Canon EF 70-300 mm F4.0-5.6 IS USM ist mit 640 Gramm etwas schwerer.

Der Bildstabilisator der Fujinon XF70-300mm F4-5.6 R LM OIS WR arbeitet mit dem interenen der Fujifilm X-T4 zusammen.

(Bild: Christine Bruns)

Fujifilm veranschlagt für das seit März 2021 erhältliche Objektive 800 Euro. Der Preis scheint für Fujifilm-Optiken eher günstig, denn der Hersteller steht für hohe Abbildungsleistung und die hat meist ihren Preis. Verglichen mit der Konkurrenz spielen die Kosten allerdings in den oberen Rängen. So liegt das Nikon AF-P NIKKOR 70-300 mm 1:4,5-5,6E ED VR bei einem UVP von 680 Euro, ist aber schon für unter 400 Euro zu haben. Auch Canons EF 70-300 mm F4.0-5.6 IS USM kostet ab 460 Euro. Sony liegt Fujifilm preislich näher, das E 70-350mm f/4.5-6.3 G OSS ist derzeit für 745 Euro erhältlich.