Next-Gen-Konsole Xbox Series X im Vorab-Check: Leises 4K-Powerhouse mit Pfiff

Die Xbox Series X erscheint am 10. November. Unser Vorabcheck zeigt: Die Konsole ist leise, punktet mit sinnvollen Funktionen und hat ordentlich Power.

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Xbox Series X

(Bild: Michael Wieczorek)

Von
  • Martin Fischer
  • Michael Wieczorek
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Microsofts Xbox Series X hat es nicht leicht – sie soll einerseits das Erbe der gelobten Xbox One X antreten und gleichzeitig genügend Argumente liefern, um eine Alternative für Playstation-5-Interessenten zu sein. Mangels schlagkräftiger Exklusivtitel müssen also vor allem die Technik, Multimedia- und Software-Funktionen sowie die Apps überzeugen.

Bis zum Marktstart am 10. November 2020 ist es noch ein Weilchen – allerdings schickte uns Microsoft schon eine Xbox Series X. Die läuft zwar noch nicht mit der finalen Betriebssystem-Version, entspricht aber sonst schon der Verkaufsversion. Mit dieser konnten wir bereits einige Tage rumspielen, den Einrichtungsprozess nachvollziehen, erstmals Lautstärke und Leistungsaufnahme messen, neue Funktionen testen und zahlreiche Spiele ausprobieren. Soviel sei vorausgeschickt: Der Gaming-Kubus machte einen ordentlichen Eindruck – und zwar in vielerlei Hinsicht.

Die Xbox Series X in der Vorschau

Die Xbox Series X wirkt im Wohnzimmer-Ensemble weniger bullig, als es die bisher im Netz umherschwirrenden Bilder vermuten lassen. Durch ihre schlicht-rechteckige Form fügt sie sich schnell in die bestehende Umgebung ein – weder stört sie, noch ist sie ein Design-Blickfänger. Dabei ist es gleich, ob man sie hochkant oder quer aufstellt – sofern man darauf achtet, dass die Lüftungsauslässe frei bleiben. Die Xbox Series X misst 30 cm × 15 cm × 15 cm.

Xbox Series X neben der Xbox One X.

Microsoft liefert bei der Verkaufsversion neben dem selbstverständlichen Stromkabel auch ein HDMI-2.1-Kabel sowie einen Controller mit. Letzterer ist auf den ersten Blick kaum vom Vorgänger zu unterschieden: Im Vergleich ist er ergonomisch optimiert, was vor allem Klein-Händern zugutekommt, bleibt allerdings weiterhin auch mit großen Händen sehr gut bedienbar. Die Haptik des Steuerkreuzes (D-Pad) wurde verändert: Zu den Rändern hin gibt es einen starken Anstieg, wodurch der Daumen tief und sicher in einer Mulde liegt.

Die Xbox Series X hat einen HDMI-2.1-Anschluss, drei USB-Ports (USB 3.1 Gen 1), einen Ethernet-Port sowie Speicher-Erweiterungsslot.

(Bild: heise online/wie)

Die Eingaben gelingen bei Spielen und in Menüs nun etwas präziser als mit dem alten Controller, kommen aber nicht an das Niveau der zweiten Version des Elite Controllers heran. Über eine neue Share-Taste lassen sich Spielszenen direkter teilen. Neu ist außerdem eine rutschfeste Oberfläche im Daumenwurzelbereich, die manch haptisch-sensiblen Spieler möglicherweise irritieren könnte, für viele aber wohl eine Verbesserung darstellt. Insgesamt fühlt sich das Spielen mit dem neuen Controller gut und präzise an.

Über die Xbox-Smartphone-App lässt sich die Xbox Series X schnell und einfach einrichten.

(Bild: heise online/mfi)

Die Einrichtung der Konsole geht schnell von der Hand: Dabei helfen die Xbox-Apps für Android und iOS. Wir haben die vorläufige, noch nicht freigegebene iOS-App verwendet. In dieser loggt man sich mit seinem Microsoft-Account ein, aktiviert die Konsole und gibt einen auf dem Fernseher sichtbaren Code in der App ein, um Handy und Konsole zu koppeln. Fortan hangelt man sich durch Optionen wie Sprache, Ort und WLAN, schließlich führt die Xbox noch die neuesten Updates durch. Danach wählt man den Energiesparmodus ("Energiesparend" oder "Schnelles Hochfahren"), konfiguriert Anmeldesicherheit und Werbeinfos und aktualisiert schließlich noch den Controller. Die ganze Prozedur dauert nur wenige Minuten – es sei denn, es ist ein großes Update fällig.

Nervig: Microsoft zeigt den Update-Fortschritt nur in Prozent, die tatsächlichen Download-Raten bleiben verborgen. Unsere mit rund 290 MBit/s synchronisierte VDSL-Leitung langweilte sich jedenfalls – mehr als 200 MBit/s schickte der Microsoft-Server nicht rüber. Das galt im Übrigen auch für Spieledownloads.

Frisch eingerichtet zogen wir erstmal ein paar Spiele runter – und warteten. Und stellten gleichsam fest, dass 1 TByte bei aktuellen Spielen doch ziemlich knapp bemessen sind. Einmal Call of Duty hier, Doom Eternal da, Red Dead Redemption 2 und noch ein paar Titel und schon wirds auf der SSD eng. Im Vergleich zu Sonys Playstation 5 mit ihren 825 GByte kommt man aber immerhin etwas länger ohne Erweiterungs-SSD hin. Schade: Hat man mehrere große Downloads in der Warteschlange und will "mal eben schnell" eine kleine App runterladen, wird die nicht automatisch priorisiert – hier muss man händisch auf "Jetzt installieren" klicken.

Auffällig sind die verbesserten Übertragungsraten auf allen Kanälen. Das Kopieren auf externe Festplatten gelingt nun viel schneller, selbst das Verschieben von Spielen einer alten Xbox über das Netzwerk auf die Series X gelingt schneller als auf eine One X. Hier bewährt sich die moderne Hardware. Die Zen-2-CPU ist deutlich effizienter darin, Datenpakete zu entpacken und sie über das PCI-Express-4.0-Interface auf die interne NVMe-SSD zu schreiben.