"God of War": So läuft die PC-Umsetzung

Sonys Götter-Klopperei "God of War" kommt endlich auf den PC. Technisch ist die Umsetzung gelungen, doch verhindern Kleinigkeiten den Aufstieg in den Olymp?

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  • Alexander Spier
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Mit "God of War" bringt Sony einen seiner Vorzeigetitel aus der PS4-Ära endlich auch auf Windows-PCs. Obwohl das Spiel bald vier Jahre auf dem Buckel hat, gehört es immer noch zu den besten Action-Spielen und hebt sich auch dank seiner interessanten Geschichte und der Inszenierung angenehm von vielen aktuellen Konkurrenten ab.

Nachdem Sonys anderer Vorzeigetitel Horizon Zero Dawn zumindest anfangs auf dem PC nicht rund lief, muss "God of War" aber zeigen, dass Sony in Sachen Portierung gelernt hat. Wir haben uns daher erneut aufgemacht, der nordischen Götterwelt auf die Pelle zu rücken und unterwegs allerlei Monster zu schnetzeln. Dabei haben wir uns insbesondere die technische Umsetzung angeschaut, denn spielerisch und inhaltlich gleichen sich die verschiedenen Fassungen.

heise spielt die PC-Version von God of War

Für PC-Spieler gibt es deutlich mehr Einstellmöglichkeiten, wie zusätzliche Grafikoptionen und eine Maus- und Tastatursteuerung. Unterstützung gibt es für Nvidias Upsampling-Technik DLSS 2.0 und AMDs FSR, es ist also prinzipiell möglich, hohe Auflösungen und maximale Details auch auf schwächeren Grafikkarten zu erreichen.

Als PC-Spieler hat man die freie Wahl der Auflösung und kann sogar auf Ultrawide-Displays ohne schwarze Trauerränder in 21:9 spielen. Der Unterschied mag subtil sein, doch es lässt das Spiel ein wenig offener erscheinen. Denn während man Kratos wie gewohnt ziemlich nah und groß im Blickfeld hat, ist das Sichtfeld insgesamt ein wenig größer. Den Zwischensequenzen in Spielgrafik schadet das ebenfalls nicht.

Das 21:9-Ultrabreitbildformat tut dem Spiel stellenweise richtig gut und unterstützt die cineastische Darstellung.

Das Spiel bringt einige vorkonfigurierte Grafikprofile mit, die originale Playstation-4-Grafik ist dabei nur die zweite Stufe von vier. Während der einzige Unterschied zwischen PS4 und PS4 Pro die Bildrate oder wahlweise eine höhere Auflösung war, sind nun tatsächlich auch mehr Grafikdetails drin. PC-Spieler mit ausreichend potenter Hardware erhalten also auf Wunsch eine hübschere Optik.

Für unsere Tests kam ein Intel Core i9-i9900K mit acht Kernen und eine Grafikkarte mit Nvidia GeForce RTX 2060 Super zum Einsatz. Wenig überraschend reichen deren Leistungen aus, um in Full-HD-Auflösung und originaler PS4-Grafik in jeder Situation deutlich über 60 Bilder pro Sekunde (fps) zu erreichen. Mit allen Details auf dem Maximum (Ultra und Reflexion auf Ultra+) wird es dagegen schon knapp, hier fällt die Bildfrequenz in Szenen mit vielen Gegner schon mal auf unter 50 fps.

Mit Karten vom Schlage einer Nvidia RTX 2060 Super oder GTX 1080 kommt man bei vollen Details meist noch auf über 60 Bilder in Full HD. In offenen Landschaften und mit vielen Gegner fällt die Framerate aber etwas ab

"God of War" ist also durchaus anspruchsvoll, was die Hardware angeht. Für durchgehend 60 fps sollte es eine aktuelle GeForce RTX 3060 Ti oder eine Radeon RX 6700 XT sein – wohlgemerkt in Full HD. In WQHD (2560 × 1440) oder 4K (3840 × 2160 Pixel) steigen die Anforderungen deutlich, hier halten nur noch aktuelle High-End-Karten wie GeForce GTX 3080 oder Radeon RX 6900 XT im Schnitt die 60 fps. Alternativ schraubt man die Details auf Playstation-Niveau zurück, das bringt durchweg einen ordentlichen Leistungsgewinn, sodass auch Mittelklasse-Grafikkarten wie eine GTX 1060 noch auf spielbare Frameraten kommen sollten.