Mehr schneller Speicherplatz: Sonnets "M.2 4x4 PCIe Card silent" im Test

Sonnets PCIe-Karte nimmt bis zu vier NVMe-SSDs auf, die man zu einem RAID bündeln kann. Wir haben sie im Mac Pro und einem Windows-10-PC getestet.

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Sonnet M.2 4x4 PCIe Card silent

Die PCIe-Karte fasst bis zu vier NVMe-SSDs

Von
  • Johannes Schuster

Sonnets M.2 4x4 PCIe Card silent kommt in einen x16-Slot und bietet ihrerseits gleich vier Plätze für gängige SSDs (M.2-Module) mit NVMe-Protokoll. Das erlaubt bei Belegung eines PCIe-Steckplatzes eine interne und sehr schnelle Speicherplatzerweiterung um bis zu 32 TByte. Ein interner Switch teilt die 16 PCIe-3.0-Lanes der Karte in 4 × 4 auf. Mit einem Software-RAID kann man den Zugriff verschnellern (RAID 0) oder die Datensicherheit durch Spiegelung erhöhen (RAID 1).

Die PCIe-Karte ist für den Einsatz unter macOS, Windows und Linux geeignet, scheint aber vorrangig für Apples Mac Pro konzipiert: Zusätzliche SSD-Kapazität lässt sich bei Apple nur aufstocken, wenn man die alten Module entfernt und durch neue ebenfalls sehr teure Kärtchen ersetzt – für 8 TByte veranschlagt Apple beispielsweise gut 3.200 Euro. Praktischer finden viele Anwender es da, den Speicherplatz durch PCIe-Karten zu erweitern.

Mit nur einer SSD vom Typ Samsung 970 Evo Plus 1 TByte konnten wir im Mac Pro (Baujahr 2019) Daten bereits mit 2544 MByte/s schreiben und mit 3011 lesen. Mit zwei der kleinen Speicherriegel im RAID 0 erhöhten sich die Transferraten auf 5217 und 5105 MByte/s, mit drei Evos auf 6338 und 6750 MByte/s und mit vier auf phantastische 6884 und 7928 MByte/s. Zum Vergleich: Eine SATA-SSD schafft um die 500 MByte/s.

M.2 4x4 PCIe Card silent (PCIe-Karte für 4 PCIe-SSDs)
Hersteller Sonnet
Fassungsvermögen 4 × PCIe-SSD mit NVMe-Protokoll und M.2-Formfaktor
Systemanforderung PCIe x16-Slot
Preis (Hersteller) 450 €

Die SSDs müssen Käufer der Sonnet-Karte selbst besorgen. Welche SSDs geeignet sind, lässt sich einer Liste des Herstellers entnehmen, an die man sich halten sollte. Booten kann man macOS von der Sonnet-Karte leider nur, wenn kein RAID darauf eingerichtet wurde. Außerdem empfiehlt es sich, für ein RAID nur SSDs des gleichen Typs zu verwenden, da unterschiedliche Cache-Strategien und Controller die Performance in der Praxis empfindlich reduzieren können.

Wie der Namenszusatz silent vermuten lässt, kommt die Karte ohne Lüfter aus. Stattdessen führt ein großer Kühlkörper mit Wärmeleitpads die Hitze an den allgemeinen Luftstrom im Mac Pro ab. Laut Hersteller arbeitet die Karte auch in Thunderbolt-3-Boxen oder dem Mac Pro von 2012, dann allerdings langsamer. Schneller war sie allerdings in einem PC unter Windows 10, wo wir mit vier SSDs im RAID 0 etwa 8,4 GByte/s schreiben und 13,4 lesen konnten.

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Sonnets lüfterlose Karte ist für den Mac Pro designt, erreicht aber aufgrund des bremsenden Software-RAIDs von macOS darin nicht seine maximale Performance. 8 GByte/s helfen aber auch schon ein wenig und werden von jedem Video-Schaffenden sicher gerne genommen. In unserem Test von Apples Afterburner mit mehreren 8K-Streams war die Karte mit vier SSDs jedenfalls nicht der limitierende Faktor.

(lbe)