Kurztest: Mini-Fotodrucker Canon Selphy Square QX10 druckt direkt vom Smartphone

Vom Smartphone auf Fotopapier: Canons kleiner Drucker Square QX10 imitiert den Look von Sofortbildern und passt in jede Handtasche. Bedient wird er über App.

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Mit dem Selphy Sqaure QX10 will Canon zwei Welten zusammenbringen: Smartphone- und Sofortbildfotografie. Der Mini-Fotodrucker druckt Fotos direkt vom Smartphone im Design analoger Polaroid-Bilder mit ihrem großen weißen Rahmen. Er arbeitet mit dem Thermosublimationsdruck-Verfahren, wobei die Grundfarben Gelb, Magenta und Cyan nacheinander von einer Folienkartusche auf das Papier aufgedampft werden. Anschließend werden die Drucke beschichtet und so vor Umwelteinflüssen geschützt.

Der Canon Seöphy QX10 wird mit USB-Netzkabel und Handbuch ausgeliefert, auch für zwei Probedrucke liegen Papier und Tinte bei. In den passenden "Selphy-Sets" sind 20 Blatt Papier sowie eine Transportrolle mit der abgestimmten Menge Tinte enthalten.

Mehr als eine Service-Klappe hat der QX10 nicht zu bieten. Hier setzen Nutzer die Tinte ein, außerdem finden sie hinter der Klappe den QR-Code zum Einrichten.

"Tinte" und Papier bietet Canon ausschließlich im Bundle an. Diese "Selphy Sets" sind genau für 20 Prints ausgelegt. Das heißt, sie umfassen 20 Blatt Fotopapier und die dafür nötige Transportrolle. Das Papier hat die Außenmaße von 72 × 85 Millimetern und eine klebende Rückseite. Standardmäßig druckt der Selphy die Fotos darauf dann im quadratischen Format von 65 × 65 Millimetern – der Rest ist weißer Rahmen. Diesen können die Nutzer allerdings in seiner Größe anpassen und damit den Platz für das eigentliche Foto variieren: In der Variante "Schmal" vergrößern sie den nutzbaren Platz für das Foto auf 68 × 68 Millimeter, bei "Breit" verkleinern sie diesen dagegen auf 62 × 62 Millimeter. Ein Selphy-Set kostet ohne eventuelle Versandkosten normalerweise glatt 16 Euro. Pro gedrucktem Foto zahlt man also 80 Cent. Damit bewegt man sich auf dem Niveau von Sofortbildern.

Die Anschaffungskosten für den Drucker liegen allein bei etwa 150 Euro, enthalten sind Papier und eine Transportrolle für zwei Fotos. Damit ist der QX10 zwar kein Schnäppchen, fällt aber auch nicht aus dem Rahmen. Mini-Drucker wie beispielsweise der HP Sprocket Studio spielen in einer ähnlichen Preisklasse. Der HP druckt allerdings im größeren Format von 10 x 15 Zentimeter. Günstiger sind mit unter 100 Euro die sogenannten ZINK-Drucker (Zero Ink). Hier enthält das Fotopapier selbst die Farben, die über Wärme "aktiviert" werden. Zusätzliche Tintenpatronen entfallen. Mit dem Zoemini hat auch Canon einen mobilen ZINK-Drucker im Angebot. Die Druckkosten pro Bild betragen etwa 60 Cent. Auch HP, Kodak und Polaroid gehören hier zu den Anbietern.

Gesteuert wird der QX10 ausschließlich über das Smartphone (oder Tablet). Die App "Selphy Photo Layout" bietet Canon derzeit für Android und iOS an. Sie führt die Nutzer auch durch die Ersteinrichtung mittels eines auf der Service-Klappe versteckten QR-Codes. Dabei wird eine ad-hoc-WLAN-Verbindung zwischen den Geräten aufgebaut. Damit die App auch auf das Bildmaterial auf dem Smartphone zugreifen kann, lässt sie sich zudem umfangreiche Rechte einräumen.

Canon-App: Selphy Photo Layout (10 Bilder)

Schön übersichtlich: Mit der App "Selphy Photo Layout" steuern Nutzer den Fotodrucker QX10 von Canon. Unter "Auswählen & Drucken" greifen sie dabei auf Einzelbilder zu. Über "Mehrfach-Layout" erstellen sie Collagen.

Die Nutzeroberfläche der Software ist sehr übersichtlich und selbsterklärend gestaltet. Unter "Auswählen und Drucken" können Anwender Einzelbilder vom Smartphone nutzen, unter "Mehrfach-Layout" können sie Mini-Kollagen aus bis zu vier Bildern zusammenstellen. Die App greift dabei auf die verschiedensten Foto-Ordner und -Orte auf dem Smartphone zu. So führte sie in unserem Test unter anderem die Messenger-App (Whats-App, Hangouts, etc.) als Ordner auf. Besonders praktisch: Auch die Smartphone-App unserer Digitalkamera erkannte der QX10 als Quelle, sodass wir bequem auch auf diese Aufnahmen zugreifen konnten.

Sind die Bilder ausgewählt kann man sie noch mit allerhand Spielereien verzieren: Schrift, Rahmen, Stempeln, Kritzeleien, Filter. Die Auswahl ist groß, aber nicht überraschend.

Der Druck selbst dauert inklusive Datenübertragung etwa 50 Sekunden, wobei das Papier nach jedem Farbauftrag und zum Beschichten einmal kurz aus dem QX10 ausfährt. Die Qualität der Fotos ist insgesamt zufriedenstellend: Die Farben sind satt, Schärfe und Plastizität stimmen. Allerdings hat sie auch Schwächen: Bei besonders kontrastreichen Motiven zeigten sich Auffälligkeiten, die fast an Kompressionsartefakte erinnerten. Gerade sehr dunkle und helle Bildbereiche verlieren schnell an Zeichnung. Woran das liegt, konnten wir nicht genau nachvollziehen, da das Druckverfahren die "Qualität" eigentlich hergeben müsste. Möglich ist, dass die App die Fotos für den Druck auf dem QX10 automatisch "optimiert".

Grundsätzlich liegt die Qualität der Drucke aber deutlich über den Ergebnissen mit ZINK-Geräten, die Farben eher matt, flau und entsättigt darstellen.

Die Gestaltungsmöglichkeiten für die Drucke sind vielfältig. Die Bildqualität stimmt grundsätzlich.

Der QX10 besitzt einen integrierten Akku und wird via USB (USB 2.0 Micro) geladen. Im Lieferumfang war ein entsprechendes Kabel, aber kein Netzstecker enthalten. Solche Netzadapter dürften allerdings aufgrund der Smartphone-Schwemme in den meisten Haushalten ausreichend vorhanden sein. Den Füllstand des Akkus sieht man ausschließlich über die App und kann ihn nicht am Ducker selbst ablesen.

Keine Frage: Der Canon Selphy QX10 ist ein spannendes Spielzeug, mit dem man seine Smartphone-Fotos auch unterwegs schnell ausdrucken und verteilen kann. Der Polaroid-Look ist dazu gerade richtig angesagt. Auf Partys ist das Gerät daher sicher ein beliebter Gast. Doch der Effekt dürfte sich schnell abnutzen. Dazu sind die Druck- und Anschaffungskosten doch relativ hoch.

Wer Zuhause viel selbst drucken will, schaut sich besser bei den klassischen Foto- oder Multifunktionsdruckern um, die mittlerweile auch Aufträge von Android- und iOS-Geräten annehmen und in gängigeren, größeren Formaten arbeiten. Mit unter 20 Cent pro Druck bleiben die Kosten zudem überschaubarer.

(ssi)