Lynk & Co 01: das Auto zur pfiffigen Geschäftsidee

Der Lynk & Co 01 soll die Hauptrolle in einem innovativen Abo-Modell spielen. Im ersten Fahreindruck offenbart das Crossover-PHEV seine Nähe zum Volvo XC40.

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Mit dem Crossover will Lynk das passende PHEV für sein Abomodell gefunden haben.

(Bild: Lynk & Co)

Von
  • Florian Pillau
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In der Marketingwelt ist alles so einfach. Schaut man sich die Lynk & Co Homepage an, prangt da gleich ein richtig griffiger Satz. "A new way to car", auf Deutsch in etwa: "Autos neu gedacht". Gut – das hören wir jetzt nicht zum ersten Mal, beinahe jeder Neuwagen wird von seinen Machern mit ähnlichen Wortschöpfungen angepriesen. Darüber hinaus aber versprechen die Macher um den ehemaligen GM-Manager Alain Visser gar eine "stressfreie und leicht zugängliche Mobilität". Das Auto ist in seinem Konzept aber gar nicht erkennbar neu. Eigentlich müsste es also heißen: "Car-Sharing neu gedacht".

Die Idee hinter Lynk & Co ist das Teilen von Autos. Ebenfalls nichts Neues, wer durch die Straßen einer deutschen Großstadt läuft, sieht fast an jeder Ecke ein Pkw mit auffälligen Aufklebern, die sich gegen Entgelt nutzen lassen. Doch noch trägt dieses Geschäftsmodell keine allzu großen Früchte. Mercedes und BMW haben ihre Carsharing-Ableger zusammengelegt, um endlich Geld zu verdienen.

Lynk & Co will einen etwas anderen Weg gehen. Entweder kauft man Autos wie den Lynk & Co 01 für 42.000 Euro oder man schließt ein Abo für 500 Euro im Monat ab, das sich jeden Monat kündigen lässt. Enthalten sind 1250 km inklusive Wartung und Versicherung, jeder Kilometer mehr kostet 15 Cent. Fährt man weniger, werden die Bonus-Kilometer auf den nächsten Monat übertragen. Der Kniff des Lynk & Co-Modells ist, dass das Auto einfach per Knopfdruck mit anderen Personen geteilt werden kann. Die mieten sich das Auto dann über eine App, wodurch sich die Abomiete reduziert. Hat man das Auto gekauft, wird man direkt am Mietzins beteiligt. Für Firmen und moderne Stadtbewohner mit pragmatischem Zugang zum Auto könnte das durchaus eine Alternative sein. In Deutschland gibt es schon eine Warteliste.

Ausfahrt Lynk & Co 01 (17 Bilder)

Der Lynk & Co 01 ist ein kompaktes PHEV-SUV mit 4,54 m Länge und 192 kW (261 PS) Systemleistung.

Aber die cleverste Geschäftsidee hilft nichts, wenn das Auto selbst nicht überzeugen kann. Optisch ist der 4,54 Meter lange Kompakt-Crossover leicht verdaulich, ohne beliebig zu wirken. Auch das Interieur mit 12,7 Zoll großem Touchscreen sowie 12,3 Zoll-Kombinstrumenten-Bildschirm wirkt modern und nicht billig. Ein paar Volvo-Bedienelemente wie der kleine Knüppel des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes oder diverse Knöpfe in den Türen erinnern daran, dass es sich bei Lynk & Co um eine mit Volvo verwandte Marke des chinesischen Geely-Konzerns handelt.

Das Infotainment ist etwas verspielt und eher auf den asiatischen Geschmack zugeschnitten. Die Bedienung ist nicht immer selbsterklärend, was grundsätzlich kein allzu großes Problem ist, weil man sich ohnehin in die Handhabung seines Fahrzeugs einarbeitet. Bei einem Abo-Auto, das verschiedene Menschen nutzen, kann das schon eher nerven. Immerhin kann das Smartphone per Apple CarPlay und Android Auto drahtlos verbunden werden. Eine im Prinzip klasse Idee ist der Feedback-Knopf im Dachhimmel. Da können die Fahrer Verbesserungsvorschläge per Stimmnachricht hinterlassen, die vom Hersteller ausgewertet und gegebenenfalls umgesetzt werden.