Garmin Varia RCT716 im Kurztest: Dashcam-Radar fürs Fahrrad

Augen im Hinterkopf: Das Varia RCT716 kombiniert Fahrradrücklicht mit Radar und Kamera. Wir haben ausprobiert, was es im Straßenverkehr taugt.

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Garmin Varia RCT716
Von
  • Leo Becker

Garmin hat das bei Vielradlern beliebte Varia-Rücklicht-Radar in einer neuen Version mit integrierter Kamera auf den Markt gebracht. Die beiliegende Halterung fixiert das klobige Varia RCT716 an der Sattelstütze, es lässt sich einfach abnehmen. Für ovale und D-förmige Rennrad-Sattelstützen liegen Adapter bei. Das Rücklicht strahlt laut Hersteller mit 5 Lumen. Außerhalb Deutschlands verkauft Garmin eine Variante mit hellerem Tagfahr-Flash-Modus (RCT715), die allerdings nicht StVZO-konform ist.

Das Radar des RCT716 erfasst von hinten nahende Fahrzeuge ab einer Entfernung von knapp 150 Metern, zeigt sie per Bluetooth-Verbindung in der zugehörigen App auf dem iPhone, einem Android-Smartphone oder auf einem kompatiblen Fahrradcomputer an und spielt einen Warnton ab.

Garmin Varia RCT716 Kurztest (3 Bilder)

Keine erschreckenden Überholmanöver mehr: Das RCT716 zeigt die von hinten nahenden Fahrzeuge auf dem Smartphone-Display an und spielt einen Warnton ab.

Die Kamera zeichnet parallel das rückseitige Geschehen auf, maximal in 1080p (30 fps). Ein Mikrofon ist mit an Bord. Videos können Zeitstempel, Geschwindigkeit und / oder GPS-Koordinaten enthalten, letztere liefert das Smartphone oder bestimmte Garmin-Fahrradcomputer aus der Edge-Reihe.

Wahlweise filmt das RCT716 durchgängig oder nur, sobald das Radar ein Fahrzeug erkennt. Die mitgelieferte SD-Karte fasst lediglich 16 GByte, das Varia überschreibt die ältesten Aufnahmen, sobald der Platz ausgeht.

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Per App kann der Nutzer die maximal 5 Minuten langen Clips speichern, eine Unfallerkennung soll das Geschehen zudem automatisch sichern. Der Blickwinkel ist ähnlich wie beim iPhone-Ultraweitwinkel. Nummernschilder sind in Tagaufnahmen zu erkennen, bei Dunkelheit wird es schnell schwierig. Mit gängigen Action-Cams hält die Kamera des RCT716 nicht mit, zumal 4K und Bildstabilisierung fehlen.

Das Radar funktionierte im Test, wie von der Varia-Reihe gewohnt, sehr zuverlässig und bewahrt vor erschreckenden Überholmanövern. Die Kamera lässt sich abschalten, so soll der Akku des RCT716 nur mit aktivem Rücklicht und Radar acht statt sonst fünf Stunden lang durchhalten. Nach einer dreistündigen Fahrt mit Dauervideoaufzeichnung war der Ladestand auf unter 50 Prozent gesunken.

Varia RCT716 (Fahrradrücklicht mit Radar und Kamera)

Hersteller: Garmin // Maße: 10,7 × 4,2 × 3,2 cm // Gewicht: 147 g // Funkschnittstellen: Bluetooth, ANT+, WLAN (Letzteres nur für App-Zugriff auf Clips) // Wasserdichtigkeit: IPX7 // Lieferumfang: Halterung, drei Adapter für Sattelstützen, Kabelbinder, USB-C-auf-USB-A-Kabel // Systemanforderungen: iOS 14.1, Android 5 // Preis: 400 €

Der Zugriff auf die Videos per Varia-App erfolgt über eine WLAN-Direktverbindung, die oft erst nach mehreren Anläufen und Neustarts zustande kam – frustrierend. Die Clips sind in der App kaum zu unterscheiden und laden extrem langsam. Immerhin lässt sich das RCT716 über den USB-C-Port, über den es auch Strom tankt, als Massenspeicher auf Mac, iPad und PC auslesen.

Wen der hohe Preis und die unzuverlässige App nicht abschrecken, der bekommt mit dem RCT716 zusätzlich zu Rücklicht und dem tollen Radar eine Fahrrad-Dashcam, die bei einem Unfall vielleicht zu besseren Karten verhilft. Dauervideoaufzeichnungen können wie bei Auto-Dashcams gegen den Datenschutz verstoßen, sind in Unfallverfahren im Einzelfall aber trotzdem zulässig.

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(lbe)