"Mafia Definitive Edition" angespielt: Alte Qualität im neuen Gewand

"Mafia: Definitive Edition" ist ein prachtvolles Actionspekakel über dicke Knarren, schicke Oldtimer und das harte Leben eines Gangsters in den 30er-Jahren.

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(Bild: 2K Games)

Von
  • Andreas Müller

Die Entwickler von Hangar 13 wissen glücklicherweise, was sie dem alten Klassiker von Illusion Softworks schuldig sind: Mit "Mafia: Definitve Edition" erwecken sei einen Videospielklassiker gekonnt zu neuem Leben.

Es sind die 30er-Jahre in den USA. Prohibition, organisiertes Verbrechen und der tägliche Überlebenskampf machen aus unbescholtenen Bürgern skrupellose Verbrecher. So ergeht es auch dem Taxifahrer Tommy Angelo, der unerwartet einen Job beim örtlichen Mafia-Boss Don Salieri bekommt. Tommy beweist Talent und steigt mit den Jahren in der Gunst Salieris auf. Doch anders als seine Kumpane hat Tommy ein Gewissen.

"Mafia: Definitive Edition" angespielt (5 Bilder)

"Mafia: Definitve Edition" von Hangar 13 ist die gelungene Neuauflage eines Klassikers, die kaum Wünsche offen lässt.
(Bild: heise online)

"Mafia" war seinerzeit ein Novum in der Spielebranche. Nicht nur, dass ein unbekanntes Studio wie Illusion Softworks die Branche überraschte, sondern auch der Ansatz des Spiels waren ungewöhnlich. Ging es doch nicht nur um brachiale Action, sondern um eine filmreife Story, die sich freizügig bei "Der Pate" und "Goodfellas" bediente. Wo andere Spiele auf platte Storys und noch plattere Figuren setzte, erzählte "Mafia" ein Schuld-und-Sühne-Drama, an deren Ende es nur Verlierer gibt – Qualitäten, die auch beim Remake noch zünden.

Obwohl das Spiel auf den ersten Blick große Ähnlichkeiten mit "Grand Theft Auto" hat, ist "Mafia" kein klassisches Open-World-Spektakel. Das Spiel konzentriert sich ganz auf die mit zahlreichen Cut-Scenes gespickte Story. Die einzelnen Missionen gehen von einfachen Fahraufträgen bis zu actionreichen Attentatsmissionen, in denen die Spieler ein ganzes Bordell ausmisten oder sich eine wilde Ballerei in einer Kirche liefern.

Entwickler Hangar 13 hat die Neuauflage an aktuelle Spielgewohnheiten angepasst. Die Wege sind etwas kürzer geworden, in Stealth-Missionen erledigt Tommy seine Gegner aus dem Hinterhalt und generell scheint der Schwierigkeitsgrad deutlich heruntergesetzt zu sein. Besonders das berühmt-berüchtigte Autorennen, das in der ersten Version des Originals die Spieler zur Verzweiflung trieb, ist leichter geworden. Wer will, kann sich aber auch im Original-Schwierigkeitsgrad die Zähne ausbeißen.

Im Gegensatz zum ernüchternden "Crysis Remastered" ist die "Mafia"-Neuauflage auf der Höhe der Zeit. Das Entwicklerteam hat die Grafik einer kompletten Frischzellenkur unterzogen und lässt das fiktive "Lost Heaven" in einem prächtigen Glanz erscheinen: Da glitzern die Sonnenstrahlen über den Horizont und zeigen eine detailreiche und belebte Stadt. Allerdings sollten sich die Fans des Originals auf ein paar Änderungen in Dialogen und Figuren gefasst machen. Dies hat aber bei diesem tadellosen Remake keine größeren Auswirkungen.

Trailer zu "Mafia: Definitive Edition"
(Quelle: Mafia Game)

"Mafia: Definitive Edition" ist die würdige Neuauflage eines zeitlos guten Videospielklassikers. Entwickler Hangar 13 hat die Gangstersaga visuell auf Hochglanz poliert, hier und da ein paar sinnvolle Änderungen vorgenommen, aber den Kern des Spiels beibehalten. Story und Figuren begeistern noch heute, während die wenig originellen Actionszenen nicht mehr ganz so frisch wie damals wirken. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau: Hangar 13 hat mit "Mafia: Definitive Edition" die Messlatte für Videospielremakes ein ganzes Stück höher gelegt.

"Mafia: Definitive Edition" erscheint am 25. September für Windows, PS4 und Xbox One. Es kostet ca. 40 €. USK ab 18. Für unser Angespielt haben wir ein paar Stunden die Windows-Version gespielt.

(dahe)