Logitech Lift: Ergonomische Maus für Links- und Rechtshänder

Laut Logitech leiden 15 Prozent der Nutzer an Schmerzen in Hand, Schulter und Ellenbogen. Eine neue Maus soll Abhilfe schaffen.

Lesezeit: 4 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 50 Beiträge

(Bild: Volker Weber)

Von
  • Volker Weber
Inhaltsverzeichnis

Bei 57 Grad Neigung zur Seite fühlt sich die Hand entspannt, will Logitech im Ergo Lab in der Schweiz gemessen haben. Das entspricht ungefähr der Haltung beim Händeschütteln. Diese Position nimmt die Hand schon bei der Maus MX Vertical ein und ich kenne mehrere Menschen, die auf dieses klobige Gerät schwören. Allerdings taugt die Maus nur für große Hände.

Die Logitech Lift ist nun eine Weiterentwicklung dieser Maus, die für kleine und mittlere Hände taugt. Sie wird in mehreren Varianten hergestellt. Lift kommt in den Endkundenvertrieb, Lift for Business wird über den Fachhandelskanal an Unternehmen verkauft. In Deutschland startet der Verkauf am heutigen Dienstag, die Business-Version gibt es gleichzeitig in mehr als 100 anderen Ländern. Die Version für Linkshänder wird es nur in Anthrazitgrau geben, für Rechtshänder wird es mehrere Farben geben. Uns liegt je ein graues Exemplar (Grafit) für Linkshänder und ein hellgraues (Off-white) für Rechtshänder vor.

Das Linkshänder-Modell gibt es nur in dunkelgrau. Rechtshänder haben drei Option: Grafit, Off-white und Rosa (nur Privatkunden).

(Bild: Volker Weber )

Wie andere Logitech-Endgeräte lässt sich auch Lift mit mehreren PCs, Macs oder Tablet nutzen. Auf der Unterseite der Maus gibt es einen Ausschalter sowie einen Druckknopf, der zwischen drei gepaarten Geräten umschaltet. Drückt man den Knopf länger, so startet der Pairing Mode.

Eine AA-Batterie soll zwei Jahren halten. Der Bolt-Adapter parkt im leicht zugänglichen Fach.

(Bild: Volker Weber)

Angetrieben wird die Maus von einer einzelnen AA-Batterie, die zwei Jahre halten soll. Das Batteriefach lässt sich ohne Fummelei öffnen. Darin befindet sich auch ein USB-A-Bolt-Adapter, der mit der Maus gepaart ist. Man kann ihn einfach in den Rechner stecken und es kann ohne weitere Konfiguration losgehen. Man muss diesen Adapter nicht verwenden, sondern kann die Maus auch per Bluetooth Low Energy verbinden, wenn diese Technik vom Endgerät unterstützt wird.

Der Bolt-Adapter (links) ist nicht mit dem Unifying Receiver (rechts) kompatibel.

(Bild: Volker Weber)

Logitech Bolt ist nicht kompatibel mit dem Unifying Receiver, einer proprietären Technik im 2.4 GHz Band, die über die MouseJack-Attacke verwundbar war. Bolt basiert auf dem Bluetooth Security Mode 1, Level 4, der auch als Secure Connection Only Mode bekannt ist. Mit einem Bolt-Adapter lassen sich bis zu sechs Peripheriegeräte anbinden. Ein Logitech-Manager betont, dass Bolt vor allem im Unternehmensbereich wichtig ist, wo es auf hohe Sicherheit und robuste Verbindungen im Gedränge vieler Geräte ankommt. Im Privatbereich werde die Peripherie eher über den Bluetooth-Stack im Betriebssystem angebunden.

Die vier Buttons sind frei konfigurierbar. Der runde Knopf schaltet zwischen zwei Mausgeschwindigkeiten um.

(Bild: Volker Weber)

Lift lässt sich über die Software Options+ konfigurieren. Dort kann man unterschiedliche Mausgeschwindigkeiten für zwei Modi hinterlegen, zwischen denen man mit dem runden Knopf hinter dem Scrollrad umschaltet. Die Funktion der vier Tasten lässt sich konfigurieren, bis herunter auf Applikations-Ebene. Über Logitechs Flow-Technik kann man zwischen mehreren verbundenen Geräten hin- und herfahren, sofern die Software auf allen Geräten installiert ist. In der Praxis stößt dies eher an Grenzen zwischen privaten und geschäftlichen PCs.

Vier Tage haben wir die beiden Mäuse im Praxisbetrieb getestet. Das hellgraue Modell hat eine Rechtshänderin genutzt, die bereits über Schmerzen im Ellenbogen klagte. Die Umgewöhnung von einer normalen MX Master auf die Lift ging sehr schnell; bereits nach zwei Tagen berichtete sie von einer Verbesserung der Beschwerden.

Ich bin beidhändig und habe das Grafit-Modell für Linkshänder verwendet. Ich finde die Handhaltung sehr natürlich, war aber als Trackpad-Nutzer oft rückfällig. Ich habe recht kurze Finger und komme mit der Größe der Lift sehr gut zurecht.

Die Tasten klicken ausgesprochen leise, die Oberfläche ist samtig griffig, das Scrollrad funktioniert magnetisch und rastet. Die größte Umgewöhnung zwischen einer normalen und der Vertikalmaus ist der Form geschuldet. Man kann die Lift nicht so leicht mit Daumen und Ringfinger hochheben wie eine flache Maus. Auch als Gerät für die Reise scheint sie mir zu voluminös.

Lift kommt am heutigen Dienstag für knapp 80 Euro in den Handel.

(vowe)