Moodtracker im Test: Mit Tagebuch-Apps die psychische Verfassung einschätzen

Ein Stimmungstagebuch hilft die eigene Gefühlslage zu verstehen. Als Alternative zu Papier bieten sich Apps an. Nicht alle lenken dabei den Blick aufs Positive.

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(Bild: Thorsten Hübner)

Von
  • André Kramer
Inhaltsverzeichnis

Moodtracking-Apps für Android und iOS sind die digitalen Pendants zu Tagebüchern, in denen sich täglich Gefühle und vornehmlich positive Ereignisse festhalten lassen. Ein Stimmungstagebuch kann helfen, Denk- und Handlungsmuster zu erkennen. Wer zu depressiven Episoden oder Stimmungsschwankungen neigt, ist anfällig für ins Pessimistische verzerrte Erinnerungen und Fokussierung aufs Negative. Eine einfache Übung, um solchen Mustern entgegenzuwirken, ist ein Dankbarkeitstagebuch, in dem man täglich mehrere positive Ereignisse festhält: ein guter Kaffee am Morgen, ein Spaziergang in der Sonne oder ein alkohol- und zigarettenfreier Tag. Solche Achtsamkeitsübungen sind Teil der kognitiven Verhaltenstherapie und können einen Beitrag leisten, ungünstige Denkmuster umzustrukturieren.

Moodtracking-Apps verknüpfen solche Tagebuchfunktionen mit allgemeinen Stimmungsabfragen, in der Regel mit Emojis in fünf Stufen von ganz schlecht bis sehr gut. Die meisten Apps stellen darüber hinaus Emotionen wie "einsam", "aktiv", "irritiert" oder "fröhlich" zur Wahl, die bei der Selbsteinschätzung helfen können, vor allem, wenn man keinen ausgeprägten Zugang zu den eigenen Emotionen hat. Allerdings kann eine schlechte Vorgabe durch die App auch negative Stimmungen verstärken.

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Ein Hauptproblem beim Moodtracking ist, dass man über einen längeren Zeitraum bei der Stange bleiben sollte, damit sich ein Effekt einstellt. Anders als analoge Tagebücher erinnern die Apps entweder zu festgelegten Zeiten oder nach dem Zufallsprinzip täglich an einen oder mehrere Einträge. Außerdem sind sie immer griffbereit, da man das Smartphone in der Regel den Tag über bei sich trägt, ein Tagebuch hingegen eher auf dem Nachttisch liegenbleibt.

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