Mähroboter im Test: Bosch Indego S+ 400 mit Mobilfunk

Boschs Mähroboter ist mit dem Mobilfunknetz verbunden und lässt sich so aus der Ferne per App steuern. Wir haben den S+ 400 auf den Rasen geschickt.

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Bosch Indego S+ 400
Von
  • Johannes Schuster

Boschs Intego+-Mähroboter sind nicht per WLAN oder Bluetooth vernetzt, sondern per Mobilfunk. Darüber soll der Rasenmäher auch Software-Updates erhalten und lässt sich aus der Ferne mit einer App steuern. Wir haben den Indego S+ 400 zum Test über einen Zeitraum von fünf Tagen im Garten zum Rasenmähen geschickt – auf einem im vergangenen Jahr neu angelegten, kräftig wachsenden Rasen mit einer Fläche von rund 250 m², mitsamt Engstellen und Hindernissen als auch Steigungen bis zu 24 Grad.

Wegen der Kabellänge von nur 5,10 m hatten wir gleich zu Beginn Schwierigkeiten, die Basisstation so aufzustellen, dass der Draht zum Wandloch in unserem Schuppen nicht zur Stolperfalle wurde.

Nach der Installation des Bosch-Mähers wollten wir die Zeitpläne oder Smart Mowing (dazu gleich mehr, to mow = mähen) mit der App einstellen, die dabei aber regelmäßig abstürzte. Ein Blick in die Bewertungen im App Store offenbarte, dass wir mit dem Problem nicht die einzigen waren. Nachdem wir unseren Zeitplan am Gerät eingegeben hatten, klappte das irgendwann auch auf dem iPhone, wenn auch wenig intuitiv. Bosch bestätigte den Bug und hatte bereits ein Update der App zur Genehmigung bei Apple eingereicht, das zum Test aber zu spät kam.

Die App umfasst eine Wettervorhersage aus dem Internet, die beim Smart Mowing (statt eines fehlenden Regensensors) in die Planung einbezogen werden kann. Allerdings muss man sich zwischen einem starren Zeitplan und der Automatik entscheiden. Smart Mowing beanspruchte im Test für 226 m² bei drei vollständigen Mahten pro Woche ohne Pausentage täglich mindestens 5 Stunden als Zeitfenster. Kleiner ließen sich diese gar nicht erst einstellen.

Insgesamt kam in der mehrtägigen Testzeit trotz 2G-Mobilfunk mit vorinstallierter und kostenfreier SIM (es gibt weder WLAN noch Bluetooth) nur eine Meldung von dem Roboter auf dem iPhone an, obwohl er sich mehrfach in einer sehr matschigen Ecke fest- oder aus dem abgegrenzten Bereich hinausfuhr und Hilfe plus PIN-Eingabe benötigte.

Der Bosch-Mäher vermisst den Rasen und stellt das Ergebnis in der App dar. Hier kann man auch einsehen, wo er sich gerade befindet.

Der Indego vermisst die Rasenfläche durch Abfahren des Randdrahtes (ohne GPS) und erstellt in der App eine Karte, auf der man später auch sehen kann, wo er gerade ist. Er mäht Teilstücke streifenweise ab und fährt nicht von Rand zu Rand durch. Nach jedem vollständigen Abmähen der gesamten Fläche ändert er die Ausrichtung. Trotzdem und trotz zweier Bugräder hinterließ er im Test einen streifigen Rasen mit punktuell ungemähten Stellen. Das verschwand auch nicht völlig, wenn der Indego mehr als acht Stunden Zeit hatte.

Insgesamt benötigte der Bosch-Mäher als einziger Kandidat im Mähroboter-Test mehr als die vorgegebene Fahrzeit von drei Stunden für unseren Testgarten. Er eignet sich auch nur für Rasenflächen bis 400 m².

Während der Arbeit legte er oft Kalibrierpausen ein, in denen er das Mähwerk anhielt. Mit dem Mähen an unserem 24-Grad-Hang hatte er wenig Probleme, auch wenn er laut Datenblatt nur Steigungen bis 15 Grad (27 Prozent) bewältigt. Auf Nachfrage erklärte Bosch alle Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen App und Mähroboter (bis auf den Zeitplan-Bug) durch einen Serverausfall genau zum Testzeitpunkt.

Laut technischen Daten ist der Akku beim Indego nicht wechselbar, sodass man das Gerät zum Kundendienst bringen muss, wenn der Stromspeicher lahmt. Dafür kann man die Verkleidung durch Ersatz in verschiedenen Farben und Designs selbst tauschen.

Vergleichstest: Mähroboter 2020

(lbe)